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FREITAG, 20.7.2018 97. Jahrgang | Nr. 29

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Erinnerung: Dorette Huegin hinterlässt ein sehr vielfältiges Werk

Pfadi: Pro Patria und Rheinbund waren im Sommerlager-Fieber

Leichtathletik: Silvan Wicki musste sich nur Alex Wilson geschlagen geben SEITE 11

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ZECKENPLAGE In Wäldern und Wiesen gibt es in diesem Jahr besonders viele dieser kleinen Spinnentiere – das milde Klima hat ihre Verbreitung begünstigt Winzig klein, aber potenziell sehr gefährlich

Wegen der ungewöhnlich warmen Temperaturen sind Zecken in diesem Jahr ausgesprochen aktiv. Wer sich oft im Freien aufhält, sollte sich dessen bewusst sein. Zelten auf einer Wiese, Wanderung durch den Wald oder Fussball spielen imGarten: Der warme Sommer verlei- tet Kinder, Jugendliche und Erwach- sene, jede freie Minute draussen zu verbringen. Luftige und kurze Klei- dung gehören dann einfach dazu, schliesslich will niemand unnötig schwitzen. Oft vergisst man jedoch, dass im Wald oder in einer Wiese mit hohem Gras Zecken sitzen, die auf ihr nächstes Opfer warten. Die 0,5 bis 6 Millimeter grossen Spinnentiere sind zwar so gross wie ein Stecknadelkopf, können für den Menschen jedoch brandgefährlich werden. Denn die auch als «Gemeiner Holzbock» be- kannten Blutsauger können lebensbe- drohliche Krankheiten übertragen: die Frühsommer-Meningoenzephali- tis (FSME), die Lyme-Borreliose und die sogenannte Hasenpest (Tularä- mie). Letztere Krankheit ist erst kürz- lich in Verbindung mit Zeckenstichen gebracht worden. Seit Frühlingsbeginn ist in den Medien regelmässig von einer wahr- lichen Zeckenplage zu lesen oder zu hören. Die Ursache für die rasante Ausbreitung der kleinen Tiere in die- sem Jahr ist im Klima zu suchen. Der vergangene milde Winter und das feucht-warme Frühjahr haben die Zahl der Zecken sprunghaft in die Höhe schnellen lassen. Diese Beob- achtung macht auch Revierförster Andreas Wyss: «Aufgrund der zurzeit herrschenden Trockenheit hat sich die Situation im Riehener und Bettinger Wald etwas entspannt. Doch noch vor einem Monat hatte es so viele Zecken wie noch nie.» Sei man imWald einem Wildwechsel entlang gegangen, habe man die Parasiten mit blossen Hän- den von den Hosenbeinen abwischen können, erzählt Wyss. Würden die winzigen Spinnentiere keine für den Menschen gefährlichen Krankheiten übertragen, wäre der markante Anstieg der Zeckenpopulati- on höchstens für Biologen von Bedeu- tung. Doch immer öfter müssen sich auch Ärzte mit Zecken beziehungswei- se mit den Folgen eines Zeckenstichs Loris Vernarelli

und Hasenartigen nachgewiesen wird. Sie kann auch auf den Menschen (Zoo- nose) übertragen werden. Die Zeit von der Ansteckung bis zur Erkrankung ist von der Übertragungsart abhängig und umspannt in der Regel drei bis fünf Tage. ZuBeginnder Krankheit tre- ten grippeähnliche Symptome wie Fie- berschübe, Kopfschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen auf, häufig in Begleitung einer Vergrösserung der Lymphdrüsen. Falls die obengenann- ten Beschwerden nach einem Kontakt mit einem toten Hasen oder einem Ze- ckenbiss auftreten, sollte zur Ab- klärung ein Arzt aufgesucht werden. Tularämie ist mit Antibiotika thera- pierbar. Bei schwerem Krankheitsver- lauf beziehungsweise ohne geeignete rechtzeitige Behandlung kann eine Erkrankung jedoch tödlich verlaufen. Obwohl die Lage ernst ist, sollte man nicht vergessen, dass nur die we- nigsten Zecken infiziert sind (in den Schweizer Risikogebieten im Mittel- land tragen etwa nur ein Prozent der kleinen Krabbeltiere das FSME-Virus in sich) und nicht jeder Stich einer in- fizierten Zecke beim Menschen zwangsläufig zu einer Ansteckung führt. Ausserdem kann man sich gut schützen: Wer geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosen trägt und die Socken über die Hosen- beine zieht, muss nichts befürchten. Zecken klettern nicht höher als 1,50 Meter und klammern sich daher mit Vorliebe an den Hosenbeinen fest. Ebenfalls empfohlen sind insektenab- weisende Mittel gegen Zecken, soge- nannte Repellentien. lov. Da Zeckenstiche oft nicht be- merkt werden, sollten nach einem Aufenthalt im Freien Körper und Kleidung auf Zecken untersucht werden. Das Tragen heller Kleidung erleichtert dabei die Zeckensuche. Findet man eine Zecke, sollte diese möglichst rasch entfernt werden, am besten durch Fassenmit einer feinen Pinzette oder Zeckenzange direkt über der Haut und kontinuierlichem Zug. Danach die Stichstelle desinfi- zieren. Das Bundesamt für Gesund- heit empfiehlt die App der Zürcher Hochschule für Angewandte Wis- senschaften: Diese enthält wichtige Informationen, um sich vor Zecken- stichen zu schützen oder nach einem Zeckenstich richtig zu handeln. Wie entferne ich eine Zecke?

Zecken sind vor allem an begrasten oder mit Unterholz bewachsenen Waldrändern, in Waldlichtungen sowie ent- lang von Waldwegen zu finden. Foto: pixabay.com

rungen führen. In ungefähr einem Prozent der Fälle mit neurologischen Symptomen führt die Krankheit sogar zumTod. Doch es gibt zwei guteNach- richten: Erstens kann man sich gegen FSME impfen lassen, zudem gehört die Region um Basel nicht zu den FS- ME-Risikogebieten. «Wir haben im Kanton Basel-Stadt nur selten Erkran- kungen und bisher keine Hinweise auf Ansteckungen»,bestätigtKantonsarzt Thomas Steffen auf Anfrage. Die Lyme-Borreliose ist die häufigs- te durch Zecken übertragene Infektion in der nördlichen Hemisphäre. In der Schweiz sind rund fünf bis 30 Prozent der Zeckenmit demBakterium «Borre- lia burgdorferi» infiziert. Das Bundes- amt für Gesundheit geht davon aus, dass in der Schweiz jährlich 10’000 Per- sonen an einer Borreliose erkranken. Erstes Symptom der Erkrankung, die durch Antibiotika behandelt werden

kann, ist eine örtliche Rötung an der Stichstelle, die sich ausdehnt und ring- förmig wird. Innerhalb von Tagen bis Wochen verschwindet sie wieder. Bei einem Teil der Erkrankten kommt es nach Wochen, Monaten oder gar Jah- ren zu einem zweiten Stadium, wäh- rend dem die Gelenke, das Nervensys- tem, die Haut und selten das Herz befallen werden können. Unerkannt oder ungenügend behandelt, können sich als Folge einer Borreliose bleiben- de Behinderungen ergeben. Hasenpest ist auch eine «Zeckenkrankheit» Neben FSME und Lyme-Borreliose kann nun nachweislich auch Tularä- mie zu den «Zeckenkrankheiten» hin- zugezählt werden. Bei der Hasenpest handelt es sich um eine hochanste- ckende, bakterielle Krankheit, die vor allem bei wildlebenden Nagetieren

befassen, denn die daraus resultieren- den Infektionen können schwere ge- sundheitliche Schäden anrichten. Eine Impfung hilft gegen die FSME Die wohl gefährlichste von Zecken übertragbare Infektion ist die FSME, eine virale Krankheit. Sieben bis 14 Tage nach dem Stich einer infizierten Zecke kann es zu einer ersten Krank- heitsphasemit grippeartigenSympto- men kommen. Bei fünf bis 15 Prozent der Erkrankten kommt es laut Bun- desamt für Gesundheit nach einem beschwerdefreien Zeitraum zum Be- fall des zentralen Nervensystems mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Lichtscheu, Schwindel, Konzentra- tions- und Gehstörungen. Bei einem Teil der Patienten könnenLähmungen der Arme, Beine oder Gesichtsnerven auftretenund zu bleibendenBehinde-

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Rot markiert sind die Regionen, in denen das Bundesamt für Gesundheit eine FSME-Impfung empfiehlt. Grafik: Bundesamt für Gesundheit

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