Messerschmitt Online Blick ins Buch

Höhen und Tiefen 9

folge einheimste und die Basis für seine fol- genden Entwicklungen schuf. Finanziell un- terstützt wurde er dabei von dem vier Jahre älteren Theo Croneiß. Aus der geschäftlichen Verbindung entstand auch eine anhaltende Freundschaft – es sollte die einzige in Willy Messerschmitts Leben bleiben, der als zwi- schenmenschlich reserviert und gefühlskalt galt und selbst nach tödlichen Unfällen kei- nerlei Mitgefühl gezeigt haben soll. Einen gewaltigen Sprung machte Willy Messerschmitt 1925 mit der Entwicklung der Passagiermaschine M 18 für die Nordbayeri- sche Verkehrsflug GmbH. Im April 1926 folg- te aus geschäftlichen Gründen der Eintrag der Messerschmitt Flugzeugbau GmbH Bam- berg im Gesellschaftsregister der Stadt. Mes- serschmitt wurde Anteilseigner der Nordbay- erische Verkehrsflug und diese, vertreten durch Theo Croneiß, Gesellschafter bei Mes- serschmitt. Einstieg bei BFW 1927 ging Messerschmitt mit der Bayerischen Flugzeugwerke AG (BFW), die 1926 aus der in Konkurs gegangenen Udet Flugzeugbau GmbH entstanden war, einen Interessenver- trag ein und zog in deren Anlagen nach Haunstetten bei Augsburg. Während BFW für die Flugzeugfertigung zuständig war, ob- lag den Bambergern die Entwicklungsarbeit. Willy Messerschmitt wurde Chefkonstruk- teur der BFW und in den Vorstand berufen. Von 1930 an unterrichtete er zudem Flug- zeugbau an der TH München. 80 Prozent der BFW-Aktien hielten das Deutsche Reich und der Freistaat Bayern. Als im Reichstag die Reprivatisierung der BFW beschlossen wurde, standen die Staatsanteile zum Verkauf. Nun griff die Finanzgruppe Stromeyer-Michel-Raulino, vertreten durch Messerschmitts spätere Frau Lilly Stromeyer, geborene Freiin von Michel-Raulino, zu und

schen Hochschule (TH) München und arbei- tete in dieser Zeit zusammen mit Harth in- tensiv an immer fortschrittlicheren und leis- tungsfähigeren Segelflugzeugen, ab 1921 sogar in der dafür gegründeten Firma Segel- flugzeugbau Harth-Messerschmitt. 1922 trennten sich die Wege von Harth und Mes- serschmitt, der seinen Lehrmeister inzwi- schen mit seinen innovativen Ideen quasi überflügelte. Firmenchef mit 25 Kurz vor Abschluss seines Studiums gründete Willy Messerschmitt 1923 im Alter von 25 Jahren mit finanzieller Unterstützung sei- nes Bruders Ferdinand die Firma Flugzeug- bau Messerschmitt, Bamberg, und dies auf dem Höhepunkt der Inflation. Als Werkstatt nutzte Messerschmitt Räumlichkeiten des elterlichen Betriebs. Auf dem Rhön-Segel- flugwettbewerb 1923 brillierte Messerschmitt mit seiner von Hans Hackmack geflogenen S 14. Nach Abschluss des Studiums und Bau der Motorsegler S 15 und S 16 in neuen, größeren Räumen, präsentierte Willy Messerschmitt 1925 mit dem Leichtflugzeug M 17 sein erstes reines Motorflugzeug, mit dem er große Er-

Bf-109-Rumpf- und Flügelbau bei WNF, dem drittgrößten Bf-109-Produzenten.

Links: Willy Messerschmitt (re.) neben Luftwaffenchef Hermann Göring beim Werks- besuch 1940. Ganz links Ge- neralluftzeugmeister Ernst Udet.

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