Moderne Skulptur zum Gedenken an Tecumseh
Tecumseh Parkway Große Geschichte auf Nebenstraßen
S üdwestlich von Toronto liegen abseits der Hauptstra- ßen der Tecumseh Parkway sowie Moraviantown – ein kleines Dorf mit großer Geschichte, die von Herrnhut in der Oberlausitz bis zum legendären First-Nations-Führer Tecumseh und dem Landkrieg der USA gegen Kanada in den Jahren 1812 und 1813 reicht. Auf dem Weg zum Point Peelee National Park verlassen wir Toronto bei einem heftigen Gewittersturm, doch bald klart es auf. Südlich von London wechseln wir auf eine Nebenstraße. Die Felder des fla- chen Farmlands werden hier durch viele Hecken unterbrochen. Plötzlich erscheint linkerhand ein Park mit schönen hohen Bäumen und gepflegtem Rasen. Wir stoppen am Schild „Fairfield Museum“ – und kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Zwar erweist sich das klei- ne Museum als geschlossen, aber unter den Bäumen informiert eine große Tafel über die Umstände der Gründung von Fairfield am Thames River, an dessen Ufer der schmale Park liegt: Das Volk der Lenape, auch Delaware genannt, siedelte ursprünglich in einem Gebiet, das heute zu den US-Bundesstaaten Delaware, New Jersey, Pennsylvania und New York gehört. Sie waren jedoch zunehmend den Über- griffen weißer Siedler und Milizen und fortgesetzter Vertreibung bis hin nach Ohio ausgesetzt. Deutsche Wurzeln Deutsche Missionare der Brüdergemeinde aus Herrnhut in der Oberlausitz waren schon im 18. Jahrhundert in den USA unter
Zweisprachige Tafeln zur Geschichte Fairfields
der Bezeichnung „Moravian Church“ aktiv. Sie konnten vielen Lenape Schutz bieten – jedenfalls vorübergehend. Nach einem grausamen Massaker an mehr als 90 Lena- pe im Missionsdorf Gnadenhütten in Ohio im Jahr 1782 führten vier Missionare ihre „Schutzbefohlenen“ mit ihren Viehherden über die Grenze ins heutige Kanada zum Thames River.
63
Steine mit Namen symbo lisieren die Anordnung der Wohnhäuser.
Hier entstand inmitten der damaligen Wildnis bald das prosperierende Dorf Schönfeld (später englisch: Fairfield), eine der ältesten Ansiedlungen in dieser Region. Etwa 150 bis 200 Lenape bauten hier Mais an, hielten Weidetiere, ernteten
Made with FlippingBook Online newsletter maker