360° NordAmerika, Ausgabe 4/2025: Leseprobe

für afroamerikanische Geschichte war zugleich das erste Museum zur Geschich- te der Sklaverei in den USA. Gullah-Kultur – bis heute aktiv Dagegen wirkt der Markt im historischen Geschäftsviertel von Charleston beinahe wie aus einer anderen Welt – lebendig, bunt, geschäftig. Von irgendwoher klingt Jazzmusik, Pferdekutschen klappern über das grobe Kopfsteinpflaster, Palmen wie- gen sich im Wind. Doch auch im City Market schlägt das Herz der Gullah- Kultur – wenn auch leiser.

del hellgrüner Halme, auf dem Schoß ein halbfertiger Korb. In kräftigen, geübten Bewegungen flicht er das sogenannte Sweetgrass zu einem kunstvollen Mus- ter. „Die Gräser habe ich selbst geerntet“, sagt Alston, ohne den Blick vom Korb zu heben. „In den Marschlandschaften rund um Charleston beginnt im Frühjahr die Erntezeit. Das ist der beste Moment – nicht zu feucht, nicht zu trocken.“ Süß- gras ist der wichtigste Rohstoff für die traditionellen Körbe der Gullah. „Meine Vorfahren haben die Körbe auf den Planta- gen geflochten, um Reis zu transportieren. Heute verkaufe ich sie an Touristen – und trage damit unsere Geschichte weiter.“ Die Körbe sind Ausdruck einer Kultur, die sich über Jahrhunderte gegen alle Wider- stände behauptet hat. Nur die Gullah selbst dürfen Sweetgrass ernten – so schreibt es das Gesetz in Charleston vor. Die Nachfrage ist groß. Viele Marktbesucher bleiben fasziniert stehen. Für viele ist es die erste Begeg-

Corey Alston arbeitet an einem Korb aus Sweetgrass.

Im Charleston City Market werden handgeflochtene Körbe verkauft.

Viel über die Geschichte der Sklaverei erfahren Besucher im Old Slave Mart Museum. Das 1938 gegründete Museum liegt im letzten großen Sklavenmarkt der Stadt. Charlestons ältestes Museum

nung mit der Kultur der Gullah. Rund eine halbe Million von ihnen leben in den USA – etwa 100.000 davon im Raum Charles- ton. „Wir sind ein robustes Volk“, stellt Alston klar und blickt auf, während er ein neues Grasbündel greift. Dann widmet er sich wieder seinem Werk – mit der Ruhe und der Würde einer Kultur, die sich nicht hat unterkriegen lassen.

Mitten im Trubel sitzt Corey Alston auf einem Klappstuhl, in der Hand ein Bün-

 discoversouthcarolina.com charlestoncvb.com ANREISE Flug: Umsteigeverbindungen mit United Airlines oder Lufthansa nach Charleston, beispielsweise über New York. AKTIVITÄTEN McLeod Plantation Historic Site: Dienstag bis Sonntag von 9 bis 16 Uhr, 20 USD für Erwachsene, viermal täglich kostenlose Führungen; 325 Country Club Drive, Charleston, SC 29412, ccprc.com/1447/ McLeod-Plantation-Historic-Site International African American Museum: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, 22,50 USD für Erwachsene: 14 Wharfside Street, Charleston, SC 29401, iaamuseum.org Old Slave Mart Museum: Montag bis Samstag, 9 bis 17 Uhr, 8 USD Eintritt; 6 Chalmers St, Charleston, SC 29401, theoldslavemartmuseum.org Charleston City Market: täglich zugänglich, Eintritt frei, 188 Meeting Street, Charleston, SC 29401, thecharlestoncitymarket.com Sites and Insights Tours: Führungen mit dem Bus durch das afroamerikanische Charleston, 40 USD pro Person; sitesandinsightstours.com

ESSEN & TRINKEN Fleet Landing Restaurant & Bar: gutes Fischrestaurant; 186 Concord St, Charleston, SC 29401, fleetlanding.net UNTERKUNFT The Mills House: historisches Südstaatenhaus aus dem Jahre 1853 in zentraler Lage unweit der Altstadt, stilvolles Ambiente, nur wenige Minuten bis zu den historischen Markthallen, ab 250 USD,

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115 Meeting Street, Charles- ton, SC 29401, hilton.com/en/ hotels/chsonqq-mills-house- charleston

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