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FREITAG, 6.3.2020 99.Jahrgang | Nr.10

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Porträt: Neuer Riehener Gemeindegärtner Tobias Abt stellt sich vor SEITEN 3

Aufruf: Reformierte Kirche lädt Konfirmanden aus dem Jahr 1970 ein SEITE 5

Volleyball: KTV Riehen gewinnt das Hinspiel des Playoff-Halbinals SEITE 11

BETTINGEN Zwei neue Pächterinnen wollen die Erfolgsgeschichte des Restaurants Baslerhof im Herzen des Dorfs weiterschreiben Das Gute bewahren, das Neue wagen

MEINUNG Das Ich-Problem

Das Coronavi- rus hält uns alle in Atem. Ist das Virus tatsächlich so gefährlich? Oder ist es nicht doch eher einer etwas heftige-

Annabell und Constanze von Grafenstein werden ab 1. April den Baslerhof übernehmen. Die Schwestern möchten das

Restaurant weiterhin als Familienbetrieb führen.

ren Grippewelle gleichzusetzen? Liegt die Gefährlichkeit gar nicht in der derzeitigen Form des Virus, sondern darin, dass gerade dieses spezifische Virus mit einiger Wahr- scheinlichkeit zu einem viel gefähr­ licheren mutieren könnte? Man weiss es nicht. Nun ist es so, dass sich Bund und Kantone in ihren Entscheidungen im Moment von der Möglichkeit des schlimmst- möglichen Falles lenken lassen. Die Massnahmen sind einschneidend, nicht nur für die Basler Fasnacht. Die Bildungsinstitutionen, die Arbeitswelt, die Wirtschaft ganz allgemein, unser ganzes soziales Leben sind betroffen. Man mag das Ganze für übertrieben halten. Ich persönlich bin mir nicht so sicher, ob das Coronavirus wirk- lich solch drastische Massnahmen verdient, vergleicht man es mit an- deren gesundheitlichen Bedrohun- gen, die bisher zumindest hierzu- lande noch nie solch einschneidende Massnahmen zur Folge hatten. Fakt ist, dass drastische Beschrän- kungen verfügt wurden, wohlüber- legt und in festgelegten Bahnen. Und da gibt es nur eines: Alle haben sich daran zu halten. Dass dies zur Zerreissprobe werden könnte, liegt am zunehmenden Egoismus in unserer Gesellschaft. Das Ego darf hier aber nicht zählen. Wir befinden uns in einer Situation, in der das Ich im Interesse der Allgemeinheit zurückzustehen hat. Vielleicht lachen wir in ein paar Wochen über den im Rückblick übertriebenen Aktionismus unserer Verantwortli- chen. Aber vielleicht sind wir ihnen im Rückblick unendlich dankbar, dass sie uns mit der Konsequenz ihres Handelns vor Schlimmerem bewahrt haben. Tragisch wäre es, wenn wir im Nach- hinein feststellen müssten, dass unsere Verantwortlichen zwar Recht gehabt hätten, es aber trotzdem zu einer eigentlich vermeidbaren Kata- strophe gekommen sein würde, nur weil einige sich nicht an die Regeln gehalten hätten. Dieses Horrorsze- nario gilt es mit aller Konsequenz zu verhindern.  Rolf Spriessler

Loris Vernarelli

Der Stein, der vielen Bettingerinnen und Bettingern Ende August des letzten Jahres vom Herz fiel, war gross. Sehr gross. Endlich war die Zukunft «ihres» Restaurants Baslerhof geklärt. Der Rie- hener Bau- und Immobilienunterneh- mer Theo Seckinger teilte im Sommer nämlich mit, dass er den Baslerhof vom langjährigen und beliebten Besitzer- paar Jean-Marie Ruffny und Claudette Lippert übernommen habe. Damit war die Gefahr gebannt, dass das 350 Jahre alte Gebäude in die Hände spekulativer Investoren fallen könnte, wie verschie- dentlich befürchtet wurde. Der neue Eigentümer, selbst langjähriger Gast des Lokals, versprach dann auch gleich, für das «künftige gute Gedeihen des Bettinger Dorf-Treffpunkts» zu garan- tieren. Das Anforderungsprofil des neuen Pächters oder der neuen Pächte- rin verriet Seckinger wenige Tage später der Riehener Zeitung: «Er oder sie muss das bisherige, bewährte Betriebskon- zept mit Restauration, Catering und Auslieferung von Mittagsessen für die Schulen weiterführen.» Die Suche ver- sprach anspruchsvoll zu werden. Doch sie dauerte kürzer als geplant. Nicht einen Pächter, sondern gleich zwei Pächterinnen konnte der neue Be- sitzer des Baslerhofs diese Woche prä- sentieren. Es handelt sich um Annabell und Constanze von Grafenstein, die ab dem 1. April die Verantwortung in der Traditionsbeiz übernehmen. Erstere wird die Geschäftsführung überneh- men und das Restaurant aktiv leiten. Die beiden Schwestern möchten das Lokal weiterhin als Familienbetrieb führen und das bestehende Konzept übernehmen, heisst es in einer Medien- mitteilung. An ihre Wurzeln erinnert Die Geschwister von Grafenstein sind in der Region keine unbeschriebe- nen Blätter. Constanze hat sich als Im- mobilienunternehmerin einen Namen gemacht, Annabell ist in der Gastrono- miebranche bekannt. Unter anderem war sie acht Jahre lang Geschäftsführe- rin des Restaurants Noohn beim Aeschenplatz; zuletzt zeichnete sie für den Betrieb des Gasthofs zum Golde-

Annabell und Constanze von Grafenstein (1. und 2. von links) übernehmen ab 1. April die Schlüssel des Baslerhofs von Claudette Lippert und Jean-Marie Ruffny. Hinter ihnen Eigentümer Theo Seckinger. Foto: zVg

stein einarbeiten. Nach der Sanierung übernehmen diese dann das Steuer. Die Belegschaft wird überwiegend weiter- beschäftigt. Dank des in Bettingen auf- gewachsenen und in Riehen wohnhaf- ten neuen Küchenchefs Lucien Stalder ist der lokale Bezug auch amHerd gege- ben. Er freue sich auf seine neue Aufga- be und die damit verbundene Rückkehr nach Bettingen, sagt Annabell von Gra- fenstein. Mittelpunkt für Bevölkerung Das Restaurant bleibt mit unverän- derten Öffnungszeiten sieben Tage die Woche geöffnet. «Wir wollen einenMit- telpunkt für die Bevölkerung schaf- fen», erklärt von Grafenstein. Kulina- rikfreunde seien deshalb ebenso willkommen wie Vereine und Familien mit Kindern. Für die kleinen Gäste seien zum Beispiel Backevents geplant; ausserdem könnten sie sich auf dem erneuerten Spielplatz austoben. Am 15. April wird die neue Ära des Baslerhofs eingeläutet. Das offizielle Eröffnungsfest mit Musik und weiteren Überraschungen steigt dann am 7. Mai ab 17 Uhr. An jenem Donnerstag haben Stammgäste und solche, die es viel- leicht werden wollen, die Möglichkeit, Annabell und Constanze von Grafen­ stein näher kennenzulernen.

tungen», ist von Grafenstein überzeugt. Was sie ebenfalls erwarteten, sei eine etwas «modernere» Menükarte. Was gut laufe bleibe selbstverständlich, die weniger beliebten Gerichte würden hingegen durch leckere ersetzt. Gute Gespräche mit Gästen Das Essen im Restaurant Baslerhof bleibt jedenfalls gutbürgerlich, das ver- sichert Annabell von Grafenstein. Eini- ge Gerichte würden einfach neu inter- pretiert. Die Pächterin ist sich wie ihre Schwester bewusst, dass diese Anpas- sungen eine Gratwanderung sind. «Hoffentlich kommen wir gut an», sagt die 35-Jährige dann auch etwas nach- denklich. Schliesslich überwiegt die Zuversicht, denn «bisher habe ich gute Gespräche mit den Gästen gehabt – das stimmt mich positiv». Für von Grafen­ stein ist der direkte Kontakt mit den Leuten sowieso wichtig. Sie wolle wissen, was deren Wünsche seien: Ein neues Bier? Eine abgeänderte Karte? Eine andere Tischdekoration? Der Gast müsse letztendlich zufrieden sein. Bis Ende März läuft im Restaurant Baslerhof noch die Übergangsphase. Das heisst, dass die alten Pächter, Jean- Marie Ruffny und Claudette Lippert, wie bisher als Gastgeber fungieren und gleichzeitig die Schwestern von Grafen­

nen Stern am St. Alban-Rheinweg ver- antwortlich. Nun nimmt sie «mit Freu- de» die neue Herausforderung in Bettingen an. Lange musste sie nicht überlegen, bevor sie das Angebot von Theo Seckinger annahm. «Als ich das Restaurant zum ersten Mal sah, erin- nerte es mich gleich anmeineWurzeln, denn es wäre perfekt für einen Biergar- tenbetrieb», lacht Annabell von Gra- fenstein. Sie stammt ursprünglich aus Bayern und hat danach lange in Öster- reich gelebt. Aber nein, eine solche Neuausrichtung soll es im äussersten Zipfel des Kantons Basel-Stadt nicht ge- ben. Denn allzu grosse Veränderungen will (und darf) die Pächterin gar nicht vornehmen. Vielmehr wird dem Baslerhof eine Frischzellenkur verpasst. Und diese be- trifft in erster Linie die Optik. Umbau- arbeiten imhinteren, nicht denkmalge- schützten Teil der Liegenschaft haben bereits begonnen. Anfang April ist dann der vordere Teil an der Reihe, in dem auch das Restaurant untergebracht ist. Deshalb muss das Lokal zwischen dem 30. März und dem 14. April geschlossen bleiben. Saniert werden zum Beispiel die Böden und die WC-Anlagen, die rollstuhlgängig werden. Aber auch das Gartenmobiliar wird ausgewechselt. «Die Gäste erwarten diese Umgestal-

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CORONAVIRUS Reaktion der Gemeinde auf die Krise und Absage der Fasnacht Gemeinde zeigt Vorsicht und Fasnächtler trauern

Bärlauch- Bratwurst

FONDATION BEYELER 26. 1. –17. 5. 2020

Fasnacht zur Folge hatte. Das traf un- ter anderem die Riechemer Chropf- Clique hart, die ihren 90. Geburtstag feiert und diese Fasnacht besonders hatte feiern wollen. Angesichts der einschneidenden Massnahmen ist die Bevölkerung bis- her bemerkenswert ruhig geblieben. Das sagt auch Gemeindepräsident Hansjörg Wilde in seiner Funktion als Mitglied des Riehener Gemeindefüh- rungsstabes. Dieser arbeitet eng mit dem Kanton zusammen. Als sichtbare Massnahme stellt die Gemeinde in ihren Gebäuden Desinfektionsmittel zur Verfügung. SEITEN 2 UND 7

rs. Das Coronavirus hat Riehen er- reicht. Am Donnerstagabend vergan- gener Woche wurde ein Fall in Riehen bekannt. Betroffen war eineMitarbei- terin einer Kindertagesstätte. Diese wurde vorübergehend geschlossen und die Kinder, die mit der Erzieherin Kontakt hatten, sowie deren Familien wurden zu Hause in Quarantäne ge- setzt, um mögliche Ansteckungen zu vermeiden. Am vergangenen Freitag gab der Bundesrat umfangreiche Vorsichts- massnahmen bekannt. Insbesondere wurde ein Verbot für Veranstaltungen mit über tausend Personen ausge- sprochen, was die Absage der Basler

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