Dampflok Technik Blick ins Buch online

02146-S-006-039 Dampfloktechnik.qxp_Mise en page 1 16/06/2025 16:12 Page 7

Aufbau und prinzipielle Funktion

die Kondensation des Dampfs aus dem Arbeitszy- linder in einen nachgeschalteten wassergekühlten Behälter, den Kondensator. Er entwickelte die ein- fachwirkende Dampfmaschine zur doppeltwirken- den weiter, bei welcher der Kolben abwechselnd von beiden Seiten beaufschlagt wird. Mit Einführung der druckdichten Kesselanlagen sind Dampftemperaturen weit über 100°C und für die Arbeitszylinder höhere Dampfdrücke möglich. Auf eine Abkühlung des aus dem Zylinder austre- tenden Wasserdampfes kann verzichtet werden (Auspuffbetrieb). Der Kondensator kann damit ent- fallen, was diesen Maschinentyp in Verbindung mit der höheren Energiedichte des unter Druck ste- henden Dampfes erheblich leichter macht. Das Prinzip der Expansion, bei der nicht während des gesamten Kolbenhubes Dampf in den Zylinder einströmt, sondern nur zu Beginn jedes Kolbenhu- bes, bewirkt eine deutlich bessere Ausnutzung der im Dampf gespeicherten Energie. Bis zur Beherrschung des Feuers und des Dampfdruckes gingen jedoch einige Träume buch- stäblich in Rauch und zerborstenem Eisen auf oder blieben einfach auf dem Gleis stehen. Den Durchbruch erzielten George Stephenson und sein Sohn Robert mit ihrer Rocket, die bereits 1829 die technischen Merkmale für den erfolgrei- chen Einsatz von Dampflokomotiven bis in die heutige Zeit vereinte. Der Stephensonsche Lokomotivkessel Wie bei einem klassischen Ofen enthält der Brenn- raum einen Feuerrost und eine Tür zur Brennstoff- zufuhr. Die Seitenwände haben eine Doppelwand. In dem Zwischenraum umspült Wasser den Brenn- raum. Dafür bürgert sich im Laufe der Zeit die Be- zeichnung Feuerbüchse ein. An den Brennraum schließt sich der Druckbehälter (Kessel) an. Den Gesetzen der Schwerkraft folgend ist er im unteren Bereich mit Wasser und im oberen mit Dampf ge- füllt. Durch den Wasserraum laufen die so genann- ten Flammrohre. War das anfangs nur eines, so hatte der französische Bahndirektor Séguin schon vor der Rocket das große Rohr in mehrere kleine aufgeteilt. Durch diese Rohre ziehen die Rauchga- se zum Schornstein. Der Kessel mit den Rohren liegt waagerecht auf dem Lokomotivrahmen und wird als Langkessel bezeichnet. Weil die Rauchgase nicht einfach in die Umge- bung abgelassen werden können, ist am Ende des Langkessels ein Sammel- und Umlenkraum angebaut, der auch als Tragkonstruktion für den Schornstein dient. Der Schornstein erzeugt die Saugwirkung, um das Feuer anzufachen. Die

Ein Nachbau der Rocket auf der Eisenbahnschau in Nürnberg Ost am 19. Juli 1985.

Der Kessel der Rocket – blau dargestellt die Bereiche mit Wasser und Dampf.

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