360° NordAmerika 03/2025: Leseprobe

Erlebt mit uns die spektakuläre Natur in den kanadischen Provinzen Manitoba und Saskatchewan sowie in zahlreichen anderen Regionen Kanadas und der USA!

360° NORD AMERIKA – Reisen, Natur und Gesellschaft KANADA & USA Ausgabe 3/2025 360grad-travel.club

360°

Manitoba und Saskatchewan Spektakuläre Natur in Kanadas Norden

MARYLAND Fünf gute Gründe für Baltimore NORTH CAROLINA 48 Stunden in Raleigh: Geschichte trifft Lebensfreude

DKG JOURNAL Kanadas Hidden Champions

D,A, Europa: 9,50€ Schweiz: 13,60CHF

ISBN 978-3-96855-671-0

9 783968 556710

Die Rundum-Perspektive für Kanada und die USA NORD AMERIKA

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Nordamerika begeistert weiter. Urlauber und Reisende schwärmen nach wie vor von der Natur und den Städten. Ob am Icefields Parkway in Kanada, in Alaska oder in Las Vegas – die Attraktionen fas- zinieren weiter. Doch wie sich Reisen und Orte verändern können, zeigt Jasper in den kanadischen Rocky Mountains: Nach den verheerenden Waldbränden und Zer- störungen erleben der Ort und der gleich- namige Nationalpark gerade ein Come- back. Unser Autor Jörg Michel, der selbst einige Jahre dort gelebt hat, berichtet von seinem Besuch in diesem Sommer. Kanada steht auch im Special dieser Aus- gabe im Mittelpunkt: mit seinen Weiten und seinem Wildlife in Manitoba und Saskatchewan! Churchill ist nicht nur die selbsternannte Hauptstadt der Eisbären, sondern punktet im Sommer zudem mit eindrucksvollen Begegnungen mit Beluga- walen und der vielfältigen Tundra. Leuch- tend in Herbstfarben präsentiert sich der Riding Mountain National Park, den Ole Helmhausen für Sie besucht hat. Und Wolfgang Opel schwärmt vom abgeschie- denen Prince Albert National Park. Ganz Eigenartiges hat Günther Kast in British Columbia vor die Linse seiner Kamera bekommen: seltene Kermode-Bären, auch bekannt als Spirit Bears.

Und in den USA? Natürlich ist New York ein Topziel. Doch Big Apple hat mehr zu bieten als Manhattan und Brook- lyn Bridge: Wir empfehlen Ihnen einen Streifzug durch die Bronx. Auf den Spu- ren der Amerikanischen Revolution vor 250 Jahren in Boston war derweil Martin Wein unterwegs – und hat neben Histo- rie auch Innovatives entdeckt. Ebenfalls für amerikanische Geschichte steht Balti- more. Wir liefern Ihnen fünf Gründe für einen Besuch in Marylands größter Stadt, die zugleich mit East-Coast-Lifestyle begeistert. Nochmals Geschichte, zwei überraschende Museums-Schätze und viel Lebensfreude hat Christian Dose in Raleigh, der Hauptstadt von North Caro- lina, erlebt. Für Verena Wolff ist Arkansas ein nicht ganz typischer Südstaat, wie sie bei ihrem Roadtrip zu Bill Clinton und der Familie Walmart erlebt hat. Und zwischen Bourbon und Bier war Ralf Johnen in der Region Cincinnati unterwegs.

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Viel Spaß beim Lesen und Entdecken in NordAmerika!

Ihre Redaktion 360° NordAmerika

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Der Inner Harbor ist Baltimores Wahrzeichen Nummer 1.

Inhalt Kanada

26 Prince Albert National Park – Entdeckertour in Saskatchewan

8 Churchill im Sommer – Wildnis, Wale und endlose Tage

YUKON

34  British Columbia: Weiß auf Schwarz

Whitehorse

NORTHWEST TERRITORIES

Iqualuit

NUNAVUT

Yellowknife

NEWFOUNDLAND & LABRADOR

BRITISH COLUMBIA

ALBERTA Edmonton

St. John's

MANITOBA

QUÉBEC

PRINCE EDWARD ISLAND

SASKATCHEWAN

Charlottetown

Victoria

ONTARIO

Fredericton

NOVA SCOTIA

Regina Winnipeg

Québec

Halifax

NEW BRUNSWICK

OTTAWA

30 Nach dem Feuer: Jasper steht vor dem Comeback

Toronto

18 Riding Mountain National

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Park – Runterkommen, wo die Bisons wohnen

Einsteigen

3 Starten

DKG Journal 41  Entdeckerpersönlichkeiten und Städtegründer 43  Legendäre Gestalten des Kanadischen Westens 46  Der „erste“ in Kanada geborene Generalgouverneur 47  Historiker, Militär, Politiker, „Erfinder der Ahorn- flagge“ 48  „The Medium is the Massage“ 50  Entdecker des Insulins 51  Telegrafenjunge, Dampflokführer, Eisenbahnmagnat, Architekt, Kunstsammler 52  Ski Doo, Sea Doo und CRJ 53  Kataloge, Donuts und Fritten 55  Verleger, Politiker, Visionär 56  Die Aktivisten 58  Der Kanadier, der Basketball erfand 50  Next Stop: Bonn – wie Kanada das Rheinland eroberte

6 News

Kanada

8 C hurchill im Sommer – Wildnis, Wale und endlose Tage 18 R iding Mountain National Park – Runterkommen, wo die Bisons wohnen 26 Prince Albert National Park – Ent- deckertour in Saskatchewan 30 N ach dem Feuer: Jasper steht vor dem Comeback 34 B ritish Columbia: Weiß auf Schwarz

ALASKA

USA

64 Boston –Auf den Spuren der Amerikanischen Revolution vor 250 Jahren

NEW YORK

MA

New York City

MARYLAND

Washington DC

70 New York – Streifzug durch die Bronx

NORTH CAROLINA

ARKANSAS

Dallas

TEXAS

HAWAII

76 Fünf gute Gründe für Baltimore

98 Texas: Musik. Wild im Westen

92 Arkansas – Ein nicht ganz typischer Südstaat

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USA

98 T exas: Musik. Wild im Westen 104 W ashington State: Das sind die Lieblingsorte der Einheimischen Ausblicken

64 B oston –Auf den Spuren der Amerikanischen Revolution vor 250 Jahren 70 N ew York – Streifzug durch die Bronx 76 F ünf gute Gründe für Baltimore 84 4 8 Stunden in Raleigh – Geschichte trifft Lebensfreude 90 C incinnati – Blends, Pints und ein bisschen Theater 92 A rkansas – Ein nicht ganz typischer Südstaat

106 Ausblicken

106 Impressum

Churchill im Sommer Wildnis, Wale und endlose Tage

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Naturschauspiel: An der Hudson Bay versammeln sich von Juni bis August viele Belugawale.

I m kurzen subarktischen Sommer erwacht in Churchill das Leben. Zwischen Belugawalen, bunten Blumen und weiten Tundralandschaften zeigt sich Kanadas Norden von seiner sanfteren Seite. Doch Vorsicht! Gelegent- lich ziehen auch Eisbären ihre Runden ... „Einsteigen bitte“, ruft der Schaffner am Bahngleis in Winnipeg, und schon ver- lässt der Zug Nummer 693 die Stadt. Auf unserem langen Weg an die Hudson Bay fahren wir mit unseren Waggons von Via Rail erst an riesigen Weizen- und Raps- feldern vorbei, dann an einer schier end- losen Kette von Seen und Flüssen. Es geht geradeaus, immer geradeaus, scheinbar in die Unendlichkeit hinein. Es ist Frühsommer, der Zug durchquert die Tundra, stundenlang, tagelang. Mit Tempo 30 wippen wir über die fragilen Gleisbette im Permafrost. Unser Ziel: Churchill, die sogenannte Eisbärenhaupt- stadt der Welt. Ob wir auch im Sommer einige der größten Landraubtiere sehen werden? Ob die vielen Belugawale schon vor Ort sind, um in den Gewässern der Hudson Bay ihre Jungen aufzuziehen?

Knapp zwei Tage dauert die Zugfahrt in den hohen Norden, bei der die Sonne im kurzen subarktischen Sommer kaum untergeht. Mit an Bord des Zuges mit sei- nen silbernen Retro-Waggons: Touristen, die in Churchill Wildtiere beobachten wollen. Auch indigene Kanadier fahren mit, denn der Zug bietet neben dem Flug- zeug den einzigen Zugang nach Churchill. Eine Straße dorthin gibt es nicht. Abenteuer pur Am Morgen gibt’s ein letztes Frühstück, dann quietschen die Bremsen. Angekom- men! In Churchill hat es 20 Grad Celsius, doch über den Bahnsteig des 900-Ein- wohner-Dorfes pfeift ein kühler Wind. Die Schaffnerin berichtet, dass unweit des Gleises vor ein paar Stunden ein streu- nender Eisbär gesichtet wurde. Wildhüter haben ihn mittlerweile vertrieben. Das Abenteuer kann beginnen. Der erste Blick aus dem Tourbus offen- bart eine faszinierende Landschaft: Statt Wäldern erkennen wir Felsen, kleine Bäume und Büsche sowie die Gewässer der Hudson Bay, einem riesigen Rand- meer des Atlantiks. Ein gelbes Schild im Straßengraben warnt vor Eisbären. Sie

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Ankunft in der Tundra: der Bahnhof von Churchill

Jörg Michel

Jörg Michel lebt in Calgary in Kanada und schreibt für Medien wie Geo, Welt am Sonntag oder die Frankfurter

Das Eisbärengefängnis liegt am Rande des Ortes.

Allgemeinen Sonntagszeitung. Er ist Autor der Reiseführer „British Columbia und Alberta - 50 High- lights abseits der ausgetretenen Pfade“, die bei 360° medien erschienen sind. Online findet man ihn auf Facebook unter „Jörg Michel – Stories and Disco- veries in Canada“ oder auf joergmichel.ca

versammeln sich gewöhnlich im frühen Winter in Churchill, um an der gefrieren- den Hudson Bay Robben zu jagen. Doch auch im Sommer verirrt sich immer wieder der eine oder andere Bär ins Dorf. Dann landet er oft im Eisbärengefäng- nis, einer riesigen Halle vor der Stadt. Dort werden die Tiere für ein paar Tage gehalten, bis sie von Wildhütern per Hub- schrauber in der Wildnis ausgesetzt wer- den. Bei einem kurzen Stopp entdecken wir im Hof Eisbärenfallen aus Metall. Sie sind heute leer – wie auch die Halle selbst. Mit dem Boot zu den Walen Bekannt ist Churchill in den Sommermo- naten vor allem für Belugawale. Von Juni bis August versammeln sich Tausende der zumeist weißen Säuger an der Mün-

dung des Churchill River und der Hudson Bay am Rande des Orts. Es ist die größte Konzentration der Tiere weltweit. Die bis zu fünf Meter langen Wale ziehen in der Bucht ihren Nachwuchs auf, bevor sie im Winter ins offene Meer zurückkehren.

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„Belugawale sind sehr intelligente Tiere“, berichtet Kapitän Remi Allen, bevor er uns anderntags mit seinem Aluboot von Sea North Tours aus dem Hafenbecken von Churchill steuert. Kaum haben wir die offene See erreicht, folgen uns die ersten Wale. Sie begleiten das Boot mit grazilem Flossenschlag, tauchen auf und ab. Manche kommen uns so nahe, dass wir meinen, ihr Lächeln zu erkennen.

Besucher können den Be- lugawalen im Boot oder Kajak näher kommen.

Mit Hilfe eines Unterwassermikrofons hören wir, wie sie sich scheinbar unter- halten. Die Wale zirpen und quieken, fast als würden sie sich über die neugierigen Touristen an Bord amüsieren. Historie Irgendwann hält das Boot an einem Steg auf der anderen Flussseite. Hier hat die Hud- son's Bay Company im 18. Jahrhundert eine mächtige Verteidigungsanlage in die Tun- dra gebaut, um den britischen Pelzhandel zu schützen. „Das Leben der Soldaten war hart“, berichtet Parks Canada-Guide Max- well Burke während einer Tour. „Ackerbau war nicht möglich, ein Versorgungsschiff kam nur einmal im Jahr.“ Die Tour findet unter den wachsamen Augen von Bären-Wächtern statt. Die Männer tragen Gewehre und haben sich mit ihren Geländefahrzeugen rund um das Fort Prince of Wales aufgebaut, um

Das Fort Prince of Wales liegt am Rande der Hud- son Bay und wurde auf Permafrost gebaut.

Wir beobachten die Wale durch die Was- seroberfläche hindurch. Manchmal tau- chen die Säuger unter dem Boot hindurch, manchmal halten sie inne, sodass wir ihnen direkt in die Augen sehen können.

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Sea North Tours: mit dem Alu- oder Zodiacboot zu den Belugawalen und zum Fort Prince of Wales, ab 172 CAD pro Person, seanorthtours.com Frontier North : Tagestour in die Tundra mit Tundra Buggy, 279 CAD pro Person; frontiersnorth.com UNTERKUNFT Iceberg Inn: rustikales Hotel im Ortszentrum unweit des Bahnhofs, DZ ab 260 CAD; 186 Kelsey Boulevard,

travelmanitoba.com/churchill/

ANREISE Flug: Von Winnipeg mit Calm Air in zweieinhalb Stun- den nach Churchill. Die Linienflüge verkehren im Som- mer mehrmals die Woche, ab 800 CAD pro Strecke. Viele Besucher nutzen auch Charter-Maschinen, die vom jeweiligen Touranbieter gebucht und über diesen bezahlt werden; calmair.com Zug: Train 693 von Via Rail von Winnipeg. Der Zug braucht 45 Stunden und fährt an zwei Tagen in der Wo- che, Economy ab 250 CAD pro Strecke, mit Schlafabteil ab 350 CAD; viarail.ca AKTIVITÄTEN Pauschalpakete: Das viertägige „Beluga, Bears and Bloom"-Paket von Frontiers North Adventures be- inhaltet die Anreise nach Churchill mit dem Flugzeug, Unterkunft mit Vollpension sowie Tagesausflüge zu den Belugawalen und Eisbären, ab 7.500 CAD pro Person; frontiersnorth.com

Churchill, MB R0B 0E0, iceberginn.ca

Churchill

Thompson

Flin Flon

MANITOBA

Regina

Winnipeg

Brandon

die Besucher vor Eisbären zu schützen. „Falls ein Bär auftaucht, bitte nicht rennen“, warnt Burke und fügt hinzu: „Wir wissen, wie wir sie vertreiben.“ Nötig ist es an diesem Tag nicht. Die Bären bleiben fern. Auf der Suche nach Eisbären Auf die Spuren der Landraubtiere machen wir uns auch am nächsten Tag in einem Geländefahrzeug mit gewaltigen Reifen, die so hoch sind wie ein Auto. Tun- dra Buggy nennt sich das Fahrzeug, mit dem uns der Touranbieter Frontiers North Adventures auf einer Tagestour durch die Tundra fährt. Der Fahrer Jim Bald- win drückt mächtig aufs Gaspedal. „Haltet Euch fest, ab jetzt geht es ziemlich auf und ab“, warnt er.

Ein Eisbär kühlt sich im Wasser der Hudson Bay.

gen. Doch das tun wir natürlich nicht, sondern starren unverdrossen durch unsere Ferngläser.

Dann auf einmal taucht er auf. In der Ferne am Ufer machen wir im flachen Wasser einen weißen Punkt aus. „Ein Eisbär, ein Eisbär“, ruft unser Guide – und tat- sächlich. Zwischen ein paar Felsen liegt in einer Bucht ein Bär im Wasser. Der riesige Säuger wirkt ganz cool und entspannt. Als wir uns mit dem Boot vorsichtig nähern, hebt er ab und zu den Kopf, schüttelt sein Fell und schaut zu uns herüber. Doch der Eisbär hat kein Interesse an uns. Er lässt sei- nen mächtigen Körper wieder abgleiten in die kühlen- de Hudson Bay, wendet sich ab und döst weiter vor sich hin. Wir dagegen können unser Glück kaum fassen. Der Eisbär ist nur etwa hundert Meter von unserem Boot entfernt. Objektive fahren aus, Kameras klicken, Smart- phones filmen. Wow. Ein wahrhaftiger Eisbär!

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Sommerblüte in Churchill

Baldwin hält Wort. Stundenlang geht es über Stock und Stein mitten durch den Permafrost, durch Schlammlöcher und Moore, vorbei an Weiden mit arktischen Wildblumen: pinkfarbenem Feuerbusch, gelben Arnika, roten Bärentrauben. Über uns fliegen Adler und Schneegänse, ab und zu huscht ein Fuchs vorbei. In einem Gebüsch steht ein Rentier und sucht nach Moosen. Eisbären? Wieder Fehlanzeige. Zurück aufs Wasser Auf unserer letzten Ausfahrt mit einem Zodiac- Schlauchboot verlassen wir die Flussmündung von Churchill in Richtung offenes Meer. Die Sonne brennt und die Haut schwitzt im gar nicht so kalten Polar. Am liebsten würden wir unsere engen Schwimmwesten abstreifen und ins kühle Nass der Hudson Bay sprin-

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Wildnis. Freiheit. Abenteuer. Unterwegs mit Gangler’s Sub-Arctic im ungezähmten Norden Manitobas

I m äußersten Norden Manitobas, weit entfernt von Straßen und Zivilisation, liegt das Gebiet des North Seal River – eines der letzten unbe- rührten Naturjuwelen der Provinz. Nur per Flugzeug erreichbar, breitet sich hier eine endlose Weite aus, in der die Prärie in borealen Wald übergeht und unzählige Seen und Flüsse die Landschaft durch- ziehen. Weite Teile dieser Wildnis sind bis heute unberührt – kein Mensch hat je einen Fuß dorthin gesetzt. Stattdessen streifen Bären, Elche, Karibus und Wölfe durch die stille, ungezähmte Natur. Der Norden ist ein Mysterium – ein Ort mit eigenen Regeln, klarer Luft, stillen Näch- ten und einem Hauch von Magie.

Relaxte Stunden in der Gangler’s North Seal River Lodge: Höchster Komfort in abgelegener Natur

Mitten in dieser entlegenen Welt liegt die Gangler’s North Seal River Lodge, direkt am Ufer des Egenolf Lake, rund 100 Kilo- meter südlich von Nunavut. Ein idealer Standort, um die abgelegene Wildnis des hohen Nordens zu erkunden. In der Morgendämmerung beginnt die Reise in Winnipeg: An Bord einer Maschi- ne der Calm Air lässt man die Stadt schnell hinter sich. Aus der Vogelperspek- tive verändert sich die Szenerie spürbar, je weiter man sich dem sprichwörtlichen „Ende der Welt“ nähert, bis das Flugzeug schließlich auf einer sandigen Piste landet – der modernsten ihrer Art im Norden Manitobas. Eine ganze Armada gelände- gängiger RTVs (Rugged Terrain Vehicles) nimmt die Gäste in Empfang und bringt

Flug über die Gangler’s North Seal River Lodge

Der Betrieb der Lodge ist eine logistische Meisterleistung: Baumaterialien, Lebens- mittel, Treibstoff – alles muss akribisch geplant und eingeflogen werden. Die nächste Einkaufsmöglichkeit ist über 1000 Kilometer entfernt. Sobald die Cabins bezogen sind, beginnt die Erkundung: Die Region des North Seal River umfasst mehr als zwölf Flusssyste- me, über 100 Seen und das größte Gebiet seltener Sand-Esker im Norden Kanadas. Diese langgestreckten Sandrücken sind nach dem Ende der letzten Eiszeit vor mehr als 8000 Jahren entstanden. Sie erheben sich auf über 100 Metern in die Höhe und bieten spektakuläre Ausblicke auf die Landschaft! Einige von ihnen sind mehr als 200 Kilometer lang und wurden seit Jahrhunderten von Wildtieren und indigenen Völkern als natürliche Wege durch die Wildnis genutzt.

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sie zur Lodge, wo gemütliche Cabins und eine urige Haupthütte mit Kamin auf sie warten. Schon am ersten Morgen gibt es ein herzhaftes Frühstück mit Eiern, Speck und frisch gepresstem Orangensaft.

Mit dem RTV auf Wilderness-Tour

Elche (Moose) sieht man hier immer wieder, während Guide Brian viel Wissenswertes verrät.

Per RTV geht es auf holpriger Fahrt über die Esker. Unterwegs wird angehalten, um die Aussicht zu genießen und mehr über die Tier- und Pflanzenwelt zu erfahren. Riesige Teppiche von Wacholderbeeren und dichtes Dickicht aus Rhododendron sehen aus wie gemalt. Der Guide Brian ist Biologe mit Leidenschaft für Kräuterkun- de und erzählt von der medizinischen Ver- wendung der Pflanzen durch die indige- nen Völker. Auch riesige Granitfindlinge, stille Zeugen der Gletscherzeit, säumen den Weg. Die Esker laden zu Wanderun- gen, Fatbike-Touren und Tierbeobachtun- gen ein. Mit etwas Glück kreuzt ein Elch oder sogar ein Wolf den Weg.

Nicht selten stolpert man auch über archäologische Spuren: indigene Pfeilspit- zen und Werkzeuge, die sorgfältig doku- mentiert und für die nächsten Entdecker an Ort und Stelle belassen werden. Auch alte Portagen und versteckte Trapperhüt- ten zeugen von der spannenden Vergan- genheit der Region. Rund um die Lodge bieten die Gewäs- ser hervorragende Angelmöglichkeiten. Selbst Anfänger haben gute Chancen, Zander, Hecht oder Forelle an Land zu ziehen. Nach einem Vormittag auf dem Wasser gibt es dann das typische „Shore Lunch“: frisch gefangener Fisch, von den

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Unterwegs mit dem Wasserflugzeug

Immer wieder ein Spekta- kel der Natur: funkelnde Polarlichter

indigenen Angel-Guides geschickt in guss- eisernen Pfannen am offenen Feuer zube- reitet – ein typisch kanadisches Erlebnis. Nach aufregenden Erkundungen an Land und auf dem Wasser wartet nun eine weitere Perspektive: Ein Wasserflugzeug bringt die Gäste noch weiter nach Nor- den – zum entlegenen Courage Lake. Der Flug über die unberührte Landschaft ist atemberaubend und offenbart eine Welt ohne Straßen, durchzogen von Wasser, Wald und Tundra. Nach der Landung jen- seits der Baumgrenze reicht die Vegeta- tion maximal bis zum Knie und der Blick schweift ungehindert über die endlose Weite. Es gibt Pilze in leuchtendem Rot, und Moltebeeren, die so prall sind, dass sie beim Pflücken zwischen den Fingern explodieren. Wer mag, kann zu Fuß die Grenze nach Nunavut überqueren. Im

Herbst ziehen Karibuherden durch die- ses Gebiet – ein faszinierendes Spektakel, besonders für Fotografen auf der Suche nach einem einzigartigen Motiv. Zurück an der Lodge ist Wohlfühlen ange- sagt. Am frühen Abend werden die Gäste mit Appetithäppchen begrüßt, gefolgt von einem mehrgängigen Gourmet-Abendes- sen, das nicht nur kulinarisch verwöhnt, sondern auch das Herz erwärmt. Wenn die Sonne untergeht, treibt es die Gästeschar nochmals nach draußen, ein Gläschen Chardonnay in der Hand, um das Aufgehen der Sterne zu beobachten und dem Knacken des Lagerfeuers zu lauschen. Mit etwas Glück tanzen dazu in klaren Nächten die Polarlichter am Him- mel und erfüllen die Nacht mit der Magie des Nordens.

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Travel Manitoba travelmanitoba.com Gangler's Sub Arctic ganglersadventures.com buchbar bei SK Touristik | Kanadafieber kanadafieber.de

Kanadischer Klassiker: frisch gefangener Fisch, direkt am Ufer zubereitet

Prince Albert National Park Entdeckertour in Saskatchewan

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Aussicht zum Staunen: unterwegs als Familie im Prince Albert National Park

Bücher Entdeckungsreisenden Samuel Hearne, Alexander Mackenzie, John Franklin und George Back haben schon lange unsere Neugier geweckt. Wir wollen unterwegs einige der beschriebe- nen Orte und Landschaften aufsuchen: Lake Winnipeg, North Saskatchewan River, The Pas und eben den Prince Albert National Park. Anreise mit sehenswertem Umweg der Unser Weg von Winnipeg zum Prince Albert National Park führt uns entlang des riesigen Lake Winnipeg nach Grand Rapids, wo einst gewaltige Wasserfällen herabstürzten. Hier waren die frühen Ent- decker auf ihren Wegen von der Hudson Bay oder den Großen Seen vorbeigekom- men. Wir halten eine ausführliche Rast in Gedenken an die Reisenden vor 200, 300 Jahren, die ihr Gepäck und die Kanus auf anstrengenden Umwegen um die Wasser- fälle tragen mussten. Wir hingegen fahren mit dem Auto weiter südlich auf der Route 60 nach The Pas – einem Städtchen, das noch heute Kreuzungspunkt für Reisen in den Norden oder den Westen ist. Das vom Hotel fürs Abendessen empfohle- ne, angeblich einzige Restaurant des Ortes ist überfüllt. Auf Fastfood haben wir keine Lust, aber dann entdecken wir am Rand des Ortes doch noch ein Restaurant, das Kikiwak Inn. Das auffällig schön gestaltete Gebäude gehört zum Reservat der Opask- wayak-Cree. Hier ist noch viel Platz, das Essen ist exzellent und die Bedienung freundlich, aber wir bleiben die einzigen „weißen“ Gäste. Das Zusammenleben mit der indigenen Bevölkerung scheint wohl auch heute noch nicht unproblematisch. Erster Spaziergang Am folgenden Tag erreichen wir nach 35 Kilometern auf der unbefestigten und teils rutschigen Route 9 und einer lan- gen Fahrt auf den Routen 55, 2 und 264 unser vorgebuchtes Hotel am Waskesiu Lake – Ausgangspunkt für unsere Erkun-

D er Nationalpark liegt in der Mitte der kanadischen Prärie-Provinz Saskatche- wan und damit etwas abseits der üblichen Touristenwege. Diese Region spielte eine bedeutende Rolle bei der Erschließung des Landes durch britische Kolonisatoren, die seit dem 17. Jahrhundert per Schiff über die Hudson Bay kamen und dann mit Kanus das Land weiter im Norden und Westen erkundeten. Sie waren von der Menge an Wild und besonders an Pelztie- ren überrascht. Bald kamen sie jedoch in Konflikt mit der dort seit Jahrtausenden lebenden indigenen Bevölkerung.

Herbstliche Pracht im Nationalpark

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Tierischer Zuschauer auf dem Golfplatz von Waskesiu

dungen im Prince Albert National Park. Der Ort liegt direkt am See und ist sehr touristenfreundlich. Spazierwege entlang des Ufers und durch den Park verbinden den weitläufigen Strand mit Spielplätzen, Ferienunterkünften, Geschäften und Res- taurants. Das Waskesiu Heritage Museum zeigt eine Ausstellung über den berühm- ten Grey Owl und seine indigene Frau Gertrude Bernhard, genannt Anahareo, deren Eltern Algonquin bzw. Mohawk waren. Grey Owl, der jahrzehntelang eine falsche Identität als „Halbblut“ vorgab, war jedoch ein Brite mit Namen Archibald Belaney. Die beiden wurden für ihr Enga- gement zum Schutz der Biber und ihres Habitats bekannt. Heute ist das Museum schon geschlossen, aber wir freuen uns auf die für morgen gebuchte Bootstour über den Kingsmere Lake, um dann nach zwei Kilometern Kurzwanderung zur ehe- maligen Hütte der beiden Naturschützer zu gelangen. Im Hotel werden wir jedoch von der Absage der Bootstour überrascht – aus Sicherheitsgründen, wegen starker Winde und hohem Wellengang. Hoffnung bleibt Am Morgen ist das Wasser des Sees jedoch nur leicht bewegt und wir fahren direkt zum Touranbieter, um ihn umzu- stimmen. Doch dort ist alles verriegelt – keiner da. Was nun? Wir entscheiden uns, mit dem Auto so weit wie möglich in Richtung Kingsmere Lake zu fahren und

Fotos von Anahareo und Grey Owl mit ihren Bibern

dann zu wandern, um wenigstens den See zu sehen, an dem Anahareo und Grey Owl einst lebten. Unterwegs grast ein mächti- ger Wapiti unweit der Straße. Nach kurzer Wanderung erreichen wir eine Weggabe- lung. Der Trail rechts führt direkt zur Hüt- te der beiden, ist aber 20 Kilometer lang. Auf eine Übernachtung im Zelt sind wir nicht vorbereitet. Zudem warnt ein Schild vor Bären entlang des Weges. Schweren Herzens entschließen wir uns für den deutlich kürzeren Kingsmere River Trail, der uns zuerst entlang der Boots-Portage zum Kingsmere Lake und danach am Ufer weiter zum Southend Camp Ground führt. Große blaue Libellen umschwärmen uns, der herrliche Blick über den großen See, die Stille und das warme Nachmittagslicht entschädigen uns etwas für den verpass- ten Ausflug zur Grey Owl Cabin. Doch da auch hier vor Bären gewarnt wird und keine anderen Wanderer zu sehen sind, kehren wir um.

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Sehnsuchtsblick über den Kingsmere Lake

Wolfgang Opel

Wolfgang Opel interessiert sich für „unwirtliche” Wüsten- und Polarregionen. Im Fokus stehen Landschaften, die dort leben-

den indigenen Völker und die Geschichte. Er ist Autor von „Nova Scotia – 50 Highlights abseits der ausgetretenen Pfade”, „Atlantik- Provinzen – 60 Tipps abseits der ausgetretenen Pfade”, Co-Autor der Miertsching-Biografie „Weil ich ein Inuk bin” und weiterer Bücher über Kanada und die Arktis.

Das Waskesiu Heritage Museum

Zurück in Waskesiu geht's ins Museum. Hier gibt uns die Replica der Hütte von Anahareo und Grey Owl einen Eindruck vom Leben der beiden auf engstem Raum mit ihren Bibern.

Jungen aufgezogen. Um ihnen ein natur- nahes Leben zu ermöglichen, führte von ihrem Bau in der Hütte ein Weg ins Freie. Diese Biber und ihre Vorgänger McGinty und McGinnis wurden die Helden von Grey Owls Büchern und seinen Vorträgen in England und Nordamerika. Das Leben des „Möchtegern-Indianers“ und Umwelt- schützers Grey Owl mit Anahareo wurde

Sie hatten sich eines Jungtiers – Jelly Roll – angenommen und später auch deren

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Abwechslung bieten Golf, Minigolf oder Wasser- sport (Kanu-, Kajak- und Paddelbrett-Verleih: waskesiumarina.com ). Geführte Bootstouren zur Grey Owl Cabin sind abhängig von den Wetterbedingungen ( waskesiu.org/explore-waskesiu ). UNTERKUNFT Hotel Hawood Inn: direkt am See gelegen, ab 195 CAD; 851 Lakeview Dr, Waskesiu Lake, SK S0J 2Y0, hawood.com Camping: ab 17,50 CAD, mit vollem Service ab 39,50 CAD, parks.canada.ca/pn-np/sk/princealbert/activ/cam- ping/avantpays-frontcountry

tourismsaskatchewan.com parks.canada.ca/pn-np/sk/princealbert

ANREISE Den Nationalpark erreicht man in zwei bis drei Stun- den von Saskatoon nordwärts über Routen 11, 2, 264; alternativ – wie hier beschrieben – in zwei Tagen von Winnipeg (Manitoba) nordwärts über Routen 6, 60, 10, 283, dann in Saskatchewan Routen 9, 55, 2, 264. Beide Städte sind mit Umsteigen, beispielsweise in Toronto, mit Air Canada zu erreichen. Für den Nationalpark gilt der Parks Canada Discovery Pass, ansonsten Eintritt 9 CAD, bis 17 Jahre frei.

Thompson

SASKATCHEWAN

Flin Flon

Prince Albert National Park

Edmonton

AKTIVITÄTEN Zahlreiche Wanderwege führen durch Wald und entlang des Wassers, dabei lassen sich Wildtiere beobachten. Schöne Strände laden zum Baden ein,

MANITOBA

Saskatoon

ALBERTA

ONTARIO

Calgary

Regina

Medicine Hat

Winnipeg

Brandon

durch den Film von Oscar-Preisträger Sir Richard Attenborough mit Pierce Brosnan als Hauptdarsteller international bekannt. Auf dem Mud Creek Trail Wir sind noch immer etwas unzufrieden mit der ausgefallenen Bootstour. Bei der Suche nach Alternativen werden wir auf den Mud Creek Trail aufmerksam, der im Süden des Waskesiu Lake zu einem Biberbau führen soll. Auf der Narrows Road erreichen wir einen gut besuchten Sandstrand, der als Ausgangspunkt für die Rundwanderung gilt. Ein schöner Nachmittagsspaziergang führt uns durch Wald und Sumpfland, vorbei an kleinen Seen. Zwei der drei Biberbaue entlang des Wegs sind wohl verlassen. Ein dritter, aber in ziemlicher Entfernung, scheint bewohnt zu sein, denn in das Gewirr von dickeren und dünneren Ästen sind fri- sche Zweige geflochten. Von den Bibern ist leider keiner zu sehen. Als wir zurück- kommen, ist der Strand leergefegt – es ist

Abendstimmung am Amiskowan Lake

kanadische Abendbrotzeit! Wie schon auf dem Hinweg begrüßt uns auf dem Weg ins Hotel ein wartender Fuchs am Rand der Schotterpiste. Wir bedauern sehr, dass unser Zeitplan nicht erlaubt, einen weiteren Vorstoß zur Grey Owl Cabin zu unternehmen. Doch jetzt wartet Saskatoon auf uns!

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Kanada Hier steppt der bär

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British Columbia: Weiß auf Schwarz Schwarz Autor: Günter Kast

Wer Glück hat, kann Kermodebä- ren im Great Bear Rainforest aus unmittelbarer Nähe beobachten. N ur an der schwer zu- gänglichen Pazifikküste im Nordwesten British Columbias lassen sich die seltenen Ker- mode-Bären beobachten: Schwarzbären mit weißem Fell. Es ist ein nebelverhangener Morgen, als ich mit Marven Robinson in ein Holzboot steige, um zu einer Bucht zu schippern, die Wolf Track Beach heißt. Der stämmi- ge Mitfünfziger mit den Stoppelhaaren gehört den First Nations der Gitga'at an und arbeitet als Wildnisführer. Er macht mir nicht allzu große Hoffnungen, einen weißen Bären zu entdecken. Im vergan- genen Jahr war Marven mit dem weltbe- kannten National-Geographic-Fotografen Paul Nicklen zwei lange Wochen auf der Lauer gelegen, bis sich endlich einer der scheuen Kermode-Bären die Ehre gab. Ungewissheit Doch gleich nach der Landung hellt sich Marvens Miene auf: „Riechst Du das?“, fragt er. Man kann es schwerlich nicht

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Auf Princess Royal Island leben besonders viele Spirit Bears.

Manche Bärenmütter haben schwarzen und weißen Nachwuchs.

riechen: Es stinkt penetrant nach verwe- sendem Fisch. „Das ist gut. Es zeigt, dass die Lachse bereits die kleinen Bäche zum Laichen hinaufziehen, um dort zu ster- ben“, erklärt er. Und das wiederum locke die Bären an, die im undurchdringlichen Regenwald ansonsten kaum zu finden wären. Marvens Stamm nennt sie „Spirit Bears" – Geisterbären. Es ist ein passender Name, denn die Schwarzbären mit dem weißen Fell leben verstreut über eine riesige Flä- che im gemäßigten Regenwald an der Nordküste British Columbias, der seit 2006 als sogenannter Great Bear Rain Forest unter Schutz steht. Wissenschaft- ler schätzen, dass weniger als 400 dieser Bären in dem sieben Millionen Hektar

großen Küstenabschnitt zwischen der Nordspitze von Vancouver Island und Alaska umherstreifen. Auf Princess Royal Island, wo wir auf Bären-Pirsch sind, soll es immerhin etwa 120 Kermode-Bären geben. So heißen sie offiziell, benannt nach dem Zoologen Francis Kermode, der sie Anfang des 20. Jahrhunderts zum ers- ten Mal in freier Wildbahn erforschte. Er schätzte, dass auf dem Festland nur einer von 40 bis 100 Schwarzbären ein weißes Fell besitzt. Auf Princess Royal Island hin- gegen soll einer von zehn Schwarzbären weiß sein. Fragen der Forscher und … Kermode hat herausgefunden, dass die Geisterbären keine Albinos sind. Und natürlich auch keine Eisbären, die so weit entfernt von der Arktis nicht vorkommen. Damit ihr Nachwuchs die auffällig helle Fellfarbe bekommt, müssen beide Eltern- teile eines weißen Bären das rezessive Gen MC1R besitzen, das bei Menschen für rote Haare und blasse Haut verant- wortlich gemacht wird. Die Eltern ihrer- seits müssen selbst aber nicht weiß sein. Es kommt deshalb vor, dass weiße Bären Eltern mit schwarzem Fell haben. Damit

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Auch normalen Schwarzbären begegnet

man an der Küste British Columbias.

enden aber auch schon die Erkenntnisse der Biologen. Warum sich der sogenann- te Kermodismus erhalten hat und welche Vorteile im Überlebenskampf er haben könnte, vermochten sie bis dato nicht schlüssig zu erklären. … Storys der First Nations Die hier seit Jahrtausenden lebenden Git- ga'at haben sehr wohl eine Erklärung für die weißen Bären: Sie erzählen sich, dass ihr großer Kreator, der Rabe, einen von zehn Bären weiß schuf, um die Menschen an die Zeit zu erinnern, als lebensfeindli- che Gletscher das Land im Klammergriff hielten, und dass sie dankbar sein sollen für die heutige Fruchtbarkeit der Küste. Viele Gitga'at schreiben den Geister- bären deshalb übernatürliche Kräfte zu und nennen sie „Spirit Bears“. Marven, der Biologie studiert hat, lächelt diplo- matisch, wenn er auf solche Geschichten

Buckellachse stehen auf der Speisekarte der Petze ganz oben.

Erst als die Europäer gegen Ende des 18. Jahrhunderts den Pelzhandel im großen Stil einführten, begannen indianische Jäger, Schwarzbären zu erlegen. „Doch es war ein Tabu, einen weißen Bären zu töten – so ist es noch heute. Bei Tisch haben wir nicht einmal über ihn gesprochen.“, sagt Marven. Für den Kermode-Bären war das eine Art Lebensversicherung. Die Gitga᾿at und benachbarte Stämme redeten nicht über ihn und vermieden so, dass die Pelztierjäger von ihm erfuhren. Und heutige Hobbyjäger und Wilderer? „Ich möchte niemandem empfehlen, ihn auf unserem Territorium zu erlegen“, sagt Marven mit Schärfe in der Stimme. Erfolgserlebnis Plötzlich knackt es in den Büschen. „Schau‘, dort drüben ist er“, flüstert Mar- ven. Ich sehe zunächst – nichts. Doch dann

angesprochen wird. Spurensuche

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Wir folgen dem Bach flussaufwärts. Im Wasser drängen sich dicht an dicht Buckellachse. Und am Ufer liegen die Kadaver von Hundslachsen. Es sieht aus wie auf einem Schlachtfeld. „Siehst Du die Fische mit dem abgebissenen Kopf?“, flüstert Marven. „Heute Nacht ist hier ein Rudel Wölfe für eine Lachs-Mahlzeit vor- beigekommen. Sie fressen nur die Köpfe der Fische, weil das Hirn der fettreichste Teil des Körpers ist.“ Wir stapfen weiter, immer tiefer hinein in diesen mit Moosen und Farnen umwucherten Märchenwald. An einer Stelle mit freiem Blick zum Fluss lassen wir uns nieder. Und warten. Mar- ven hat weder Tatzenabdrücke auf dem morastigen Boden entdeckt noch weiße Haarbüschel an den Ästen – kein gutes Zeichen. Stunde um Stunde vergeht. Um von den blutrünstigen Moskitos abzulenken, erzählt Marven Bären-Geschichten. Das Fleisch der Tiere habe bei den Gitga'at fast nie auf dem Speiseplan gestanden.

Fliegenfischer haben es hingegen auf die wohl schmeckenden Silber- lachse abgesehen.

über, dass er ihn für mich gefunden hat. Aber auch er selbst ist noch immer von diesen Tieren fasziniert, obwohl er sie bereits seit 15 Jahren studiert. Er könne es nicht beweisen, meint er. Aber er habe das Gefühl, dass die Weißen unterwürfiger und sensibler seien als die Schwarzen. Oft habe er beobachtet, wie ein „normaler“ Schwarzbär seinen weißen Verwandten vom Futterplatz verdrängt habe. Deshalb fühle er sich den Kermode-Bären beson- ders verpflichtet. Großzügige 15 Minuten schenkt uns der Spirit Bear, ehe er wieder im Dickicht verschwindet – wie ein Spuk, eine Erscheinung. Auf dem Rückweg zum Boot ist die Erinnerung an ihn nahezu irreal. Ich klicke durch meine Kamera, um mich zu vergewissern, ihn auch tat- sächlich gesehen zu haben. Später kata- pultiert mich ein Wasserflugzeug zurück in die Zivilisation. Nach dem Start fliegt die Pilotin eine langgezogene Schleife. Irgendwo dort unten tapst jetzt gerade ein Bär mit cremig weißem Fell durch den Wald.

Urlaub der besonderen Art: Kermode-Bären beobachten.

taucht ein schmutzig weißes Tier auf, das sich deutlich vom Grün des Regenwaldes abhebt. Es sieht ein bisschen aus wie die abgewetzten Wintersitzbezüge aus Lamm- fell, wie man sie früher im Auto benutzte. Oder wie ein Eisbär, der mal wieder in die Reinigung sollte. Es dauert eine Weile, bis ich begreife, dass wir tatsächlich einen der seltenen Geisterbären vor uns haben.

Marven beobachtet den Bären mit zufrie- denem Blick. Er freut sich diebisch dar-

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Mit Air Canada, Condor oder Lufthansa nonstop von Frankfurt/Main respektive München nach Vancouver, weiter mit Inlandsflügen nach Bella Bella und von dort mit dem Wasserflugzeug oder mit dem Boot zu den Lodges. AKTIVITÄTEN Beobachtung der Kermode-Bären: viertägige Touren ab 7200 CAD, ab Vancouver, inklusive Übernachtung, alle Mahlzeiten und Getränke, Guiding und Permits ( spiritbear.com ) Segeltouren: mit kleinen Segelschiffen und Kata- maranen in den Great Bear Rainforest, neuntägige und sehr exquisite Törns ab Bella Bella ab 9500 CAD ( mapleleafadventures.com/destinations/great-bear- rainforest )

Wrangell

Manning

Fort St. John

Ketchikan

Grande Prairie

Smithers Vanderhoof

Prince Rupert

Prince George

BRITISH COLUMBIA

Bella Coola

Bella Bella

Williams Lake

Port Hardy

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Boston Auf den Spuren der Amerikanischen Revolution vor 250 Jahren

In Boston liegen Geschichte und Gegenwart direkt neben- einander.

E in schauerliches Seufzen aus der Tiefe mischt sich mit lautem Stöhnen und Weh- klagen, als sei der Schlachtenlärm vom 17. Juni 1775 noch immer nicht verhallt. Dabei sind es nur die 294 Stufen im Granit-Obelisk zu Ehren der Schlacht von Bunker Hill, die den Besuchern die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Der Aufstieg auf das 64 Meter hohe Monu- ment ist kostenlos. Schließlich steht das Baudenkmal unter Schutz, denn der Obe- lisk war der erste seiner Art. Er entstand von 1827 bis 1843 noch vor dem bekannten Washington Monument in der Hauptstadt. „Er steht für den Fortschritt der Zivili- sation“, erklärt Chef-Parkranger Patrick Boyce. Dabei verhehlt der Veteran der US- Army nicht, dass der Koloss zu Ehren einer Schlacht errichtet wurde, die die Revolu- tionstruppen verloren hatten. „Aber für die Briten war es ein Pyrrhussieg. Einer- seits war die Zahl britischer Opfer mit 226 Toten und mehr als 800 Verletzten doppelt so hoch. Vor allem aber gewannen sie eine

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Der Obelisk erinnert an die Schlacht am Bunker Hill 1775.

Stellung, die ihnen strate- gisch nichts nützte, um Bos- ton zu halten. Der Mythos der Unbesiegbarkeit war so gebrochen.“ Was am Bunker Hill in Charlestown begann, endete acht Jahre später nur ein paar Meilen südlich in Boston. 1783 verließen die letzten britischen Truppen zum Ende des Unabhängig- keitskrieges die Stadt. Auf dem Freedom Trail … „In Philadelphia wurde der Papierkram erledigt“, sagt Theresa Richards, „aber wir hier in Boston haben für die Amerikanische Revolu- tion die Beinarbeit geleis- tet“. Soll heißen: Wichtige Schritte auf dem Weg zur Unabhängigkeit der USA

Common Park bis zum Bunker Hill führt, zeigt die junge Frau als Ehrenamtliche vie- le der historischen Schauplätze. Da ist die King’s Chapel, die der erste Gouverneur der Massachusetts Bay Colony 1688 ziem- lich unsensibel zunächst als Holzkirche für die Anglikaner auf den Friedhof der puritanischen Kolonie setzen ließ. „Diese Aktion war ein früher Quell der Unzufrie- denheit, der später zur Revolution führte“, erklärt sie. … durch die alte Hauptstadt Weiter geht es zum Old South Meeting House von 1729, das mit seiner weißen Turmspitze zuerst an eine Kirche erin- nert. „Es gab in der Kolonie keine Ver- waltung. Die Entscheidungen wurden in Townhall-Meetings getroffen“, sagt Richards. Deshalb sei es eine schiere Pro- vokation gewesen, als die Briten nur noch eine Versammlung im Jahr erlaubten, um damit Proteste gegen höhere Verbrauchs- steuern und ein drohendes Handels- monopol der British East India Compa- ny zu unterdrücken. Junge Männer wie John Hancock, Paul Revere und Samual Adams, der heute in Bronze gegossen mit

Dr. Martin Wein

Dr. Martin Wein arbei­ tet seit über 25 Jahren als freier Journalist und Buch­ autor. Er ist

Vorsitzender der Vereinigung Deutscher Reisejournalisten e. V. Nach einem ersten Besuch der USA mit 16 Jahren hat er das Land immer wieder bereist und kam nun zum zweiten Mal nach Boston. Als Historiker hat ihn das Entstehen einer neuen, modernen Nation in Nord­ amerika 1776 stets fasziniert.

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wurden in und um Boston gegangen. Bei ihren Touren links und rechts des Free- dom Trail, der mit einer roten Linie aus Steinen in vier Kilometern vom Boston

Die Faneuil Hall, die historische Markthalle, liegt heute zentral am Freedom Trail.

Seit 2012 liegen Nachbau- ten britischer Tea-Clipper in der Griffin’s Wharf.

verschränkten Armen vor der zentralen Faneuil Hall steht, begehrten als „Sons of Liberty“ dagegen auf. Als am kalten Abend des 16. Dezember 1773 die Zwangsentla- dung eines britischen Tee-Frachters droh- te, stürmten die jungen Männer aus dem South Meeting House zum Hafen, enter- ten drei britische Schiffe an der Griffin’s Wharf und kipppten 45 Tonnen billigen Tee in Holzkisten ins Hafenbecken. Von Historie … An Ort und Stelle erleben seit 2012 etwa 90.000 Besucher im Jahr die denkwürdige „Boston Tea Party“ in einer theatralischen Inszenierung nach. „Sind Sie auch gegen zu hohe Steuern“, fragt einer der Revolu- tionäre mit Kniebundhosen und Spitzhut in einem Nachbau des Meeting House. Wenig später stürmt die Gruppe den Nachbau eines britischen Tea-Clippers im Hafenbecken. Eine der Teekisten von damals wird abschließend im Museum als besondere Rarität gezeigt. Josiah George aus der Kreativ-Abteilung der Betreiber- Firma Historic Tours of America bildet die Darsteller für das interaktive Spek- takel aus, bei dem jede Viertelstunde einige Teekisten symbolisch über Bord gehen. „Die Neuengländer waren große

Teetrinker und Boston war ein wichtiger Importhafen“, erklärt er. Die hohen Steu- ern hätten aber zum Boykott und geführt. „Dass die Regierung damals Militär gegen das eigene Volk einsetzte, um Importzölle durchzusetzen, war der Anfang von ihrem Ende“, sagt er. Auch 250 Jahre später regt sich im liberalen Boston wie landesweit wieder lautstarker Protest gegen eine Bundesregierung, die mit der National- garde ganz ähnlich vorgeht. Tausende Demonstranten gingen am „No kings day“ Mitte Juni für Demokratie auf die Straße. „Es ist wichtig, dass wir unseren

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Im Tea-Party-Museum lassen Schauspieler Ge- schichte lebendig werden.

Besuchern die amerikanischen Werte und ihren Ursprung vermitteln“, findet auch Josiah George. Geradezu mickrig nimmt sich heute im Schatten der umgebenden Wolkenkratzer das Old State House an der Ecke Court- und Congress Street aus. Von seinem Balkon aus wurde nur zweieinhalb Jahre nach der Tea Party und ein Jahr nach der Schlacht am Bunker Hill die Unabhängig- keitserklärung der 13 Kolonien verlesen. Als Museum ist es erhalten geblieben. Auch Löwe und Einhorn zieren wieder die Fassade. In der Revolution hatte man die Symboltiere von England und Schottland kurzerhand vom Dach geworfen.

Vom Old South Meeting House brachen die Sons of Liberty zur Tea Party auf.

 meetboston.com ANREISE

The Beehive: 541 Tremont St, Boston, MA 02116, beehiveboston.com Folio at the Boston Atheneaum: 14A Beacon St, Boston, MA 02108, bostonathenaeum.org/folio UNTERKUNFT The Revolution Hotel: kleine Zimmer mit eigenem oder Gemeinschaftsbad, im Stadtzentrum, mexikanisches

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Lufthansa und Condor fliegen nonstop von Frankfurt respektive München zum Airport Boston Logan Inter­ national. Der Shuttlebus 88 fährt kostenlos zur Station der Blue Line Metro mit direktem Anschluss ins Stadt­ zentrum ( massport.com/logan-airport ). Mit Taxi oder Mitfahrtdienst rund 20 Minuten. AKTIVITÄTEN Bunker Hill National Historical Park: täglich außer Montag (im Winter auch Dienstag), kostenlos; Charles­ town Navy Yard, Boston, MA 02109, nps.gov/bost/learn/ historyculture/bhm.htm Boston Tea Party Ships & Museum: täglich, Eintritt 36 USD; 306 Congress St, Boston, MA 02210, bostonteapartyship.com Boston by Foot Tours: Road to Revolution Tour, rund zwei Stunden, 20 USD; bostonbyfoot.org Old South Meeting House: täglich geöffnet, Ticket 15 USD inkl. angrenzendem Old State House; 310 Wa­ shington St, Boston, MA 02108, revolutionaryspaces.org The Innovation Trail of Greater Boston: unterschied­ liche Touren ab 23 USD; theinnovationtrail.org ESSEN & TRINKEN Bistro du Midi: 272 Boylston St, Boston, MA 02116, bistrodumidi.com

Restaurant im Hof und Spy Bar im Keller, ab 300 USD; 40 Berkeley St, Boston, MA 02116, therevolutionhotel.com

Nashua

Lowell

Gardner

Salem

Harvard

Leominster

Cambridge

Boston

Worcester

Brockton

MASSACHUSETTS

Provincetown

Plymouth

Providence

Yarmouth

Coventry

New Bedford

Cape Cod

RHODE ISLAND

Newport

Falmouth

Nantucket

… zur Innovation „Aber Boston hat auch danach eine wich- tige Rolle für Amerika gespielt“, betont Scott Kirsby. Der Journalist war viele Jah- re lang Kolumnist für den Boston Globe. Im Ehrenamt hat er den „Innovation Trail“ mitbegründet, der das Erbe der Doppel- städte Boston und Cambridge sichtbar machen soll. 1636 war mit Harvard die älteste Hochschule der späteren USA ent- standen. 1861 kam das private Massachu- setts Institute of Technology (MIT) als technische Hochschule dazu. „Alexander Graham Bell führte hier das erste Telefon- gespräch über längere Distanzen“, erzählt Kirsby. In den 1940er-Jahren entwickelte Edwin Herbert Land hier die Polaroid- Kamera. Steve Jobbs ließ sich von deren simpler Gebrauchsanweisung zu seinem Apple-Computer inspirieren. Heute sind auf dem riesigen Campus Forschungen zu Biotechnologie, Robotik, Künstliche Intelligenz und Erneuerbaren Energien besonders präsent und werden von vie-

Scott Kirsby zeigt eine der ersten Polaroid-Kameras von 1948.

len Startups zu marktreifen Produkten weiterentwickelt. Aber auch das Hacking stammt vom MIT. „Erfunden wurde der Begriff im Modelleisenbahnclub der Stu- dierenden“, erzählt Kirsby. Inzwischen spielten die Jungforscher aber bevorzugt mit Robotern.

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USA Auf dem Weg zur Traumreise

Mit DIAMIR auf Abenteuerreise zwischen Mega-Metropolen, kultureller Vielfalt, Nationalparks und Naturwundern. www.diamir.de/usa

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