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Die Rad-Schiene-Kombination
den. Ein mittels einer Achswelle zum Radsatz kombiniertes Räderpaar bewegt sich ohne umzu- fallen. Mit dem Radlager wird aus einem Trans- portgefäß mit Rädern ein Wagen oder eine Kutsche. Zum Nachlaufen hinter dem Zugtier braucht das Gefährt eine fest angebaute Deichsel, wenn nur ein Radsatz vorhanden ist. Zwei gleichförmig an- gebaute Radsätze ermöglichen eine geradlinige Fahrt, für den Nachlauf sorgen eine bewegliche Deichsel am Kasten oder eine drehbare Achse mit einer fest angebauten Deichsel. Angetriebene Fahrzeuge brauchen eine aktive Lenkung. Spurführung Das System der Spurführung ist im Prinzip die ima- ginäre Deichsel. Beim spurgeführten Fahrzeug wird die Bewegungsrichtung von der Fahrbahn be- stimmt, der Bediener muss keine aktiven Handlun- gen dafür vornehmen. Das Gefährt bewegt sich in der Geraden gradlinig und in der Kurve in dem vom Kurvenradius vorgegebenen Bogen. Dabei müssen die Kräfte quer zur Laufrichtung ständig von der Spurführung kompensiert werden, damit das Ge- fährt nicht aus seiner Bahn geworfen wird. Schon die Römerstraßen wiesen Rinnen im Steinbelag auf, in denen sich Fahrzeuge bewegen konnten. Der nächste Fortschritt bestand in der Kombination von Fahrrinnen und ortsfesten Antrieben, welche die Wagen mittels Seilzuganlagen bewegten. Der Erfolg der Eisenbahn basiert darauf, dass das System der Fahrrinne zugunsten einer Metall- schiene verlassen wurde. Die Schiene bietet ne- ben der gleichmäßigeren Oberfläche eine größere Längsstabilität. Die Einhaltung der Spurweite ist deshalb mit wesentlich geringerem Aufwand mög- lich, indem die beiden Schienen mittels in regel- mäßigen Abständen angeordneten Schwellen zum Gleis verbunden werden. Der Spurkranz Bei der Eisenbahn sagt die Schiene dem Rad, wohin es rollen soll. Idealerweise erfolgt das in ei- ner Weise, die den Bewegungsfluss des Zuges nicht behindert. Ein starrer Radsatz hat auf der geraden Strecke keine Veranlassung, von seiner geraden Laufrich- tung abzuweichen, wenn die beiden Schienen eben zueinander liegen und die Raddurchmesser an der Stelle, wo das einzelne Rad auf der Schie- ne läuft, gleich sind. Der gleichzeitig mit den Me-
Die Replik der Lokomotive STOURBRIDGE LION im Museum der Wayne County Historical Society in Hones- dale (Pennsylvania) am 17. September 2005. Das Ori- ginal der Delaware and Hudson Canal Company fuhr am 8. August 1829 als erste Lokomotive auf US- amerikanischen Gleisen zwischen Honesdale und Seely‘s Mills.
Der geführte Radsatz Zur Eisenbahn gehören zwei typische Komponen- ten: Die eine besteht aus dem Eisenrad und die zweite ist mit der Spurführung gegeben. Das Ei- senrad in Kombination mit der eisernen Schiene weist bei den mit Rädern ausgerüsteten Fahrzeu- gen den geringsten Rollreibungswiderstand auf und die Spurführung erlaubt hohe Geschwindig- keiten ohne ständige Richtungskontrolle. Das Rad ist eine der ältesten Erfindungen der Menschheit. Was den Einsatz als Transportmittel angeht, muss es jedoch noch mit zwei weiteren nicht weniger wichtigen Bauteilen kombiniert wer-
Typische Radreifen- und Schienenprofile für die Ei- senbahn und ihr Zusam- menspiel bezüglich der Spurführung.
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