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Muttenz

Freitag, 20. November 2020 – Nr. 47

Gemeinde-Nachrichten

Hinter den Kulissen der Museen Muttenz Im Ortsmuseum tut sich was

Nachdem Ende Juni acht grosse Jauslin-Bilder vom Bundesamt für Kultur zurückgeholt worden sind, musste Peter Habicht einen Ersatz für das nun fehlende Bild im Karl Jauslin-Saal finden. Glücklicher- weise war schon nach kurzen Über- legungen klar, was sich da anbot. Im Gemäldedepot lagern noch weitere grossformatige Jauslin-Bilder über berühmte Schlachten der Weltge- schichte, darunter auch schweizeri- sche Motive. Da sich das neue Bild eben auch als «Eyecatcher» eignen muss, fiel die Wahl auf den «Sturm auf die Bresche von Murten». Das Bild hat die gleichen Masse wie das entfernte, und darauf sind un- zählige Details zu sehen, die hof- fentlich unsere jungen und älteren Gäste fesseln können. Das Motiv ist zwar äusserst kriegerisch und brutal, aber durch das dunkel ge- tönte Papier und den aufsteigenden «Pulverdampf» wirken die nur mit Kohlestift und Deckweiss gezeich- neten Details nicht auf Anhieb blut- rünstig. Wir sind gespannt, wie die ersten Publikumsreaktionen dann ausfallen werden. Zunächst aber ging nun das Bild vom Gemäldedepot im Kulturgüter­ schutzraum erst einmal zur «Kur». Weil auf der Sichtseite des Bilder- rahmens edleres Holz verwendet worden war als auf der versteckten Rückseite, hatte sich der massive Holzrahmen weniger verzogen als das billige Holz der Querverstre- bungen auf der hinteren Seite. So hatte das Bild in den vergangenen Jahrzehnten irgendwann die als Stabilisierung angebrachten Quer- leisten verloren. Der Bildträger aus Karton hatte die Luftfeuchtigkeit wie ein Schwamm aufgesogen, sich stärker ausgedehnt als die bemalte

Der alte Kirchturm-«Güggel» wird im Depot entstaubt.

um 18 Uhr geöffnet und bleibt bis zum Dreikönigstag offen. Wir zei- gen unsere «Corona-Highlights», also Objekte, die dank des Lock- downs resp. des davon ausgelösten Räumungsfiebers in unsere Samm- lungen eingegangen sind. Der Einblick ist wie immer durch eine Zuschauer-Treppe von aussen mög- lich. Auch da gilt natürlich: Halten Sie Abstand. Ein Eröffnungsapéro wird auf Grund der aktuellen Coro- na-Situation nicht angeboten.  Barbara Rebmann

Papieroberfläche, und so entstan- den überall Risse. Durch die leich- te Verformung des Kartons waren dann auch die am Holzrahmen klebenden Bildränder eingerissen. Über 110 Jahre Lagerung ohne Schutzglas hatten bewirkt, dass das allgemein schon finstere Bild noch dunkler geworden war. Nun müssen nach einer eingehenden Analyse durch eine Restauratorin die ausgerissenen Stellen gefestigt und die Bildoberfläche moderat ge- reinigt werden. Zum Schluss kann das Bild stabilisiert, mit einem aus Platzgründen nur feinen Rahmen eingefasst und wieder in der Aus-

stellung im Ortsmuseum montiert werden. Ebenfalls aktuell arbeitet Peter Habicht an den Elementen für drei neue Vitrinen rund um die Dorf- kirche St. Arbogast. Hier kann er aus dem Vollen schöpfen, denn sein Führer durch die Kirche ist vor einem Jahr erschienen. Zeigen wollten wir u. a. die vollständige Wandmalerei mit dem «Jüngsten Gericht», welche heute durch die Orgel zum grössten Teil verdeckt ist. Ob uns das allerdings gelingt, ist fraglich, denn auf Nachfrage bei den zuständigen Amtsstellen gibt es nirgends eine farbige Bildvorlage. Aber wir bleiben dran und suchen weiter. Inzwischen wurde schon einmal der ehemalige Hahn vom Kirchturm aus dem Depot geholt und entstaubt. Eine weitere Vitrine wird dem Beinhaus gewidmet sein, dessen heute wohl als gruselig emp- fundene Funktion genauer erklärt wird. Wir hoffen, auch damit das Interesse unserer Gäste wecken zu können. Geplant ist die Wiedereröffnung des Ortsmuseums mit den neuen Ausstellungselementen eigentlich auf Ende Januar. Ob uns Corona wieder einen Strich durch die Pla- nung macht, wird sich zeigen. Besuchen Sie aber unbedingt un- ser Adventsfenster im Bauernhaus- museum . Es wird am 6. Dezember

Myrtha Seiler und Ruedi Bürgin räumen die Vitrinen zur «Buebe- und Meitlihandi» aus.

Die bisherige Kirchen-Vitrine aus den Gründungsjahren wird erneuert.

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