RZ_KW15_2017

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13. aprIl 2017

Riehener Zeitung DI E WOCHENZE I TUNG FÜR R I EHEN UND BETT INGEN

96. Jahrgang | Nr. 15

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Polizeiposten: Rückzug der Sicherheitsinitiative nach Kompromiss

Gewerbeapéro: Bettingens grösster Arbeitgeber – aber nicht mehr für lange SEITE 2

Präsidentin: Mathieu führt Philharmonisches Orchester Riehen neu

Unihockey: Geschafft! Die Männer des UHC Riehen bleiben in der 1. Liga SEITE 10

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GENErEllES BauBEGEhrEN Neubau mit Nebenräumen Eine neue Kirche fürs Dorf

BETTINGEN Gemeinderats-Ersatzwahl vom 8. April Dieter Kunz und Dunja Leifels gleichauf

Der erste Wahlgang der Bet- tinger Gemeinderats-Ersatz- wahl zwischen Dieter Kunz (Bettinger Dorfvereinigung) und Dunja Leifels (Aktives Bettingen) brachte keine Entscheidung – der zweite Wahlgang ist am 21. Mai. Feierlich und ernst sass er da, Wahl- büro-Sekretär Hanspeter Schlup, als er am vergangenen Sonntag um 15 Uhr im Sitzungssaal der Baslerhof- scheune die Resultate der Ersatzwahl in den Bettinger Gemeinderat ver- kündete: «Die Stimmbeteiligung liegt bei 60,51 Prozent, was gutem Durch- schnitt entspricht, der Anteil brieflich Stimmender beträgt 99,55 Prozent, eingelegte Stimmzettel 446, ungültig 3, gültig 443, absolutes Mehr 222, leere Stimmzettel 14, gewählt ist» – lange Pause – «niemand». Verdutztes Schweigen. Dieter Kunz von der Bettinger Dorfvereinigung kam auf 212 Stimmen, Dunja Leifels Bilecen vom Aktiven Bettingen auf 211, auf Vereinzelte entfielen 6 Stim- men. Damit wird die Nachfolge des auf Mitte Jahr zurücktretenden Marco Fini, der zur Resultatverkündigung gekommen war, am 21. Mai in einem zweiten Wahlgang geregelt. Beide Kandidierenden haben bis zum Mel- deschluss, der gestern Mittwoch um 16 Uhr war, ihre erneute Kandidatur bestätigt. Ein netter Händedruck Unter den Gästen befanden sich neben Vertretern der beiden politi- schen Vereinigungen der Bettinger Gemeindepräsident Patrick Götsch und der Riehener Gemeindepräsident Hansjörg Wilde. Beide Kandidieren- den erhielten einen Blumenstrauss überreicht. Es folgte ein netter Hän- dedruck zwischen Dunja Leifels und Dieter Kunz, zwei, drei kurze Gesprä- che wurden geführt, und so schnell, wie sie kurz vor 15 Uhr einmarschiert waren, verliessen die meisten Gäste das Lokal kaum eine Viertelstunde später wieder, um das wundervolle Frühlingswetter zu geniessen. Rolf Spriessler-Brander

Das über 50-jährige Kirchenprovisorium in Bettingen soll durch einen Neubau abgelöst werden. Foto: Michèle Faller

Das Kirchlein in Bettingen hat bald ausgedient. Wenn alles nach Plan läuft, ziert in drei

Franken nötig, erklärt Maurer. «Ange- sichts des Zustands der Kirche scheint es sinnvoller, diese halbe Million in einenNeubaumit zusätzlichemRaum imUntergeschoss zu investieren.» Ein grosser Teil des noch benötigtenGelds müsse durch Spenden generiert wer- den. «Etwa eine Million Frankenmüs- sen wir noch sammeln», sagt der Bet- tinger Pfarrer Stefan Fischer, denn von der Kantonalkirche und der öf- fentlichen Hand könne man mit Bei- trägen von etwa einerMillion Franken rechnen und Spendengelder in der Höhe von 330’000 Franken seien be- reits vorhanden – die Gesamtkosten beliefen sich auf knapp 2,3 Millionen Franken. Der Gemeinderat hat sich in den Gemeindeinformationen in der RZ11 vom 7.3.2017 bereits für den «Neubau Kirche mit Nebenräumen und Parkplatz» ausgesprochen, wie das Projekt offiziell heisst, genau ge- nommen für einen «konfessionsneut- ralen sakralen Raum», wie ihn ja be- reits das in die Jahre gekommene Provisorium bietet. Hierbei gehe es vor allem um die Abdankungsfeiern, erklärt Fischer. Abgesehen vomAsbest, der Baufäl- ligkeit und der kleinen Toilette ohne Siphon komme das Kirchlein immer wieder an seine Kapazitätsgrenzen, insbesondere da es an Nebenräumen fehle, etwa für die Kinderarbeit am Sonntagmorgen oder bei Veranstal- tungen mit Gruppenarbeiten. «Wenn die Kirche langfristig in Bettingen präsent bleiben soll, so ist jetzt die Zeit, dafür die Weichen zu stellen», meint Pfarrer Fischer. Er ist zuver- sichtlich, dass die Spendensammlung erfolgreich sein wird. «Demnächst wird die Fundraisinggruppe mit einer Dokumentation über das Bauvorha- ben an die Öffentlichkeit treten.»

bis vier Jahren eine neue Kirche die Brohegasse.

Michèle Faller

Erst seit 1963 gibt es in Bettingen im Dorf eine kleine Kirche. Bis dahin ging, wer den Gottesdienst besuchte, nach Riehen. Abdankungen und gele- gentliche Gottesdienste fanden in der Turnhalle statt. Als in den 1950er-Jah- ren in Riehen das Andreashaus gebaut und die Kornfeldkirche geplant wur- de, begann man sich in Bettingen für eine eigene Kirche einzusetzen. Der Kirchenrat und die Synode der Evan- gelisch-reformierten Kirche Basel- Stadt beschlossen 1962 den Kauf der methodistischen Holzkapelle, die an der General Guisan-Strasse im Basler Neubadquartier stand, und vor über 50 Jahren wurde diese als evangeli- sche Kapelle an der Brohegasse einge- weiht – als Provisorium. Seit 2008 be- fasst sich der Kirchenrat mit einem Ersatzbau für das baufällige Kirch- lein, doch erst jetzt hat die Evange- lisch-reformierte Kirche zum ersten Mal ein generelles Baubegehren ein- gereicht, wie dem Schild vor dem Gar- tentor zu entnehmen ist. Zusätzliche Jugendräume in Planung «Der Neubau soll ungefähr das gleiche Volumen wie das bisherige Kirchlein haben und neu soll ein Un- tergeschoss dazukommen, das dem Bedürfnis nach mehr Raum, insbe- sondere für die Jugend, entsprechen soll», sagt der für das Bauwesen zu- ständige Kirchenrat Stephan Maurer. Ebenso sei ein Glockenturm geplant. «Wir sprechen hier nicht von einem Geläut mit vier Glocken», schmunzelt Maurer; der Turm solle wie jetzt aufs Gebäude aufgesetzt sein und die in dieser Bauzone vorgegebenen zwölf Meter nicht überschreiten. «Einfach etwas markanter als der bisherige Glockenaufbau.» Für ein generelles statt einem genau ausgearbeiteten Baubegehren habe man sich deshalb entschieden, um in einem ersten Schritt alles Grundsätzliche wie auch die Frage der Dimensionen zu klären. Der Zeitplan sieht für 2017/2018 die Finanzierung und danach das Baube- willigungsverfahren vor. Frühester Baubeginn wäre dann 2019/2020. Gut eine Million Franken Spenden nötig Für die nötigenUnterhaltsarbeiten inklusive Asbestsanierung des heuti- gen Provisoriums wären zirka 500’000

Dunja Leifels und Dieter Kunz geben sich nach unentschiedenem erstem Wahlgang die Hand. Foto: Rolf Spriessler-Brander

Mehr von 217 Stimmen nur ganz knapp. Der zweite Wahlgang vom 17. April 2005 ging dann, bei einer mar- kant höheren Stimmbeteiligung von 68,24 Prozent, mit 278:220 überra- schend deutlich an Patrick Götsch. Und wie dieses Mal war es auch 2005 im Vorfeld der Wahl zu einigen Misstönen gekommen. Patrick Götsch hatte damals von dummen «Lausbu- benstreichen» gesprochen, weil Wahl- plakate seines Kontrahenten Michael Jung verschmiert worden waren. Diesmal sind es einige Leserbrief- schreiber, die im Namen des Wahl- kampfes die Grenzen des Anstands zumindest geritzt haben, und offen- bar hat es auch durch den nicht immer politisch korrekten Dorfklatsch da und dort rote Köpfe und ungute Ge- fühle gegeben. Den beiden Kandidie- renden waren am Wahltag keine Ani- mositäten anzumerken. Nur die Tatsache, dass sie einander kaumken- nen dürften. staltungen in Bettingen und Riehen von besorgten Bettingerinnen und Bettingern vernommen. Das unentschiedene Resultat zeigt, dass beiden Kandidierenden das Amt grundsätzlich zugetraut wird, und das ist gut so. Wer auch immer im zweiten Durchgang den Kürzeren ziehen wird, und irgendjemand muss das ja notgedrungen, kann sich zumindest auf ein gutes Resul- tat im ersten Wahlgang berufen. Dass auch bei der unterlegenen Seite keine Narben zurückbleiben, ist im Hinblick auf die künftige Zusam- menarbeit im Gemeinderat und auch im Hinblick auf künftige Wah- len besonders wichtig. Im kleinen Dorf braucht es wegen der Nähe zueinander besonderen Mut, sich zu bewerben. Und die beschränkten Verwaltungskapazitäten führen dazu, dass der Gemeinderat beson- ders viel Verantwortung zu überneh- men hat. Im Wahlkampf Verliererin- nen oder Verlierer zu produzieren, ist da eine ganz schlechte Strategie.

Obwohl von verschiedener Seite ein eher knappes Resultat vorausge- sagt worden war und niemand die Favoritenrolle zugesprochen erhalten hatte, überraschte das praktisch auf die Stimme genau gleiche Resultat die meisten. Allerdings sind knappe Wahlausgänge in Bettingen auch in jüngerer Zeit durchaus schon vorge- kommen. Fast wie im Jahr 2005 Der heutige Gemeindepräsident fühlte sich an seine eigene Wahl in den Gemeinderat zurückerinnert. Am 20. März 2005 ging es, ebenfalls in einer Ersatzwahl mitten in der Legis- latur, um die Nachfolge von Bauchef Uwe Hinsen. Das Resultat war ganz ähnlich. Bei einer Stimmbeteiligung von 59,7 Prozent kam Michael Jung als Kandidat der Bettinger Dorfverei- nigung auf 214 Stimmen, Patrick Götsch vom Aktiven Bettingen auf 212, beide verpassten das absolute mEINuNG Keine Verlierer produzieren

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Ein gewisses Unbehagen

Vom Berner Oberland: Gitzi, Milch- und Berglamm Unser Hit: Bärlauch-Ragout vom Gitzi

zum Bettinger Gemeinderats- wahlkampf war in den letzten Wochen immer wieder zu spü- ren. Es passte vielen nicht, dass in diversen

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Wahlpropaganda-Leserbriefen nicht nur die Qualitäten der – nach Mei- nung des jeweils Schreibenden – zu wählenden Person in ein gutes Licht, sondern auch vermeintliche Mängel der anderen Person in ein schlechtes Licht gerückt wurden. «Es ist nicht schön, was über diese Person geredet wird, teils sogar in der allernächsten Nachbarschaft», habe ich in letzter Zeit auch an verschiedenen Veran-

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