Wissen
Trommeln im Takt untermalt und verstärkt die Kommu- nikation der Gruppe im Dschungel
Da ist Musik drin!
Die Buschtrommeln der Schimpansen Sie klopfen auf Holz – aber nicht um sich Glück zu wünschen. Vielmehr trommeln Afrikas Schimpansen mit Händen, Stöcken, Steinen auf klingende Baumhölzer, im Takt fester Rhythmen
TEXT: Claus M. Schmidt
L iebste Lautverstärker sind den Schim- pansen die flachen Brettwurzeln der Regenwaldbäume. Ihr Schall trägt im Dschungel einen ganzen Kilometer weit. „Sie trommeln, um die anderen Mitglieder ihrer Gruppe darüber zu informieren, wo sie sich ge- rade befinden“, sagt Vesta Eleuterie, Verhaltens- biologin der Universität Wien. Und ihre Per- cussions folgen strengen Regeln, wie sich beim Vergleich tausender Trommel-Sessions von 11 verschiedenen Schimpansengruppen zeigt: Die Menschenaffen trommeln in Rhythmen.
„Wir haben festgestellt, dass Schimpansen – wie Musiker – oft isochron trommeln. Bei isochro- nen Rhythmen treten die Töne in genau gleichen Zeitabständen nacheinander auf, wie das Ticken einer Uhr oder die Kick-Drum in der elektro- nischen Musik.“ Für die Forscher ist das ein Hin- weis darauf, dass wir mit dem Rhythmusgefühl einen wichtigen Teil der Musik mit Schimpansen gemeinsam haben. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass unsere Fähigkeit, rhythmisch zu trommeln, möglicherweise schon lange vor dem Entstehen des Menschen existierte“, sagt
Musik macht Laune Im Dschungel gibt‘s den Affen-Rhythmus, bei dem jeder einfach mit muss
66 Ein Herz für Tiere / September 2025
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