RZ_KW51-52_2019

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In eigener Sache Die Riehener Zeitung wird aufgrund der Feiertage zwei Wochen pausieren. Die erste Ausgabe 2020 erscheint am Freitag, 10. Januar. Ab dann erscheint die RZ wieder jede Woche.

FREITAG, 20.12.2019 98.Jahrgang | Nr.51/52

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Einwohnerrat: Letzte Sitzung des Jahres mit Schwerpunkt Budget

Ehre: Selina Baumann ist die fünfte Trägerin des Kunst Preises Riehen SEITE 3

Volleyball: Zwei Siege und Tabellenführung für die Erstligistinnen des KTV SEITE 17

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FONDATION BEYELER «Intimes» Konzert des ehemaligen Genesis-Gitarristen Steve Hackett

MEINUNG Herunterfahren

Akustische Wohlfühlmusik eines Genies Steve Hackett live beim Gitarrenspiel zuzuhören, ist ein auditives Erlebnis. 200 Gäste hatten im Beyeler- Museum das Privileg.

Die Advents­ zeit geht zu Ende. Seit über einem Monat jagen sich die Ange­ bote, Super­ angebote, Weihnachts- Specials und weitere Aus­

Doch zurück zum Konzert vom Donnerstag vergangener Woche. Im ersten Teil scheint es fast so, als wolle sich der Gitarrist nicht in den Vorder- grund drängen. Oft begleitet er Roger King und Rob Townsend bloss oder überlässt ihnen die Bühne ganz, was die beiden ihm mit ungeheurer Spiel- freude danken. Dass die drei Musiker ein eingeschworenes Team sind, wird insbesondere an ihrer Improvisati- onskunst deutlich. Da wird die Song­ reihenfolge flugs geändert, ein kurzes Solo eingebaut und die Gitarre unver- mittelt gewechselt, die dann aber noch kurz gestimmt werden muss. «Für die, die sich fragen, was ich tue: Ich nehme gerade eine offene Stim- mung in g-Moll vor», erklärt Hackett dabei. Als Zuschauer wähnt man sich in seinem Proberaum. Sehr persön- lich, sehr intim. Breites musikalisches Spektrum Steve Hacketts technische Virtuo- sität kommt in seinem Solopart voll zum Tragen. Spielend leicht tanzt er mit den Fingern über die Saiten und entlockt dem Instrument teils zarte, teils kräftige Töne. Seine Eigenkom- positionen können unmöglich einem einzigen Genre zugeordnet werden: Seit Jahrzehnten bewegt sich der Brite nämlich innerhalb eines breiten mu- sikalischen Spektrums, von Progres- sive Rock über Blues und Jazz bis hin zur klassischen Musik. So überrascht es nicht, dass er das Konzert mit «Bac- chus», einem jazzig-barocken Stück, beendet. Ein enttäuschtes «Oh» macht die Runde, als die Lichter des Saals ange- hen. Die Zuschauerinnen und Zu- schauer hätten gerne noch länger zu- gehört und vielleicht mehr «Genesis stuff» erwartet. Doch ernüchtert ist am Ende niemand, denn es kommt selten genug vor, ein Genie bei der Arbeit erleben zu dürfen.

Loris Vernarelli

wüchse unserer konsumgeilen Welt. Viele von uns, die wir im Job fast alle im Jahresendstress stecken, kaufen in unserer spärlich gewor­ denen Freizeit noch rasch all das «Nötige» zusammen, das es zum grossen Fest der Liebe braucht, damit wir uns nach der ganzen Hektik wenigstens auf etwas Besonderes freuen können. Doch ist das wirklich das, was wir brauchen? Ein möglichst exklusives, im wahrsten Sinne des Wortes «wertvolles» Weihnachts­ geschenk für alle? Braucht es die alljährliche ultimative Weihnachts­ wunscherfüllung unter dem Weih­ nachtsbaum? Oder besteht das Wertvolle eines Familienfests wie Weihnachten nicht eher darin, für­ einander da zu sein, sich ganz ein­ fach füreinander Zeit zu nehmen? Eine gute Freundin hat Anfang Dezember innert weniger Tage gleich beide Eltern verloren. Zwei sehr liebenswürdige, betagte Men­ schen, die im Geist noch so frisch und erfrischend jugendlich waren, dass man es gar nicht glauben mag. Und plötzlich steht die Welt still. Es sollte das ganze Jahr Weih­ nachten sein, denke ich. Nicht, dass es jeden Tag Geschenke geben, das ganze Jahr hindurch kalt und dunkel sein sollte, nein. Aber eine Art Weihnachtsstimmung sollte da sein, wie ich sie mir vorstelle. Ein herzlicher, respektvoller Um­ gang miteinander. Da ein gutes Gespräch, dort ein guter Rat. Rücksicht statt kaltblütiger Egois­ mus und die Besinnung auf das Wesentliche. Herunterfahren statt Dauergas geben. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen fröhliche, ruhige und besinnliche Weihnachten und ver­ traue auch darauf, dass Sie uns unsere ausnahmsweise zweiwöchige Festtagspause, die uns sehr guttun wird, gönnen – und am Freitag, 10. Januar 2020, geistig gestärkt und mit Neugier unsere erste Zei­ tung im neuen Jahr lesen werden.  Rolf Spriessler

Steve Hackett ist gut gelaunt und das gibt er gleich nach dem fröhlich-weih- nachtlichen Intro zu verstehen: «Wir machen heute eine akustische Show. Erwarten Sie also keine Tänzerinnen oder so.» Schon ist das Eis gebrochen, und die Herzen der 200 Konzertbesu- cherinnen und -besucher erobert. Es wird nicht seine letzte Anmerkung bleiben: Das ehemalige Mitglied der britischen Band Genesis redet an die- sem Abend in der Fondation Beyeler viel, was keinesfalls störend wirkt. Im Gegenteil: Seine aufschlussreichen Erklärungen zu den einzelnen Stü- cken, das verbale Pingpong zwischen ihm und seinen kongenialen Mitstrei- tern Roger King am Keyboard und Rob Townsend an Saxofon und Flöte sowie das Philosophieren über die gu- ten altenGenesis-Zeiten («als ich noch jung war und ihr nicht einmal gebo- ren») verleihen dem Auftritt jene ver- trauliche Ausstrahlung, welche die Konzertreihe «An intimate evening with» im Beyeler-Museum verspricht. In einem charmanten, fast ge- hauchten British English stimmte Hackett alsdann ein Loblied auf die akustische Musik an. Sie sei so anders als die elektrische, da nicht alles bom- bastisch daherkomme. Man müsse sich vorsichtig herantasten und auch deshalb sei diese Art von Musik «gut für die Seele». Was er damit meinte, bekam das Publikum in den folgenden 80 Minuten zu hören. Fast etwas non- chalant kündigte der Gitarrist gleich Intime Konzerte lov. «An intimate evening with» ist eine von der Fondation Beyeler und Bayer gemeinsam präsentierte Kon- zertreihe. Eingeladen werden Musi- kerinnen und Musiker, die Pop- und Rockgeschichte geschrieben haben. Im Museum erleben die Zuschauer die Künstler hautnah in einer ganz eigenen Atmosphäre. Nach den hochgelobten Auftritten von Patti Smith im Jahr 2015, John Cale (2016) und Bryan Ferry (2018) folgte nun mit SteveHackett einweiterer Künst- ler von internationalem Rang.

Ein Gitarrenvirtuose amWerk: Steve Hackett bezauberte das Publikum mit seiner Fingerfertigkeit. Fotos: Mathias Mangold

Gitarrenarbeit des heute 69-Jährigen hatten entscheidenden Anteil am durchschlagenden Erfolg der Band um Peter Gabriel, Phil Collins, Tony Banks und Mike Rutherford. Nur sechs Jahre nach seinem Eintritt ver- liess der begnadete Gitarrist die Band nach demAlbum «Wind &Wuthering» wieder, um eine eigene Solokarriere zu starten. Dass er nach so vielen Jah- ren bei seinen Konzerten immer noch alte Genesis-Hits spielt, zeugt von der Bewunderung für seine damaligen Weggefährten. Den Grund, weshalb er die Band überraschend früh verlas- sen habe, erklärte Hackett in einem früheren Interview so: «Um neue We- ge zu gehen und mutig auf eigenen Beinen zu stehen.»

zu Beginn ein Medley mit «Genesis stuff» an. Dass er mit «After the Orde- al» aus dem Album «Selling England by the Pound» (1973) und dem wun- derschönen «Hairless Heart» aus «The Lamb lies Down on Broadway» (1974) zwei der grössten Erfolge aus der An- fangsphase der Band zum Besten gab, liess er unerwähnt. Verletzter Stolz oder gar Wut auf seine ehemaligen Musikerkollegen kann es offenbar nicht sein, wie auch verschiedenen Quellen zu entnehmen ist. «Um neue Wege zu gehen …» Man schriebdas Jahr 1971, als Steve Hackett Anthony Phillips als Gitarrist von Genesis ersetzte. Das kraftvolle akustische Spiel und die einzigartige

Rob Townsend, Steve Hackett und Roger King (v.l.) unterhielten die 200 Gäste in der Fondation Beyeler bestens.

Reklameteil

Das Riehener Zeitungsteam wünscht allen Leserinnen und Lesern fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch

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«Wir wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2020.» «Weihnachtsgeschenk» Ab 24. Dezember 2019 dürfen Sie unter www.decornalin.ch mit dem Gutscheincode dcikombi2019 Ihr Geschenk abholen. ...because we understand – Weil wir SIE verstehen De Cornalin Immobilien GmbH | Freie Strasse 81 | 4051 Basel +41 61 733 71 72 | info@decornalin.ch | www.decornalin.ch

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