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FONDATION BEYELER Die vor Wochenfrist eröffnete Ausstellung «Der junge Picasso – Blaue und Rosa Periode» ist die bis dato hochkarätigste des Museums

Meilensteine auf Picassos Weg zum Weltstar In ihrer neuen Schau widmet sich das Beyeler-Museum den

Gemälden und Skulpturen des frühen Pablo Picasso aus der sogenannten Blauen und Rosa Periode. Loris Vernarelli Kennen Sie Picasso und seine Kunst? Ja? Gut. Wundern Sie sich aber nicht, wenn Sie auf dem Rundgang durch die neue Ausstellung in der Fondation Beyeler dennoch Ihr «blaues und rosa Wunder» erleben, wie Sam Keller am letzten Frei- tag vor den Medien versprach. Seine amüsante Anspielung auf den Titel der Schau – «Der junge Picasso – Blaue und Rosa Periode» – zeugte von der guten Laune des Museumsdirektors. Denn auf diesen Tag, den Tag der Ausstellungser- öffnung, hatten er und sein Team ganze vier Jahre hingefiebert. Wenn er vom «aufwendigsten und ambitioniertesten Ausstellungsprojekt in der Geschichte der Fondation Beyeler» sprach, vomVer- sicherungswert in der Höhe von rund vier Milliarden Franken, von den kost- baren Kunstwerken, die «in dieser Fülle wohl nicht mehr gemeinsam, an einem Ort versammelt, zu sehen sein werden», schwangen in seiner Stimme Stolz und Freude mit. In der in Zusammenarbeit mit den Musées d’Orsay et de l’Orangerie sowie demMusée national Picasso-Paris orga- nisierten Ausstellung sind 75 meist nur sehr selten ausgeliehene Gemälde und Skulpturen zu sehen. Die Kunstwerke der blauen und Rosa Periode sind 1901 bis 1906 in Spanien und Frankreich ent- standen und zählen zu den schönsten und emotionalsten der Moderne. «Sie gehören zu den kostbarsten Kunst- schätzen überhaupt», betonte Kurator Raphaël Bouvier, bevor er auf den Inhalt der Ausstellung näher einging. Menschen in höchster Existenznot Die Ausstellung setzt mit Werken ein, die Anfang 1901 zunächst noch in Madrid und danach vor allem während Picassos zweitem Aufenthalt in Paris entstehen. Der Künstler ist erst 20 Jahre alt und steht noch unter dem Einfluss von van Gogh und Toulouse-Lautrec. Seine farbenfrohen Gemälde machen aber bald Arbeiten Platz, in denen die Farbe Blau zum vorherrschenden Aus- drucksmittel wird und welche die soge- nannte Blaue Periode einleiten. Bilder wie «Le Repas de l’aveugle» oder «La vie» stellen gesellschaftlich marginalisierte

Raphaël Bouvier, Claude Picasso und Sam Keller (v.l.) vor Pablo Picassos «Autoportrait» (1901). Daneben eines der berühmtesten Gemälde des Künstlers: «La Vie» (1903, Öl auf Leinwand, 197 x 127,3 cm; The Cleveland Museum of Art, Schenkung Hanna Fund © Succession Picasso / 2018, ProLitteris, Zürich).  Fotos: Matthias Willi / The Cleveland Museum of Art

Menschen in höchster Existenznot dar. In den Werken dieser Zeit spiegelt sich auch Picassos eigene prekäre Lebensla- ge vor seinem künstlerischen Durch- bruch. Mit der endgültigen Übersiedlung nach Paris beginnt 1904 eine neue Etappe in Leben und Werk des Künst- lers. In dieser Zeit entstehen die be- rühmten Bilder mit Gauklern, Artisten und Akrobaten, die farblich dank der Rosa- und Ockertöne einen Bruch mit der «blauen» Vergangenheit darstellen. 1906 setzt sich Picasso mit seiner Weg- gefährtin und Muse Fernande Olivier für einige Wochen ins katalanische Bergdorf Gósol ab, wo er Menschen in idyllischen, ursprünglichen Szenerien malt. Zurück in Paris und auf der Suche nach einer neuen künstlerischen Au- thentizität, bringt der Künstler impo- sante weibliche Akte auf die Leinwand, die sich stark von den zarten Gestalten der Zirkuswelt unterscheiden. Ihre ra- dikale Fortführung findet diese neuar- tige Figurenkonzeption – Bouvier sprach von einer «neuartigen Form fi- gürlicher Reduktion und Einfachheit» – 1907 in den Werken, die zu Picassos revolutionären, den Kubismus einläu-

Skulpturen schuf, wenn er sich in einer künstlerischen Sackgasse befand. Wie dennPicasso als Vater gewesen sei, woll- te Sam Keller noch wissen. Etwas verle- gen meinte Claude: «Wie halt Väter so sind: Manchmal strenger, manchmal weniger.»

Die Ausstellung «Der junge Picasso – Blaue und Rosa Periode» ist noch bis am 26. Mai in der Fondation Beyeler zu sehen. Informationen zu Öffnungszei- ten, Eintrittspreisen, Führungs- und Spezialangeboten sind auf der Webseite www.fondationbeyeler.ch verfügbar.

tenden «Les Demoiselles d’Avignon» hinführen sollten. Die neue Ausstellung versteht sich auch als Hommage an die Museums- gründer Ernst und Hildy Beyeler, die in Picasso «einen künstlerischenMassstab sahen und sich mit ihrem Engagement für den Künstler in vielfältiger Weise Verdienste erworben haben», wie Sam Keller erklärte. Nicht weniger als 33 Werke Picassos seien in die Sammlung Beyeler gelangt, was das Riehener Kunstmuseum heute zu einem der be- deutendsten Museen zum Schaffen des spanischen Künstlers weltweit macht. Einer, der Pablo Picasso gut kannte, war Sohn Claude. Dieser war 26 Jahre alt, als sein Vater 1973 starb. Der Foto- graf und Filmemacher ist Nachlassver- walter für die Familienangehörigen und Gründer der «Picasso Administration», die zuständig ist für die Authentifizie- rung von Picasso zugeschriebenen Wer- ken sowie für die Rechtevergabe von Veröffentlichungen. Claude Picasso war als Ehrengast an der Medienkonferenz anwesend und gab im Interview mit SamKeller interessante Einblicke in das Leben seines berühmten Vaters. So er- zählte er, dass Picasso immer dann

Mehr als eine Ausstellung nre. Für die Freunde der digitalen Medien gibt es auch eine andere Mög- lichkeit, Picassos Leben und Werk kennenzulernen. Im multimedialen Vermittlungsraum befinden sich sechs aussergewöhnliche Bücher: An einigen Stellen sind sie wie übliche Bilder­ bücher bedruckt, auf anderen Stellen werden bewegte Bilder projiziert. Das Besondere daran ist, dass Besucher den Inhalt nicht nur sehen, sondern auch hören und anfassen können. Während die sechs Bücher die künstle- rische Entwicklung Picassos vertiefen, gibt ein Film im gleichen Raum den Zuschauern zusätzliche Informatio- nen zu dessen Leben und sozialem Umfeld. Ausserdem bietet die Fondati-

on Beyeler im Rahmen der Ausstellung verschiedene Veranstaltungen an. Wer ins frühe 20. Jahrhundert zurückreisen möchte, in das kleine Café Parisien, hat jeden Mittwochabend in der «Blauen Stunde» die Gelegenheit dazu. Die Abende wechseln sich inhaltlich ab: Tanzshows, musikalische Aufführun- gen, Cocktailabende und vieles mehr. Der Besucher taucht somit in die Zeit des damals jungenPicasso ein. Für die- jenigen, die es eher ruhig mögen, gibt es die «Rosa Stunde»: JedenMonat wird eine Morgenmeditation angeboten, in der die Teilnehmer wahrnehmen, wie die Farbe Rosa auf sie wirkt. Danach können sie vor der Museumsöffnung in Ruhe die Ausstellung besuchen.

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