H and aufs Herz: Sind Sie eher ein Samtpfoten oder für verspielte Fellfreunde begeistern kann, lässt nämlich tatsächlich Rückschlüsse auf dessen Persönlichkeit zu. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie an der Universi- ty of Texas gekommen. Dafür haben der Psychologe Samuel Gosling und sein Team eine Online-Befragung mit über 4.500 Teilnehmern durchführt. Dabei wurde zunächst erhoben, wie stark die folgenden fünf Persönlichkeitsmerkmale bei jedem Teilneh- mer ausgeprägt sind: Gewissenhaftigkeit, Ex- trovertiertheit, Offenheit für neue Erfahrungen, Katzen- oder ein Hundemensch? Ob sich jemand mehr für verschmuste Verträglichkeit und emotionale Stabilität. Anschließend gaben die Probanden an, ob sie eher ein Hunde- oder ein Katzentyp oder beides sind – und zwar unabhängig davon, ob sie selbst ein Haustier besaßen. Die Auswer- tung ergab schließlich, dass die selbsternann- ten Hundemenschen im Schnitt extrovertierter und gewissenhafter sind als die eher wechsel- haften, aber dennoch aufgeschlossenen Kat-
Fast wie Zwillinge Manchmal ähneln sich Herrchen und Hund sogar äußerlich
lischen Forscher. Es sei durchaus denkbar, dass sich introvertierte Menschen eher für Katzen entscheiden, während belastbare Persönlich- keiten Hunde bevorzugen. „Menschen, die von Natur aus dazu veranlagt sind, resilient zu sein, mögen Hunde eher, als dass der Hund Menschen dazu veranlasst, belastbar zu sein“, sagte Psychologiedozentin Dr. Jessica Oliva, die die australische Studie durchgeführt hat. „Es ist jedoch auch möglich, dass die Verantwortung und die potenziellen Herausforderungen, die mit dem Besitz eines Hundes einhergehen, im Lauf der Zeit die Resilienz erhöhen, oder es könnte gleichermaßen eine Mischung aus bei- dem sein.“ Interessanterweise lassen sich darüber hi- naus Gemeinsamkeiten zwischen der mensch- lichen und der tierischen Persönlichkeit fest-
zenmenschen. Die Big Five
Eine Studie an der australischen James Cook University in Queensland stützt diese Erkennt- nisse. Auch hier wurde eine Online-Umfrage durchgeführt, wobei allerdings zwischen Hunde- und Katzenbesitzern sowie Menschen ohne Haustier unterschieden wurde. Ermittelt wurden hierbei ebenfalls die individuellen Aus- prägungen der fünf Eigenschaften Extraversion, Verträglichkeit, Aufgeschlossenheit, Gewissen- haftigkeit, Verletzlichkeit und Resilienz. Denn sie gelten in der Psychologie als „Big Five“, an- hand derer sich die Persönlichkeit jedes Men- schen einordnen lässt. Ergebnis: Hundebesitzer scheinen belast- barer als Katzenhalter zu sein, welche schlech- ter mit Stress umgehen können. Am Klischee der „verrückten Katzenlady“ ist aber dennoch nichts dran, wie eine Studie an der University of California gezeigt hat. Demnach sind Katzen- liebhaber und -liebhaberinnen weder häufiger depressiv noch fühlen sie sich einsamer als Menschen mit anderen Haustieren. Katzenhal- ter dürfte diese Erkenntnis wenig überraschen: Wer fühlt sich schon einsam, wenn er eine
Zielscheibe Insbesondere Frauen, die Katzen lieben, sehen sich oft mit Vorurteilen konfrontiert
schnurrende Mieze streichelt? Eine Frage der Gene?
Womöglich haben unsere Gene Einfluss auf unsere Haustiervorliebe, vermuten die austra-
September 2025 / Ein Herz für Tiere 17
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