Seit 2012 liegen Nachbau- ten britischer Tea-Clipper in der Griffin’s Wharf.
verschränkten Armen vor der zentralen Faneuil Hall steht, begehrten als „Sons of Liberty“ dagegen auf. Als am kalten Abend des 16. Dezember 1773 die Zwangsentla- dung eines britischen Tee-Frachters droh- te, stürmten die jungen Männer aus dem South Meeting House zum Hafen, enter- ten drei britische Schiffe an der Griffin’s Wharf und kipppten 45 Tonnen billigen Tee in Holzkisten ins Hafenbecken. Von Historie … An Ort und Stelle erleben seit 2012 etwa 90.000 Besucher im Jahr die denkwürdige „Boston Tea Party“ in einer theatralischen Inszenierung nach. „Sind Sie auch gegen zu hohe Steuern“, fragt einer der Revolu- tionäre mit Kniebundhosen und Spitzhut in einem Nachbau des Meeting House. Wenig später stürmt die Gruppe den Nachbau eines britischen Tea-Clippers im Hafenbecken. Eine der Teekisten von damals wird abschließend im Museum als besondere Rarität gezeigt. Josiah George aus der Kreativ-Abteilung der Betreiber- Firma Historic Tours of America bildet die Darsteller für das interaktive Spek- takel aus, bei dem jede Viertelstunde einige Teekisten symbolisch über Bord gehen. „Die Neuengländer waren große
Teetrinker und Boston war ein wichtiger Importhafen“, erklärt er. Die hohen Steu- ern hätten aber zum Boykott und geführt. „Dass die Regierung damals Militär gegen das eigene Volk einsetzte, um Importzölle durchzusetzen, war der Anfang von ihrem Ende“, sagt er. Auch 250 Jahre später regt sich im liberalen Boston wie landesweit wieder lautstarker Protest gegen eine Bundesregierung, die mit der National- garde ganz ähnlich vorgeht. Tausende Demonstranten gingen am „No kings day“ Mitte Juni für Demokratie auf die Straße. „Es ist wichtig, dass wir unseren
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Im Tea-Party-Museum lassen Schauspieler Ge- schichte lebendig werden.
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