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Pratteln

Freitag, 20. November 2020 – Nr. 47

Sport

Auf einen enttäuschenden Start folgte ein klarer Aufwärtstrend Beim FC Pratteln blickt Fussball 2. Liga regional

man auf eine durchzogene erste Saisonhälfte zurück, will die Mannschaft aber dennoch zusammenhalten.

Von Alan Heckel

Eigentlich hätte der FC Pratteln am vergangenen Samstag sein letztes Vorrundenspiel gegen den FCWall- bach-Zeiningen gehabt. Doch der Match fiel den verschärften Mass- nahmen zur Bekämpfung der Co- rona-Pandemie ebenso zum Opfer wie die am vorletzten Wochenende angesetzte Begegnung inGelterkin- den. Beide Partien sollen im Früh- jahr 2021 nachgeholt werden, die Winterpause ist heuer also bereits nach elf Runden Tatsache. Die verkürzte Hinrunde hindert Kendim Mehmeti allerdings nicht daran, ein Fazit zu ziehen: «Auch wenn es amSchluss besser geworden ist, war es keine gute Vorrunde.» Der Prattler Sportchef spricht offen aus, dass «wir uns alle mehr erhofft haben». Mit hohen Zielen gestartet, belegt das Team mit fünf Siegen, fünf Niederlagen und einem Remis nur Rang 7. In der abgebrochenen letzten Saison hatte man noch an der Tabellenspitze überwintert. «Ein Vergleich wäre allerdings vermes- sen, denn im Vorjahr ist sehr viel für uns gelaufen», so Mehmeti. Trostloser Auftritt Die durchwachsene erste Saison- hälfte kommt nicht von ungefähr. «Alles ist erklärbar», sagt Mehmeti. Am Ursprung steht eine Vorberei- tung, die «nicht top» (Mehmeti) war. Dann verletzte sichNeuzugang Robin Risch im letzten Training vor dem Auftaktspiel, der erste Match in Laufen (2:2) mit einem späten Ausgleich des Gegners und einer Roten Karte gegen Idriz Basic war exemplarisch für die Frühphase die- ser Spielzeit. Platzverweise und un- glückliche Gegentreffer pflasterten die Prattler Partien, Trainer Yves Kellerhals war zu Umstellungen ge-

Keine einfache Vorrunde: Der FC Pratteln (im Bild Elias Kägi und Uros Ilic im Spiel gegen Timau) hatte zu Saisonbeginn mehr Probleme als erwartet. Foto Bernadette Schoeffel

zwungen und die Stimmung in der Mannschaft wurde mit jeder Nie- derlage schlechter. Negativer Höhepunkt war die 1:5-Klatsche in Birsfelden Mitte September. «In den Spielen zuvor hatte die Mannschaft sich stets ge- wehrt und den Gegnern Paroli ge- boten. Aber der Auftritt in Birsfel- den war einfach nur trostlos – das Schlechteste, das ich jemals vomFC Pratteln gesehen habe», spricht Mehmeti Klartext. Direkt nach demMatch tauschte er sichmit Kel- lerhals aus. «Sein Eindruck war der gleiche wie meiner.» Dass etwas passierenmusste, stand für ihn fest. «Ich hätte mit Yves vor dem nächs- ten Training definitiv nochmals denMatch analysiert und dann das weitere Vorgehen besprochen», er- zählt der Sportchef, der aber bevor es dazu kommen konnte, von Kel- lerhals’ Rücktritt überrascht wurde.

Auf die Schnelle sprang Stefan Krä- henbühl als Trainer ein – und plötz- lich wendete sich das Blatt. Bessere Stimmung Mit dem Präsidenten an der Seiten- linie fuhr Gelbschwarz mit Aus- nahme der knappen 0:1-Niederlage bei Leader Concordia einen Sieg nach dem anderen an. Doch was macht Krähenbühl besser als Kel- lerhals? «Schwierig zu sagen», sagt Kendim Mehmeti, der selbst einst mit und unter Krähenbühl gespielt hat. «Stefan hat einen klaren Plan und verlangt von den Spielern, dass sie ihn umsetzen», weiss Mehmeti, der mitbekommen hat, dass nach dem Trainerwechsel die Stimmung innerhalb der Mannschaft besser geworden ist. «Aber das hat vor allemmit den vielen Siegen zu tun.» Krähenbühl wird das Team bis Saisonende betreuen, danach soll

ein Neuer die Geschicke bei Gelb- schwarz übernehmen. Ziel für die zweite Meisterschaftshälfte ist es, «so weit nach oben wie möglich» zu kommen. Dafür soll die aktuelle Mannschaft zusammengehalten werden, denn die meisten Neuzu- gänge haben ihre Qualitäten mehr- fach unter Beweis gestellt. Auch deshalb sind selbst in der fussball- freien Zeit mehrere Prattler Spieler für höherklassige Clubs interes- sant. So hat beispielsweise der SV Muttenz (1. Liga) bei Elias Kägi angeklopft. Um auf mögliche Ab- gänge vorbereitet zu sein, hat Ken- dim Mehmeti bereits seine Fühler nach potenziellen Neuzugängen ausgestreckt. «Vielleicht ergibt sich ja was», meint er vielsagend. Trai- ningsauftakt ist am4. Januar 2021. Eventuell wirdman dann schon das eine oder andere neue Gesicht in der Sandgrube sehen.

SPANNEND BIS ZUM SCHLUSS IM S INNE DER GERECHT IGKE I T ANNE GOLD

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