MAPA_KW24_2019

Muttenz

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Freitag, 14. Juni 2019 – Nr. 24

Die Finanzlage ist bei allen Kandidierenden ein wichtiger Punkt Politik

Beim Thema Finanzen und Wirt- schaft ist generell sehr viel Miss- trauen vorhanden. Das stellte FDP- Kandidatin Doris Rutishauser in ihrer Tätigkeit in der Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission sowie in der Finanzkommission Muttenz fest. SVP-Kandidat Buess sieht ebenfalls die Finanzlage der Gemeinde als grösstes Problem. Laukemann meint auf Nachfrage des Muttenzer Anzeigers auch, dass die Schulden gesenkt werden müss- ten, man sollte aber deswegen keine Panik machen und die Situation langfristig betrachten. Das muss schneller gehen Angesprochen wurde in der Runde auch das Thema Bewilligungen. Vereine haben es schwer, diese für

Gemeinderats-Kandidaten diskutierten letzte Woche über Fragen, die Muttenz stellt, und Probleme, die gelöst werden müssen. Die Finanzen sind das dringendste Problem von Muttenz. Da sind sich die Kandidierenden für die Ge- meinderats-Ersatzwahlen weitge- hend einig. Am Mittwoch vergan- gener Woche standen sie an einem Podiumsgespräch Rede und Ant- wort.Organisiertwurde derAnlass vom Gewerbeverein KMU Mut- tenz, demHauseigentümerverband Muttenz sowie vom Sportverein und Turnverein Muttenz. Vier der fünf Kandidierenden nahmen teil. SP-Kandidat Yves Laukemann war wegen gebuchter Ferien verhindert. Moderiert wurde die Diskussion von Beat Hüsler, Präsident des KMU Muttenz. Auf seine erste Frage nach den dringendsten Prob- lemen in Muttenz meinten alle vier anwesenden Kandidierenden: die Finanzen. Die Gemeinde hatte 2012 eine Fremdverschuldung von 30 Millionen Franken, heute sind es über 80 Millionen. CVP-Kandi- dat Thomas Schaub meint, dass die Zusammenarbeit mit anderen Ge- meinden ein Lösungsansatz sei. Er nennt in dem Zusammenhang das neue Alters- und Pflegegesetz des Kantons, sogenannte Pflegeregio- nen zu bilden, als Beispiel. Von Tamara Steingruber

daten mit dem Mittenza machen? Das scheint eine schwierige Frage zu sein, auf welche mit einer allge- meinen Ratlosigkeit geantwortet wurde. In vielen Punkten einig Eine Idee – und zum Teil ähnliche Ideen – hatten die Podiumsteil- nehmenden, was sie mit dem Fonds für Nachtparkiergebühren machen würden. In einer Diskussionsrunde könnten Ideen gesammelt werden und eine Ausstellung gemacht werden. Mathys wird konkreter und meint, dass der zweckgebun- dene Fonds für eine Begrünung und

ligten und Experten an einemTisch sitzen, auf guter Ebene diskutiert wird. Auch Laukemann, der gegen die Bohrungen auf der Rütihard ist, sieht den Dialogprozess positiv. Mathys hinterfragt, ob das hoch- wertige Salz der Rütihard für das Auftauen von Eis auf der Strasse eingesetzt werden muss. Rutishau- ser Saner macht sich Sorgen, dass das Thema die Gesellschaft in Muttenz spaltet. Es istwichtig, dass der Dialog nicht emotional, son- dern sachlich geführt wird, meint Schaub. Schlussendlich sei der Salzabbau aber kein reinesMutten- zer Thema, sondern etwas, das die ganze Schweiz angeht. Der ehemalige Bauverwalter Hanspeter Jauslin warf die Frage in die Runde: Was würden die Kandi- Samuel Mathys: «Ich nehme mein passives Wahlrecht wahr und kann unbefangen an Dinge herangehen.»

Beschattung des Mittenza-Park- platzes verwendet werden könnte. Rutishauser geht noch weiter und stellt sich unterirdische Parkplätze vor, sodass der bestehende Platz vollständigbegrüntwerdenkönnte. Aus einigen Antworten kristal- lisierte sich eine Einigkeit zwischen den Kandidierenden heraus. Zum BeispielbeimThemaRaumplanung indieHöhe,Wirtschaftsförderung, Stärkung der KMU und Koopera- tionenmit anderenGemeinden sind alle ähnlicher Meinung. Auch die transparente Kommunkation und derEinsatzmodernerTechnologien wird von allen Seiten als wichtig erachtet, ist aber auch eine Kosten- frage. Zusammengefasst: Der Ge- meinderat muss neue Wege gehen, damit Muttenz eine gesunde Ge- meinde mit finanziellem Spielraum wird. Klar ist: Es muss gespart werden, die Frage ist nur, wo. David Buess: «Ich bin sehr offen und lasse mich nicht in einen Parteislogan drücken.»

Anlässe einzuholen. «Ich bin er- staunt, wie kompliziert das ist», so der parteilose Kandidat Samuel Mathys. Auch hier sind sich die Kandidaten einig: Die Bürokratie muss entflochten und Prozesse ver- einfacht werden. Gerade auf wie- derkehrende Anlässe wie das «Jazz uf emPlatz» und das Eierleset sollte sich die Gemeindeverwaltung vor- bereiten. «Eigentlich sollte man Bewilligungen nach einem Tag er- halten», meint Rutishauser. Was tun mit ...? Das Publikum fragte die Kandida- ten auch nach ihrer Meinung zum Salzabbau auf der Rütihard. Buess findet, dass im aktuellen Dialog- verfahren, bei welchem alle Betei- Doris Rutishauser Saner: «Ich habe den Frauenblickwinkel und kann gut zuhören.»

Thomas Schaub: «Ich löse Themen sachpolitisch über Parteiengrenzen hinaus.»  Fotos Tamara Steingruber

Yves Laukemann: «Ich bringe Innovation mit und setze mich für soziale Anliegen ein.»

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