Inhalt TIPPS
INDONESIEN Welche Chancen bietet das neue EU-Freihandelsabkommen? Anfang 2027 soll es in Kraft treten. Es wäre das bislang umfassendste europäische Handelsabkommen mit einem Staat Südostasiens. Die wichtigsten Fakten
INTER NATIONAL
Wie können deutsche Unternehmen profitieren?
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Ein zentraler Bestandteil des EU-Indonesien- Abkommens ist der Abbau eben jener Import- zölle. Vorgesehen ist die Abschaffung von über 98 Prozent aller Zolltarifpositionen, wobei bereits zum Zeitpunkt des Inkrafttretens rund 80 Prozent zollfrei sein sollen. Besonders Branchen wie die Automobilindustrie, der Ma- schinenbau und die Chemieindustrie erhalten dadurch einen privilegierten Zugang zum Insel- staat.
Ins Gespräch kom- men: Das Abkom- men eröffnet EU- Betrieben Chancen in Indonesiens IT und Telekommuni- kation.
Welche weiteren Vorteile gibt es? Auch der Dienstleistungssektor wird vom
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erweiterten Marktzugang profitieren: Durch das Abkommen soll die Erbringung von Dienstleis- tungen in Schlüsselsektoren wie IT und Tele- kommunikation durch europäische Unterneh- men ermöglicht werden. Darüber hinaus schafft das Abkommen klare Regeln für den digitalen Handel zwischen den beiden Parteien. Das Ziel ist ein freier Datenverkehr ohne unnötige Lokalisierungspflichten, der Datenschutz wird gestärkt und Zölle auf digitale Übertragungen verboten.
? Was muss man zu Indonesien wissen? Es ist einer der Schwellenländer, die trotz globaler Volatilität kontinuierlich wachsen. Mit einem Wirtschaftswachstum von 5,1 Prozent im Jahr 2025 erreichte die Nation mit der viert- größten Bevölkerung der Welt bereits zum vier- ten Mal in Folge ein Plus von über fünf Prozent.
Wie sehen die aktuellen Wirtschafts- beziehungen aus?
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Im Jahr 2024 umfasste der Warenhandel zwi- schen der EU und Indonesien ein Volumen von über 27 Milliarden Euro. Die EU importierte Waren im Wert von 17,5 Milliarden Euro aus Indonesien, exportierte jedoch lediglich 9,8 Milliarden Euro. Indonesien war damit der fünftgrößte EU‑Han- delspartner unter den ASEAN‑Staaten, während die EU für Indonesien nur auf Rang 33 lag. ? Wo bestanden bislang Handelshemmnis- se? Besonders betroffen sind deutsche Unterneh- men durch restriktive Ein- und Ausfuhrbestim- mungen, lokale Zertifizierungsvorschriften sowie die sogenannten „TKDN“-Anforderungen (Local-Content-Vorgaben). Vor allem erhebt Indonesien hohe Zölle auf wichtige deutsche Ex- portprodukte – etwa 50 Prozent auf Autos und bis zu 15 Prozent auf Maschinen.
Was ist mit Eigentumsrechten? Die EU und Indonesien stärken diese mit
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ihrem Abkommen. Denn es umfasst zentra- le Schutzrechte wie Urheberrechte, Marken, Designs, Patente, Geschäftsgeheimnisse und Pflanzensorten. Besonders hervorgehoben wird der hohe Schutz für 221 geografische Angaben aus der EU und 72 aus Indonesien, was hoch- wertigen Agrar- und Lebensmittelprodukten einen exklusiven Markenschutz bietet und deren Exportchancen verbessert.
Wer wird noch profitieren? ihk.de/rhein- neckar/eu- indonesien
Wie sieht der Zeitplan aus? Nach Abschluss der Rechtsförmlichkeits-
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prüfung müssen der Europäische Rat und das EU-Parlament dem ausgehandelten Text noch zustimmen. Sobald auch Indonesien das Abkom- men ratifiziert hat, kann es in Kraft treten.
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IHK Magazin Rhein-Neckar 04 | 2026
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