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FONDATION BEYELER Die Herbstausstellung der Fondation Beyeler «Resonating Spaces» ist fünf zeitgenössischen Künstlerinnen gewidmet

Klang-, Seh- und Empfindungsräume in einem

Zwei Installationsansichten der Herbstausstellung «Resonating Spaces» in der Fondation Beyeler. Die Kunstwerke sind noch bis Ende Januar zu sehen. 

Fotos: Stefan Altenburger

Zum ersten Mal stellen die international renommierten Künstlerinnen Leonor Antunes, Silvia Bächli, Toba Khedoori, Susan Philipsz und Rachel Whiteread gemeinsam aus. Nikolaus Cybinski «Angefangen hat esmit einemSound», sagt Theodora Vischer und berichtet über die von ihr konzipierte Herbst- ausstellung, der sie den Titel «Resona- ting Spaces» gegeben hat. In dieser sind Arbeiten von fünf Künstlerinnen versammelt, die zuvor miteinander noch nicht ausgestellt haben. Beim Titel ist zu bedenken, dass unsere «Resonanz» (Widerhall) eine zumeist akustische Wahrnehmung meint, während im Englischen im- mer mitschwingt, dass etwas auch visuell und emotional wahrgenom- men wird. Die «Resonating Spaces» sind daher sowohl Klang-, als auch Seh- und Empfindungsräume. Und diese Mehrdeutigkeit zu erkunden, darum geht es Vischer in ihrer Aus- stellung. Wer also den grossen Saal in

Bilder hängen oder Skulpturen ste- hen, zum reinen Klangsaal wird und wie dieser das Museum verwandelt. Wer nun nicht hören, sondern se- hen will, dem seien Silvia Bächlis Bil- der ans Herz gelegt. Im Gespräch mit Vischer sagte die 1956 in Baden gebo- rene, seit 1976 in Basel lebende Künst- lerin über ihre Entwicklung als Male- rin: «Ich vertraute wahrscheinlich irgendwann der Linie mehr, traute ihr auch mehr zu. Eine einfache Linie kann eine Geschichte erzählen.» Und: «Linien können jede Färbung anneh- men, jede Regung zeigen. Sie sind mei- ne Schauspieler, die Stimmen im Stück.» Zu sehen und zu hören ist nun, wie in ihren Gouachen diese Stimmen als Farben, oft vertikal am Bildrand platziert, den Grossteil der Bildfläche freigeben und diese als nicht gemaltes Bild dazu beiträgt, mit den Farbklän- gen einen stimmigen visuellen Sound hörbar zu machen. Balthus’ Bild «Passage duCommerce Saint-André», das sie voriges Jahr in der Fondation sah, faszinierte die 56-jähri- ge Londonerin Rachel Whiteread so sehr, dass sie für die Ausstellung einen Dialog mit ihm wagte. Zur Kuratorin sagte sie im Gespräch: «Ich dachte, dass

der Fondation Beyeler einmal als Klangraum erleben möchte, der be- ginne seinen Rundgang bei den Klanginstallationen von Susan Phi- lipsz (1965 in Glasgow geboren, heute in Berlin lebend und arbeitend). «Ich habe mir Darstellungen des Windes in Kunst, Architektur und Literatur angeschaut», erklärt die Künstlerin. «Und da fand ich heraus, dass in den alten Darstellungen der Welt Klänge oft eine bedeutsame Rolle spielten.» Das brachte sie zum Beispiel auf die Idee, Tonaufnahmen von Schnecken- hörnern aus verschiedenen Erdteilen zu machen. Fundstücke wie Songs Im Gespräch mit Theodora Vi- scher während der Medienorientie- rung vom letzten Freitag sagte Phi- lipsz über ihre Arbeit «Filter»: «Mich interessiert es sehr, mit Songs fast wie mit Fundstücken zu arbeiten und zu sehen, was passiert, wenn sie aus dem Zusammenhang genommen und in diesem sehr öffentlichen Raum (ge- meint ist der Busbahnhof in Belfast; die Red.) gespielt werden.» Susan Phi- lipsz lässt uns nun ganz unaufdring- lich hören, wie ein Saal, in dem sonst

es ganz interessant sein könnte, dieses Gemälde auf die eine oder andere Weise zu replizieren und damit irgendwie zu arbeiten. Dafür am besten geeignet schien mir, einige Architekturelemente herauszulösen und sie in Papierma- schee abzuformen.» Betrachtet man nun ihre «Wardrobe» (Gips, schwarzes Pigment, Holz, Aluminium) und die Va- rianten ihrer «View» kannmanmit eini- ger Fantasie tatsächlich einen Dialog mit Balthus’ Kunstwerk beginnen – ein Kunstwerk, in dem sich nichts bewegt und zugleichdoch alles inBewegung ist. Reale irreale Welt Toba Khedoori, 1964 in Sydney ge- boren und heute in Los Angeles lebend, ist eine Zeichnerin von atemberauben- der Raffinesse. Auf riesigen, ganz matt- gelben Blättern entwirft sie zum Bei- spiel eine geschlossene Gruppe von nicht mehr zählbaren «seats» wie eine Insel auf der Grenzenlosigkeit des Pa- piers.Undmit den«building/windows» oder dem «Chaine-link fence» – sämt- lich Öl, Grafit und Wachs auf Papier – treibt sie das Spiel ins Absurde. Diese Zeichnungen entwerfen eine realeWelt als irreale. Und dann die aus unmittel- barer Nähe erlebten «branches», die

herangezoomten «clouds» oder die von oben gesehenen «mountains»: Diese Bilder werden zu dem, was die Roman- tik «Fantasiestücke» nannte. Die 47-jährige, in Berlin lebende Portugiesin Leonor Antunes «bespielt» den grossen Saal mit … Tja, sind es In- stallationen? Konstruktionen? Arran- gements? Für diese Werke gibt es noch keine Benennung. Suchende Blicke auf das Blatt mit den Titeln «alterated knot» (graues Leder, Aluminiumrohr, Silikonrohr, gewachstes Nylongarn und Hanfseil) sowie «Franca» (Rattan, Rattankern und Hanfseil). Antunes kreiert eine Dingwelt, die es nur als einmalige Möglichkeit gibt. Im Ge- spräch mit Theodora Vischer sagte sie: «Ich versuche zu vermeiden, dass mein Werk zur Illustration von etwas wird, einem Ereignis, einer Person oder ei- nem Ort.» Darum: Schauen. Staunen. Rätseln. Das Ensemble auf dem farbi- gen Fussboden schön finden. Und na- menlos lassen. Fondation Beyler: Ausstellung «Reso- nating Spaces». Bis 26 Januar 2020. Täglich von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr. Der Katalog kostet vor Ort 59 Franken.

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