Geniale Jodler Täglich trainieren Brüllaffen ihr klang- volles Stimmorgan
Co-Autorin Cat Hobaiter von der schottischen St Andrew Universität. „Unsere Studie liefert einen Teil des Puzzles zum Verständnis der Ursprünge und der Natur der Musikalität.“ Wie Rocklegende Carlos Santana (Samba Pa Ti, Oye como va) schon früh erkannte: „Music comes from Africa“. Tarzan ist wieder da Bisher glaubten wir, das Jodeln sei eine alpen- ländische Spezialität. Doch ein Forschungs- team hat jetzt in einem Reservat in Bolivien herausgefunden, dass südamerikanische Affen das Jodeln geradezu meisterhaft beherrschen. Dank der Anatomie ihres Stimmapparats können sie dabei von den tiefsten Tiefen über- gangslos zu den höchsten Tönen wechseln. Die Fülle der Oktaven und die Kunst dazwischen hin und her zu springen ist ausgeprägter als bei den besten Alpenjodlern. Witzig: Als die Forscher ihre Aufnahmen von verschiedenen Affenarten stark verlangsamt abspielten, fühlten sie sich an den berühmten Tarzanschrei erinnert.
Katzenmusik ist der Hit Zur Unterhaltung schalten manche ja das Radio für ihre Mieze an, bevor sie aus dem Haus gehen. „Aber das ist wirklich für die Katz’ ‘‘, sagt der Psychologe Charles T. Snowdon von der Universität Wisconsin-Madison. Denn: „Unsere Musik geht den Miezen nicht ins Ohr, sondern bestenfalls am Hinterteil vor- bei.“ Der Professor muss es wissen. Hat er doch in einem ungewöhnlichen Ex- periment 50 Katzen auf ihren Musikgeschmack getestet und ihnen ein buntes Potpourri von Klassik bis Pop vorgespielt. Nicht das leiseste Anzeichen von Interesse schon gar Begeisterung konnte er da entdecken. Ganz im Gegenteil zeigte mancher Katzenbuckel, dass Mieze Musikantenstadl, Hiphop und sogar Mozart für regelrecht haarsträubend hält. Als Snowdon den Kandidaten aber seine Aufnahmen einer neuen, speziell komponierten Katzenmusik vorspielte, war das der Hit. Keine Spur von Katzenbuckel. Dafür stellten sich die Ohren auf und richteten sie auf den Lautsprecher. Snowdon: „Wir haben uns an der natürlichen Lautgebung von Katzen orientiert, die grundsätzlich eine Oktave höher klingt als unsere Musik.“ Wohliges Schnurren und der Rhythmus, in dem Welpen an der Milchquelle nuckeln, gaben den Takt vor. Komponiert wurde die Katzenmusik für ein hochkarätiges Orchester aus Streichern, Bläsern und Piano. Mit natürlichen Rhythmen und der von Katzen bevorzugten höheren Tonlage.
BIONIK
Wer hat den Saugnapf erfunden? Saugnäpfe, die wir im Alltag gebrauchen, bestehen aus weichem, elastischem Mate- rial. Durch Andrücken haften sie auf glatten Oberflächen, können aber durch Ziehen wie-
Reinhören lohnt sich mit oder ohne Katze: www.youtube.com/watch?v=YUhcY86ybi0
der entfernt werden. Für den Kraken sind die Saugnäpfe vielseitiger einsetzbar, als ein Schweizer Messer. So kann er sich damit auf glatten Oberflächen, bei Strömung oder Wellengang halten oder ihre Technik einset- zen, um Schalentiere zu öffnen.
Katzen lieben hohe Töne Ihre Hits spielen grund- sätzlich eine Oktave höher als unsere
September 2025 / Ein Herz für Tiere 67
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