Ein Herz für Tiere

Studie belegt Entspannte Men- schen haben (meist) entspannte Hunde

Titelthema

Vorurteile Rassen wie der American Pitt Bull Terrier sind mit bestimmen Vorstellungen verknüpft

Schoßhündchen Ein beliebtes Klischee: Die feine Dame und ihr Chihuahua

stellen. Der Bodybuilder, der einen Pitbull an der Leine spazieren führt oder die feine Dame, die einen Chihuahua auf ihrem Schoß krault, mögen zwar Klischees sein. Trotzdem können Mensch und Hund so manche Charaktereigen- schaft teilen, wie eine Studie des Sozialpsycho- logen William J. Chopik ans Licht brachte. Ähnlichkeiten entdeckt Demzufolge ist die Wahrscheinlichkeit bei um- gänglichen Menschen doppelt so hoch, dass sie einen aktiven, wenig aggressiven Hund halten. Gewissenhafte Hundebesitzer nennen häufiger einen leicht trainierbaren Vierbeiner ihr Eigen, während neurotische Halter eher ängstliche Fellnasen haben. „Wenn jemand entspannt ist, ist auch sein Hund entspannt“, resümierte Stu- dienautor Chopik. Am alten Sprichwort „Wie

Antike Redensart „Wie die Herrin, so die Hündin“ lautete ein griechisches Sprichwort

der Herr, so’s Gescherr“ könnte also wirklich etwas dran sein. Der Ausdruck geht übrigens vermutlich auf die griechische Redensart „Wie die Herrin, so die Hündin“ zurück. Offenbar wussten schon die alten Griechen um die Ähn- lichkeit von Hund und Halter.

„Wähle ein Tier und ich sag dir, wie du tickst“ – so einfach ist es leider nicht. Dennoch verbinden wir verschiedene Tierarten mit bestimmten Eigenschaften. Was sagt Ihr Liebling über Sie aus? Von Tieren und Temperamenten

W enn Sie ein Tier wären, welches wäre das?“ Diese Frage ist in Vorstellungs- gesprächen beliebt, denn sie soll Aufschluss darüber geben, wie der Bewerber unter Stress reagiert. Schließlich möchte sich der Job-An- wärter im besten Licht präsentieren und muss daher innerhalb von Sekunden eine schlag- fertige Antwort liefern. Die Vierbeiner dienen dabei als emotionale Projektionsflächen: Denn wir verbinden viele Tiere mit menschlichen Eigenschaften, Stärken und Schwächen – das wissen Personalverantwortliche und Bewerber gleichermaßen.

Wissenschaftlich lässt sich allerdings nicht eindeutig belegen, dass das individuelle Lieb- lingstier mit bestimmten Charaktermerkmalen einhergeht. Online-Tests wie „Was verrät Ihr Lieblingstier über Sie?“ sind zwar unterhaltsam, sagen aber aus psychologischer Sicht meist we- nig über die Persönlichkeit desjenigen aus, der sie ausfüllt. Belastbare Studien gibt es bislang nur zu den typischen Unterschieden zwischen Hunde- und Katzenliebhabern, wie auf Seite 17 erläutert. Dennoch wecken Tiere bei uns natürlich As- soziationen: Schlangen gelten zum Beispiel als

»Tiere sind Projekts- flächen für Stärken und Schwächen.«

18 Ein Herz für Tiere / September 2025

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