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Reisekrankheiten im Süden Beim Urlaub im Süden sind beson- dere Krankheiten, die sogenannten Reisekrankheiten, zu beachten. Typische Reisekrankheiten wie Leish- maniose und Dirofilariose werden von bestimmten Mücken oder, wie die Babesiose, die Ehrlichiose und die He- patozoonose, von Zecken übertragen. Daraus folgt, dass eine der wich- tigsten Maßnahmen zur Vorbeugung dieser Krankheiten eine rechtzeitige und lückenlose Behandlung des Hundes mit den entsprechenden An- tiparasitika ist. Am besten lässt man sich vom Tierarzt beraten, welches Produkt die individuellen Risiken des eigenen Hundes am besten abdeckt. Einen hundertprozentigen Schutz kann die Zecken und Mückenbe- kämpfung leider nicht bieten. Um den Schutz zu verbessern oder zumindest eine mögliche Erkrankung frühzei- tig zu erkennen, sollte man ein paar grundlegende Dinge über die ver- schiedenen Reisekrankheiten wissen. Impfungen gegen Leishmaniose Die Erreger der Leishmaniose sind einzellige Parasiten, die von winzigen Sandmücken übertragen werden. Eine Leishmaniose beginnt beim Hund häufig mit schuppenden Haut- entzündungen und Haarausfall am Nasenrücken, um die Augen und an den Ohrenrändern. Es gibt aber auch Fälle, in denen anfangs gar keine Symptome auffallen. Später können Fieber, Abmagerung, Nierenpro- bleme, Durchfall und Nasenbluten hinzukommen. Die Leishmaniose kann einen lebens- bedrohlichen Verlauf nehmen. Die Therapie der bereits ausgebrochenen Leishmaniose ist häufig langwierig und teuer. Seit einigen Jahren können Hunde aber gegen Leishmaniose geimpft werden. Die Impfung bietet einen guten, wenn auch keinen hundertprozen- tigen Schutz vor der Erkrankung. Dieser Schutz kann durch eine kon- sequente Abwehr der Sandmücken deutlich verbessert werden. Daher wird empfohlen, den Hund mit beiden Maßnahmen zu schützen, wenn die Reise durch oder in ein Leishmaniose-Gebiet führt.

Von Stechmücken übertragene Herzwürmer können Herzkrankheiten verursachen

Dirofilariose: Die Herzwurmkrankheit

Nach einer sechsmonatigen Wande- rung durch den Körper des Hundes siedeln sich die Herzwürmer im Her- zen oder den großen Blutgefäßen des Hundes an. Vereinzelte Herzwürmer richten manchmal keinen spürbaren Schaden an. Wenn sich jedoch meh- rere Herzwürmer im Herzen oder den großen Gefäßen des Hundes befin- den, behindern sie den Blutfluss und damit die Versorgung der Organe mit Sauerstoff. Die betroffenen Hunde sind schnell erschöpft und wirken schwach. Ihre Atmung ist erschwert und sie haben Hustenanfälle. Schließ- lich kann es zu einem Herzversagen und dem Tod des Hundes kommen. Die Behandlung in späten Stadien kann kompliziert und risikoreich sein. Zur Vorbeugung der Herzwurmkrank- heit muss man einerseits die Stech- mücken abwehren und andererseits rechtzeitig die Herzwurmlarven im Blutstrom abtöten. Letzteres erreicht man durch larvenabtötende Antipara- sitika, die man vom Tierarzt erhält. Diese Antiparasitika muss man ein- mal monatlich bis einen Monat nach dem Aufenthalt in einem Herz- wurmgebiet anwenden. Babesiose: gefährlicher Blutverlust Babesien sind einzellige Blutpara- siten, die die roten Blutkörperchen zerstören. Zehn Tage bis drei Wochen nachdem die Babesien von einer Zecke auf den Hund übertragen wur- den, zeigen sich die Symptome der Babesiose. Geschwächte Tiere können binnen Stunden an der Krankheit sterben. Andere Hunde leiden unter ▶

Die mikroskopisch kleinen Larven des Herzwurms (Dirofilara immitis) wer- den von Stechmücken übertragen.

Sandmücken sind gerade einmal zwei Millimeter groß, können aber die Leishmaniose übertragen

Der richtige Parasitenschutz für jedes Land Unter www.esccap.de/reisetest/ findet man eine interaktive Europakarte. Mit einem Klick auf das gewünschte Urlaubsland erfahren Sie, gegen welche Reisekrankheiten Sie Ihren Hund dort schützen sollten.

JULI 2022 | PARTNER HUND 53

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