E-Book Gesunde Fette für Langlebigkeit

G esunde F ette für L anglebigkeit

Fettsäuren notwendig sind. In den Mitochondrien wird Buttersäure durch die β-Oxidation zu Acetyl-CoA abgebaut, das dann direkt in den Citratzyklus eintritt und zur Energiegewinnung genutzt wird. Da Buttersäure sehr effizient verbrannt werden kann, wird sie nicht in Ketonkörper umgewandelt, selbst wenn der Körper sich in einem Zustand wie der Ketose befindet. Ihr primärer Nutzen liegt in ihrer schnellen Verfügbarkeit als Energiequelle. Wo bekommen wir dieses gesunde Fett also her, das uns Energie spenden kann, ohne zu viele freie Radikale zu bilden? Eine kleine Menge ist – wie der Name schon sagt – in Butter oder Ghee, also geklärter Butter, zu finden. Für vegan lebende Menschen ist das keine akzeptable Quelle und auch für Menschen, die Mischkost verzehren, keine wirklich gute. Buttersäure ist ein postbiotisches Ferment. Es wird von einem gesunden Mikrobiom in Fülle gebildet und hilft dann die Mitochondrien zu schützen. Ein gesundes Mikrobiom bildet pro Tag etwa 20.000 mg – also zwei Esslöffel – Buttersäure. Im Vergleich dazu bildet ein gesunder Körper pro Tag nur etwa 700 mg Cholesterin. Wenn Sie Buttersäure erhalten möchten – die eine echte »Superfettsäure« für Langlebigkeit ist, auch weil sie zusätzlich vor Zellentartung schützen und Gene hochregulieren kann, die Entzündungen auflösen helfen können und die Anlagerung von viszeralem Bauchfett verlangsamen, müssten Sie also Ihr Mikrobiom unterstützen. Und besonders die Buttersäure bildenden Bakterien darin. Sie müssten also faserreiche Lebensmittel verzehren und solche, die reich an resistenter Stärke sind, wie Gräser, Grünpflanzen, Samen, Wurzelgemüse, Lauchgemüse und Hülsenfrüchte – alles nahezu fettfreie Lebensmittel –, um diese gesunde Fettsäure zu erhalten, den besten aller Brennstoffe. Ein wenig verrückt, dass eine faserreiche Ernährung eigentlich in Ihrem Körper die beste Art von Fett zur Verbrennung liefert? Noch direkter können Sie Buttersäure durch Nahrungsmittel aufnehmen, die ebenfalls von Bakterien vergoren wurden, in dem Fall außerhalb des Körpers. Also fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut und Kimchi oder Miso.

2. Mittelkettige Fettsäuren Platz zwei in der Rangliste der mitochondrialen Brennstoffe, die am wenigsten freie Radikale erzeugen, sind mittelkettige Fettsäuren wie Capronsäure, Caprylsäure und Caprinsäure, die hauptsächlich in Kokosöl und Palmöl vor - kommen. Sie werden direkt in die Leber transportiert, wo sie schneller in Ketonkörper umgewandelt oder direkt in den Mitochondrien zur Energiegewinnung ver - wendet werden. Sie durchlaufen nicht den üblichen Transportmechanismus über das Lymphsystem, sondern gelangen direkt ins Blut. Da sie schnell und effizient in den Mitochondrien verbrannt werden, ermöglicht ihre Struktur eine schnellere und effizientere Fettsäureoxidation mit weniger metabolischem Stress und geringerer Produktion von reaktiven Sauerstoffspezies. Im Gegensatz zu Buttersäure können aber Kokosprodukte in größeren Mengen und bei bestimmten Personen Nachteile zeigen. Sie können Gene hochregulieren, die die Fettakkumulation in der Leber fördern (SREBP-1c und FAS). Durch längerfristigen, übermäßigen Konsum von mittelkettigen Fettsäuren können Gene hochreguliert werden, die mit Insulinresistenz in Verbindung stehen, wie IRS-1 (Insulin Receptor Substrate 1). Es gibt auch Hinweise darauf, dass Gene hochreguliert werden können, die zu ungüns - tigen Cholesterinwerten führen können, wie HMG-CoA-Reduktase, einem Schlüsselenzym bei der Cholesterinproduktion in der Leber. In manchen Fällen können mittelkettige Fettsäuren durch die Aktivierung von Toll-like-Rezeptoren (TLRs), insbesondere TLR4, entzündungsfördernde Signale auslösen. Eine hohe Aufnahme von mittelkettigen Fetten kann mög - licherweise die Autophagie, die zelluläre Selbstreinigung, hemmen. Weil auch ein Überkonsum von Fett, wie ein Überkonsum von Protein und Zucker, den Signalweg mTOR aktivieren kann, was wiederum die Autophagie unter­ drückt. Dies könnte die Funktion der Mitochondrien beeinträchtigen und zur Akkumulation von geschädigten Zellbestandteilen führen. Personen mit ApoE2-Genotyp (11 % der Bevölkerung) oder ApoE3- Genotyp (64 %) vertragen mehr Kokosprodukte als Personen mit dem ApoE4- Genotyp (25 % der Bevölkerung), der auch als »Alzheimer-Gen« bezeichnet wird. Gerade diese Personen mit einer familiären Vorbelastung für Demenz - krankheiten sollten Vorsicht walten lassen, große Mengen Kokosöl, Kokosmus

27

Made with FlippingBook - PDF hosting