Eisenbahnknoten Berlin Blick ins Buch online

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Von den Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg

Ersten Weltkrieges. Nach dessen unrühmlichem Ende do- minierte der Schwarzmarkt in den weitläufigen Gängen und unterirdischen Hallen, die durch die Polizei nur schlecht kontrolliert werden konnten, vor allem, weil sich hier auch zahlreiche Arbeitslose und Hungernde aufhiel- ten, zwischen denen zwielichtige Gestalten relativ unauf- fällig ihrem Tun nachgehen konnten. Doch der Glanz kehrte bald zurück, denn in den 1920er- Jahren begann eine Luxusreisewelle, die maßgeblich auf die „MITROPA“, also die Mitteleuropäische Schlafwagen und Speisewagen A. G. zurück ging, welche mit einer neuen Sa- lonwagengeneration zahlungskräftige Reisende anlockte.

Vor allem das gehobene Bürgertum nutzte das neue Ange- bot gerne, beispielsweise zum Badeurlaub an die italienische oder französische Riviera oder „nur“ an Nord- und Ostsee- küste oder zum Wandern beispielsweise in die Alpen. Doch auch der Bahnhof selbst war das pulsierende Leben und entwickelte sich bald zu einem beliebten Treffpunkt der „High Society“, wie man heute sagen würde. 1928 verband man den Bahnhof über den „längsten Hoteltunnel der Welt“ mit dem Hotel Excelsior. Dieser Tunnel war unterhalb der Königgrätzer Straße mit fünf Ladenlokalen ausgestattet. Mit dem Anschluss der Stadtbahn am 28. Juli 1936 erhöhte sich die Anzahl der umsteigenden Reisenden erneut.

Innenansicht der eleganten Bahnsteighalle des Anhalter Bahnhofs um das Jahr 1880 mit einer 1A1-n2-Schnellzuglok. Foto: Hermann Rückwarth, Sammlung Hans Kobschätzky

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