MAPA_KW47_2020

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Muttenz

Freitag, 20. November 2020 – Nr. 47

Mittenza soll ein Kulturhaus werden

Kultur

Der Gemeinderat sieht im Mittenza grosses Potenzial für neuen Standort der AMS. So bliebe auch den Vereinen mehr Platz.

Von Tobias Gfeller

Noch im März schien es so, als werde das Mittenza zum neuen Schulhaus. Aber auch die Variante, dass im Hotel- und Kongresszent- rum die Allgemeine Musikschule (AMS), die aktuell auf verschiedene Standorte in ganz Muttenz verteilt ist, imMittenza zusammengezogen wird, wäre möglich, betonte da- mals Gemeinderat Thomi Jourdan (EVP). Nachweiteren Abklärungen ist jetzt klar: Die Variante Musik- schule ist sowohl organisatorisch wie auch finanziell die bessere Op- tion, auch weil für die Variante Schulhaus eine zusätzliche Turn- halle beim Schulhaus Breite nötig wäre. Dies erklärte Jourdan ver- gangene Woche anlässlich einer Informationsveranstaltung, die aufgrund der Corona-Pandemie digital durchgeführt wurde. Parzelle Feldreben verkaufen Für die Option Musikschule sprä- che einerseits die bestehende Raum- aufteilung, andererseits die Bau- kosten, die im Vergleich zur Vari- ante Schulhaus rund eine Million Franken tiefer ausfallenwürden, da weniger bauliche Eingriffe nötig wären, so Jourdan. «Die Hotelzim- mer bieten eine ausgezeichnete Struktur für den Musikschulunter- richt. Es bräuchte natürlich Mass- nahmen im Bereich Akustik.» Im Gegensatz zur Schulhausvariante ImMärz werden die Weichen gestellt Voraussichtlich an der Gemeinde- versammlung im März 2021 wird der Gemeinderat einen Projektie- rungskredit für die weiteren Pla- nungen für das Mittenza vorlegen. Klar ist schon heute: Die Sanierung wird teuer. Thomi Jourdan rechnet alleine für die Sanierung am Be- stand mit 17 Millionen Franken. Für die Umgestaltung zum Zent- rum der Musikschule kämen wei- tere gut vier bis fünf Millionen Franken hinzu. Haben Sie Ideen und Rückmeldungen zur Zukunft des Mittenza. Melden Sie sich bis noch am 27. November bei Ge- meinderat thomi@jourdan.ch.

Ein Ort für kulturelle Anlässe und Aktivitäten: das soll das Mittenza bleiben. Foto Archiv MA

braucht es für die Musikschule kei- nen Pausenplatz. Dazu könnten mehr Synergien mit der generellen Idee, das Mittenza als Kulturhaus zu führen, genutzt werden. Mit dem Zusammenzug im Mittenza würden die verschiedenen Stand- orte der Musikschule in Muttenz obsolet. So könnte die Gemeinde die Parzelle beim Standort Feldre- ben im ehemaligen Kindergarten, der stark sanierungsbedürftig ist, verkaufen. Der Gemeinderat schätzt – neben dem Einsparen der Sanierungskosten – einen mögli- chen Verkaufsertrag auf 2,6 Mil- lionen Franken. Positive Rückmeldungen Das Mittenza soll auch gastrono- misch etwas bieten. Geht es nach Thomi Jourdan, soll etwas Neues entstehen, das es so in Muttenz

der Musikschule Beat Raaflaub warnte aber davor, dass sich zu viele verschiedene Nutzungen auch in die Quere kommen könnten. Er sei sich dem voll bewusst, meinte Jourdan und verwies dabei auf unterschiedliche Erschliessungs- wege, um die Personenströme gut zu verteilen. «Noch braucht es viele Überlegungen, damit am Schluss alles aufgeht.» Die Rückmeldungen der gegen 60 zugeschalteten Personen fielen grundsätzlich positiv aus. Susanne Gasser wollte wissen, ob die Ver- eine bei Anlässen selber wirten dür- fen. Sie würden dieses Anliegen in ihre Überlegungen aufnehmen, so Jourdan. Mehrfach wurde betont, dass es wichtig sei, dass das Mit- tenza auch ein attraktiver Ort für die älteren Menschen in Muttenz ist. nanziell die aktuell attraktivste Variante. Festlegen will sich der Gemeinderat aber noch nicht, stellte Jourdan klar. «Das sind am Ende auch politische Entscheidun- gen, zum Beispiel, wie teuer ein kurzer Schulweg sein darf.» Denn mit dem Ausbau des Schulhauses Donnerbaum hätte Muttenz west- lich der Birsfelder- und Margel- ackerstrasse in den Schulhäusern Margelacker und Donnerbaum fünf bis sechs Primar-Klassen- züge, im Gründen und Breite zu- sammen nur gerade vier, obwohl in diesen Gebieten die Kinderzah- len zuletzt ebenfalls stark gestie- gen sind.

«nicht schon fünfmal gibt». Die Wyniger Gruppe, die von zwei Mut- tenzern geführt wird, in Basel den Teufelhof betreibt und die Ge- meinde in den letzten Jahren bei den Planungen zum Mittenza beratend zur Seite stand, sei am Standort in- teressiert. Aber definitiv sei im Gas- trobereich noch gar nichts, versi- cherte der Gemeinderat. Von der Variante Musikschule würden auch die Muttenzer Ver- eine profitieren. Ihnen bleibt im Mittenza mehr Platz, da dieMusik- schule im Vergleich zur Primar- schule weniger Räume braucht und zudem gewisse Mehrfachnutzun- gen möglich wären. Dementspre- chend positiv fällt das Fazit der Interessensgemeinschaft Ortsver- eine Muttenz (Igom) aus, wie deren Präsident Christoph Gutknecht versicherte. Der ehemalige Leiter ins Zentrum: Erweiterung des Schulhauses Donnerbaum für einen dritten Klassenzug, Auf- stockung des Schulhauses Grün- den für einen dritten Klassenzug oder ein Neubau auf grüner Wiese beim Seemätteli. Ein Neu- bau auf grüner Wiese käme weit- aus am teuersten, betonte Thomi Jourdan. Eine Aufstockung des Schulhauses Gründen sei baulich zwar möglich. Die nötige zusätz- liche Turnhalle sei baulich aber kompliziert. Die Erweiterung des Donner- baums inklusive Turnhalle sei bei laufendem Schulbetrieb am ehes- ten möglich und baulich und fi-

Wird das Donnerbaum erweitert? Mit der Musikschule würde auch die Primarschulleitung vom Schulhaus Donnerbaum ins Mit- tenza ziehen. Dies böte Platz, um im Donnerbaum künftig zwei ganze Primar-Klassenzüge zu führen. Trotzdem braucht Mut- tenz noch mehr Schulraum. Kurzfristig für einen zusätzli- chen Klassenzug, mittel- bis langfristig eventuell sogar für zwei. Wie jener zur Verfügung gestellt werden kann, prüft der Gemeinderat im Rahmen einer umfassenden Schulraumpla-

nung. Mit demwahrscheinlichen Wegfall der Variante Mittenza rücken anderen Optionen wieder

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