MAPA_KW47_2020

Muttenz

Freitag, 20. November 2020 – Nr. 47

Über 1000 Tests pro Tag möglich

Coronavirus

Seit letztem Samstag ist die neue Abklärungs- und Teststation im ehemaligen

Bundesasylzentrum Feldreben in Betrieb.

Von Tobias Gfeller

Wartezeiten im Freien in der Kälte oder im Regen soll es nicht mehr geben. Über 1000 Coronatests könnten pro Tag in den 40 Abklä- rungsboxen durchgeführt werden. Damit wird das Feldreben zur grössten Corona-Teststation der ganzen Schweiz. In Münchenstein standen nach der Erweiterung nur gerade zwölf Boxen zur Verfügung. AmRekordtag liessen sich dort 641 Personen testen. Die bisherigen Wartezeiten von 30 bis 45Minuten sollen auch in Muttenz nicht über- troffen werden, im Gegenteil. Wenn sich die Situation nochmals drastisch verschärfen würde, könnte die Kapazität im Feldreben sogar noch erweitert werden, in- dem eine weitere Halle in Betrieb genommen würde, erklärten ver- gangene Woche die Verantwortli- chen der Baselbieter Gesundheits- direktion auf einer Führung durch die Teststation, bevor diese in Be- trieb genommen wurde. Doch Jürg Sommer, Leiter des Amts für Ge- sundheit, geht nicht davon aus, dass eine Erweiterung nötig sein werde. Contact Tracing vor Ort Im Vergleich zur ehemaligen Test- station in Münchenstein sind die Bedingungen im Feldreben gera-

Die Corona-Teststation in Muttenz: Von den Abklärungskabinen ist ein grosser Wartebereich eingerichtet.

dezu feudal. Symptomatische und asymptomatische Personen können räumlich getrennt werden. Farbige Linien auf dem Boden leiten allen denWeg. Durch die Höhe der Halle und die bessere Lüftung soll das Risiko von Infektionen in der Test- station nochmals drastisch gesenkt werden, verspricht der ärztliche Leiter Thomas Götz, obwohl das Risiko dafür schon in München- stein klein gewesen sei. In der neuen Teststation kom- men erstmals auch Schnelltests zumEinsatz. Diese können das Co- ronavirus aber nur bei hochinfek- tiösen Personen nachweisen, betont Götz. «Bei einemnegativen Schnell- test machenwir anschliessend noch einen herkömmlichen PCR-Test, um wirklich sicher zu gehen, dass

wir keine infizierte Person verpas- sen.» Die grosszügigen Räumlich- keiten machen es möglich, dass sogleich auch das Contact Tracing, das Nachverfolgen der Kontakte von positiv Getesteten, vor Ort stattfinden oder wenigstens begon- nen werden kann. Auch Arztge- spräche sind möglich, verrät Götz. «Wer positiv getestet wurde, hat normalerweise viele Fragen. Mit den Schnelltests hat man die natür- lich gleich auch hier und nicht erst zu Hause.» Testreihen in Altersheimen Herzstück der Abklärungs- und Teststation ist die Organisation im Hintergrund, das sogenannte Back Office, bei dem alle Fäden zusam- menlaufen. Denn ob der Kampf

gegen die Corona-Pandemie er- folgreich verläuft, hänge nicht nur vom Testen an sich ab, sondern auch, ob die Informationen aus den Tests schnellstmöglich an die wichtigen Stellen geleitet werden, beschreibt Thomas Götz. Neben dem privaten Hausarzt des Infi- zierten sind dies unter anderem der kantonale Krisenstab, der Kan- tonsarzt, der Regierungsrat und das BAG. Diese Informationsver- arbeitung- und verbreitung kann neu auch vor Ort durchgeführt werden. Eine immer wichtigere Rolle spielen externe Testreihen – vor allem in Alters- und Pflegehei- men, um bei Coronafällen in heik- len Institutionen schnellstmöglich testen und dementsprechend re- agieren zu können.

Jürg Sommer, Leiter Amt für Gesundheit Baselland. 

Thomas Götz, ärztlicher und operativer Leiter der Teststation. 

Fotos Tobias Gfeller

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