Dampflok Technik Blick ins Buch online

02146-S-006-039 Dampfloktechnik.qxp_Mise en page 1 16/06/2025 16:12 Page 15

Aufbau und prinzipielle Funktion

Loks ohne Querausgleich müssen die linke und rechte Lokhälfte separat berechnet werden. Sekundärfederung Wenn bereits abgefederte Baugruppen mittels weiterer Federelemente am Hauptrahmen befes- tigt werden, so erfüllt diese Anordnung die Aufga- ben einer Sekundärfederung. Der klassische Aufbau ist in nahezu allen Fällen gegeben, wo die mit Achslagerfedern ausgestatteten Radpaare in separaten Drehgestellen oder Laufwerken einge- baut sind. Die einzelnen Räder werden über die Primärfedern zum Drehgestell- oder Laufwerksrah- men abgefedert und dieser Rahmen über die Se- kundärfedern zum Hauptrahmen. Bei Schnellzuglokomotiven sind die beiden Vor- laufachsen oft in einem separaten Drehgestell un- tergebracht. Die dort angebauten Blattfedern zum Hauptrahmen hin leisten die Funktion der Primär- federung, weil keine Tragfedern an den Achsla- gern vorhanden sind. Tender und Wagen Anders sieht es bei Tendern und Wagen mit Drehgestellen aus. Sie sind nicht so empfindlich gegen Dauerschwingungen. So haben sich dort die Alternativen zur Blattfeder wie Spiralfedern, Gummielemente oder Luftbälge durchgesetzt, und Gasdruckfedern haben die wesentlichen Dämp-

Die moderne Dampfloktechnik am Tenderdrehgestell der Baureihe 10 zeigt sich mit einer zweigeteilten Primärfederung (Blattfeder direkt am Achslager und Gummiele- mente an den Aufstandspunkten der Federgehänge). Die Sekundärfederung zum Wa- genkasten besteht aus einer doppelten querliegenden Blattfeder. Aufnahme an Lok 10 001 im Deutschen Dampflokmuseum am 2. Mai 2023.

fungsaufgaben übernommen. Die Verringerung der unabgefederten Masse hat in der Zeit nach dem Ende der Stangenantriebe gewaltige Fortschritte erzielt. Gummielemente in den Radscheiben, Ein- zelradfahrwerke ohne Achswelle, Hohlwellen oder kardanische Antriebe haben die Primärfederung näher an die Schiene gebracht, als es je bei Dampfloks möglich war.

Ein Ausflug in die Federtechnik für Drehgestelle: Schnellfahr-Versuchsdrehgestell GR63 der LHB mit Gummielementen als primärer und Spi- ralfedern als sekundärer Abfederung. Die Möglichkeit der Achsen, Gleisunebenheiten durch Pendeln auszugleichen, wird mit dem unterlegten Holzkeil am ersten Rad demonstriert. Aufnahme im LHB-Museum in Salzgitter-Watenstedt am 22. September 2014.

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