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MIT 200 km / h E10 300

TECHNISCHE DATEN E 10 300 Basis: Baureihe E 103 Länge über Puffer: 16.440 mm Achsfolge: Bo’Bo’ Treibraddurchmesser: 1.250 mm Dienstgewicht: 84,5 t Maximale Radsatzlast: 21,2 t Antriebsart: Gummiring- Kardan-Antrieb (SSW) Motor: 14-poliger Reihen- schlussmotor Leistung: 4 x 925 kW Stromsystem: 15kV ∼ /16,7Hz Indienststellung: 1963 Regeldienst: ab 1971 Z-Stellung: 2011 Stückzahl: 1 Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h Die E 10 300 wurde als Testlok für den zukünftigen Schnellver- kehr modifiziert. Sie war etwa 50 km/h schneller als ihre Schwestern in der Standardbau- weise. Sie steht heute fahrbereit im Eisenbahnmuseum Koblenz. Foto: Rob Dammers/CC BY-SA 2.0

M i t der E 10 stellte die Bundesbahn 1952 ihre Schnellzuglok aus der neuen Serie der Einheitselektroloks vor. Die kobaltblauen Maschinen prägten den schnellen Personenzugverkehr ihrer Zeit. Als absehbar war, dass eine moderne Lok auf den inzwischen modernisierten Schienenwegen der Republik gebraucht wurde, wählte man die beiden Fahrzeuge E 10 299 und E 10 300 als Versuchsloks aus. Sie wurden abweichend von den anderen Mitgliedern der Baureihe mit neuen Drehgestellen auf Geschwindigkeiten von rund 200 km/h ertüchtigt. Die E 10 300 bekam einen Gummiring-Kardan-Antrieb der Firma SSW. Dieser wurde später auch bei der E 03 verwendet. Die Fahrmotoren waren direkt in das Drehgestell eingebaut. Dadurch wurde die Laufleistung gleichmäßiger und ruhiger. Auf diese Weise konnten höhere Geschwin- digkeiten gefahren werden, ohne dass die Passagiere beeinträchtigt wor- den wären. Zwischen Bamberg und Forchheim führte die Bahn Versuchsfahrten mit hohen Geschwindigkeiten durch. Dabei wurde neben dem Antrieb auch die Verbindung von Stromabnehmer und Oberleitung geprüft. Am 22. November 1963, dem Tag, an dem John F. Kennedy ermordet wurde, erreichte E 10 300 die Geschwindigkeit von 200 km/h. Nach Abschluss der Tests wurde die Lok in den allgemeinen Fahrdienst übernommen und tat in verschiedenen Regionen Deutschlands bis 2010 ihren Dienst, wobei sie mehrfach umlackiert wurde. E 10 299 hatte alternativ einen Verzweiger-Antrieb bekommen, der sich zwar auch bewährt hatte, allerdings etwas schwerer war und bei der E 03 nicht zum Einsatz kam. Aus einer Serienlok der Baureihe 110 wurde 1963 ein Versuchs- träger, der auf freier Strecke eine Geschwindigkeit von 200 km/h erzielen konnte.

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DIE GESCHICHTE – VON DER E10 300 ZUM ICE V

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