IHK-Global Business Ausgabe 02/2022

AMERIKAS

ASIEN-PAZIFIK

Die chemische Industrie in Kanada kam bislang gut durch die Corona-Krise. Großes Potenzial bietet die weltweit wachsende Nachfrage nachWasserstoff.

China hat die Beschränkung in der Auto- mobilindustrie aufgehoben, wonach der Aktienanteil ausländischer Investoren in Joint-Ventures nicht höher als 50 Prozent ausfallen darf.

reduziert. Die beiden neuen Negativ- listen enthalten damit – wie in den letzten Jahren – wieder eine geringere Anzahl von beschränkten Industrien

als die Vorjahreseditionen. Wichtigste Änderungen:

Die Beschränkungen für das verarbei- tende Gewerbe und den Dienstleis- tungssektor werden weiter gelockert, und der Geltungsbereich ist präziser und genauer. Investitionen in Kom- munikationsgeräte sollen erleichtert werden. Im Automobilbereich wird die bisherige Beteiligungsgrenze bei der Herstellung von Pkw entfallen. GTAI/IHK Landesweite Negativliste 2021 (Chinesisch): ndrc.gov.cn/xxgk/zcfb/fzggwl/202112/ P020211227540591870254.pdf Negativliste für die Freihandelszonen 2021 (Chinesisch): ndrc.gov.cn/xxgk/zcfb/fzggwl/202112/ P020211227540530036342.pdf

regionaler Förderung soll das „Courant“ Projekt 2025 fertig gestellt werden und mit Hilfe eines angeschlossenen 200 Megawatt Wasserkraft- werks circa 500 Tonnen Am- moniak pro Tag produzieren. Die 2021 wiedergewählte liberale Partei hat sich dem Kampf gegen den Klimawandel verschrieben – bis zum Jahr 2050 sollen die Netto-Treib- hausgasemissionen des Lan- des gleich Null sein. Festgelegt sind diese Ziele durch Kanadas Mitte 2021 verabschiedetes Klimaschutzgesetz, den „Canadian Net-Zero Emissi- ons Accountability Act“. In diesem Zusammenhang spielt der Aufbau einer Wasserstoff- wirtschaft für die kanadische Regierung eine entscheidende Rolle. Im Rahmen der ver- abschiedeten Wasserstoff- strategie fördert das Land unter anderem CO 2 -neutrale Ammoniakprojekte. Auch die Provinzen kreieren eigene Anreizstrukturen. In Alberta beispielsweise quali- fizieren sich Projekte für die Herstellung blauen Ammo- niaks mit Investitionssummen von mindestens rund 40 Mil- lionen US$ für die Förderung durch das „Alberta Petro- chemicals Incentive Program“: alberta.ca/alberta-petrochemi- cals-incentive-program.aspx. Ontario und British Columbia haben eigene Förderprogram- me für Umwelttechnikinvesti- tionen. GTAI/IHK

CHINA Negativlisten für ausländische Investitionen weiter reduziert

KANADA Chemiebranche spürt Aufwind

Negativliste und der in den Freihan- delszonen geltenden Negativliste für ausländische Investitionen, diese neuen, gekürzten Negativlisten sind zum 1. Januar 2022 in Kraft getreten. Die Beschränkungen wurden in der landesweit geltenden Liste von 33 auf 31 und in der Negativliste für die Freihandelszonen von 30 auf 27

Die Chemieindustrie ist mit einem Anteil von 11 Prozent am

Chancen, sich zukünftig als ein global wichtiger Produzent von Ammoniak als Speichermedi- um für den Wasserstoffexport zu positionieren. Die gut trans- portfähige Chemikalie lässt sich sicher und in industriel- lem Maßstab herstellen. Der darin gebundene Wasserstoff ließe sich dann beispielswei- se nach Europa exportieren, wo der Bedarf unter anderem auch in Deutschland wächst. Insbesondere im Transport- wesen könnte Ammoniak zukünftig vor allem in der See- und Luftfahrt als auch im Frachttransport auf Schiene und Straße eine wichtige Rolle einnehmen. Die Herstellung von Am- moniak mittels grünem Wasserstoff bietet sich etwa in Provinzen wie Quebec und Manitoba an, die durch ihre ausschließlich aus Wasser- kraft gewonnene Elektrizität CO 2 -frei produzierten Wasser- stoff gewinnen können. Erste Projekte sind bereits beschlos- sen. Die kanadische Tochter des deutschen Unternehmens „Hy2Gen“ beginnt 2022 mit dem Bau einer Anlage in Quebec. Unter staatlicher und

Die sogenannten Negativlis- ten verbieten oder beschrän- ken ausländische Investitio-

Bruttoinlandsprodukt des verarbeitenden Gewerbes einer der bedeutendsten Industrie- zweige des Landes und trägt etwa 15 Milliarden US-Dollar (US$) zur jährlichen Wirt- schaftsleistung bei. Die wichtigsten Subsegmente sind die Basischemie und die Her- stellung von Pharmazeutika, die zusammen mehr als die Hälfte der Chemieproduktion auf sich vereinen. Insgesamt kam der Chemie- sektor bislang im Durchschnitt deutlich besser durch die Pandemie als das verarbeiten- de Gewerbe insgesamt. Dabei profitierte die Pharmaindustrie als einzige Chemiesparte trotz der Pandemie und konnte sogar einen Umsatzgewinn verzeichnen. Die Kapazitäts- auslastung in der chemischen Industrie erreichte im Oktober 2021 wieder das Vorkrisen- niveau von knapp 80 Prozent. Expansionspotenzial für die kanadische Chemiebranche bietet auch die weltweit stei- gende Nachfrage nach Was- serstoff. So hat Kanada gute

nen in bestimmten Branchen. Die National Development and Reform Commission (NDRC) und das Handelsministerium veröffentlichten am 27. Dezember 2021 die aktuali- sierten Fassungen der landesweiten

CHINA

Registrierungspflicht für die Einfuhr von Lebensmitteln

Hersteller von Lebensmitteln, die ihre Ware nach China ver- kaufen, müssen seit dem 1. Januar 2022 beim chinesischen Zoll registriert sein. Das gilt auch für Firmen, die diese Waren verarbeiten oder lagern (Art. 2 des Erlasses der chinesischen Generalzolldirektion – GACC). Ausgenommen sind Lebens- mittelzusatzstoffe (food-additives) und Lebensmittelähnliche Produkte (food related products). Die Registrierung für die Ausfuhr von Produkten, welche nicht unter Artikel 7 des Dekrets 248 fallen und für die kein amtlich begleitetes Registrierungsverfahren durchge-

führt wird, kann laut Auskunft von GACC über das Portal „China Import Food Enterprise Registration“ unter cifer.singlewindow.cn in Form einer Selbstregistrierung eigenständig vor- genommen werden. GTAI/IHK Erlass Nr. 248 der chinesischen General- zolldirektion (Chinesisch): customs.gov.cn/customs/302249/ 2480148/3619591/index.html Englische Übersetzung des Erlasses Nr. 248 der EU: favv-afsca.be/professionnels/ exportation/produitsorigineanimale/ chine/cifer/_documents/20211028_ DecreeNo248.pdf

0 NETTO - TREIBHAUSGAS - EMISSIONEN bis 2050 ist das Ziel des kanadischen Klimaschutz- gesetzes.

Wer Lebensmittel nach China importieren möchte, muss sich seit diesem Jahr beim chinesischen Zoll registrieren.

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