8 Willy Messerschmitt und sein Werk bis 1945
Rechts: Willy Messerschmitt und sein Förderer Theo Cron- eiß waren auch freundschaft- lich verbunden (1928). Ganz rechts: Die führenden Köpfe der BFW im August 1936 waren Lilli Stromeyer als finanzielle Förderin des Werks, Messerschmitt als Technischer Direktor und Theo Croneiß als Aufsichts- ratsvorsitzender.
G eboren wurde Wilhelm „Willy“ Emil am 26. Juni 1898 in Frankfurt am Main als Sohn der ledigen Anna Maria Schaller. 1905 heiratete sie Johann Baptist Ferdinand Messerschmitt, der ihren Sohn anerkannte und die beiden 1906 in
seine fränkische Heimatstadt Bamberg holte, wo sie die eingesessene Weinwirtschaft Mes- serschmitt betrieben. Beseelt von den Eindrücken auf der Inter- nationalen Luftfahrtausstellung in Frankfurt 1909, begann Willy zunächst mit dem Bau von Flugzeugmodellen. 1913 schloss er sich einer Fliegergruppe an, geführt von Flugpio- nier Friedrich Harth, und beschäftigte sich in den nächsten Jahren ausgiebig mit dem Bau von Gleitern, die Harth mit teils großem Erfolg erprobte. Mit dem Abitur der Oberre- alschule in der Tasche meldete sich Willy Messerschmitt im Zuge des Ersten Welt- kriegs 1917 unfreiwillig zum Militärdienst, wurde bald als psychisch krank eingestuft, diente aber noch von Juni 1918 bis Kriegsen- de in einer Fliegerpionierabteilung. Dort sah er sich völlig deplatziert und brachte dies angeblich während des Präparierens einer Flugpiste missmutig zum Ausdruck: „Was soll ich bei dem Haufen, ich bin doch Flug- zeugkonstrukteur.“ Noch 1918 begann er mit dem Studium der Ingenieurswissenschaften an der Techni-
Unten: Der Ausbau des BFW- Werks bei Augsburg von 1934 bis 1937.
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