02 GEESTHACHTER EISENBAHN
Zwar gehört die einzige erhalten gebliebene Lok der Bergedorf-Geesthach- ter Eisenbahn einem anderen Verein, originale Personenwagen werden aber auf einem Teil der ehemaligen Strecken im Museumsverkehr eingesetzt.
Drei Kleinbahnstrecken in normaler Spur- weite betrieb die Bergedorf-Geesthachter- Eisenbahn AG im Raum Hamburg: Die knapp elf Kilometer lange Strecke Bergedorf Süd – Zollenspieker, die etwa 14 Kilometer lange Verbindung von Bergedorf über Bergedorf Süd nach Geesthacht und eine sechs Kilome- ter lange Anschlussbahn von Geesthacht zu einer Pulverfabrik in Krümmel, die im Perso- nenverkehr aber nur von Werksangehörigen genutzt werden konnte. Später wurden von der Gesellschaft noch die Billwerder Industriebahn von Moorfleth nach Tiefstack und die sogenannte Hambur- ger Marschbahn von Düneberg über Zollen- spieker Querweg nach Moorfleth befahren. Aktueller Museumsverkehr findet auf der
längsten der drei ursprünglichen Strecken zwischen den Bahnhöfen Bergedorf Süd und Geesthacht sowie auf der Anschlussbahn nach Krümmel statt. Der Verkehr auf dieser Linie wurde zwischen Bergedorf und Geesthacht am 1. Mai 1907 aufgenommen. Nach anfänglich befriedigendem Verkehrsaufkommen gingen die Transportmengen in den 1920er-Jahren zurück, um während der Zeit des Nationalso- zialismus dagegen stark zuzunehmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet die Gesellschaft wegen erneut rückläufiger Einnahmen in Schwierigkeiten, sodass der letzte Personenzug bereits am 26. Oktober 1953 zwischen Berge- dorf und Geesthacht verkehrte. Der geringe Güterverkehr auf der Strecke wird seit 1956 durch die Altona-Kaltenkirchen-Neumünster Eisenbahn AG abgewickelt. 68 Jahre nach der Streckeneröffnung gründeten Eisenbahnfreunde die Arbeitsge- meinschaft Geesthachter Eisenbahn e.V. mit dem Ziel, u. a. mit Originalfahrzeugen der ehemaligen Bergedorf-Geesthachter Eisen- bahn auf dem Streckenstück zwischen Berge- dorf Süd und Geesthacht Museumsverkehr durchzuführen. Ehemalige Personenwagen, die an andere Privatbahnen veräußert worden waren, konn- ten zurückgekauft werden, die einzige erhal- tene Dampflokomotive befindet sich aller- dings im Besitz des Vereins Braunschweiger Eisenbahnfreunde. Ein Jahr nach der ersten
In Aufarbeitung: „Dornröschen“.
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