MAPA_KW24_2019

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Muttenz

Freitag, 14. Juni 2019 – Nr. 24

Gemeinde-Nachrichten

Mit der heiligen Barbara unter der Hüslimattstrasse

Die Vortriebscrew (von links: Mario Tufilli, Zbigniew Cichon, João Rodrigues, Damien Renggli) beim Durchstich der ersten Etappe.

Die heilige Barbara wacht über die Arbeiten.

Vorarbeiter Mario Tufilli sieht die Sonne nur in den Pausen.

erhaschen. Schon bald ruft wieder der Stollen – im wahrsten Sinne des Wortes. Tufilli ist einer von jeweils drei bis vier Arbeitern, die auf be­ achtliche Art und Weise die neue Ableitung des Dorfbachs zwischen dem Einlaufbauwerk und der be­ stehenden Leitung in der Ober­ dorfstrasse bauen. Rund 180 Meter lang wird der Abschnitt sein, einen Innendurchmesser von 160 Zen­ timetern haben und etwa sieben Meter unter der Hüslimattstrasse verlaufen. «Diese Tiefe ist notwen­ dig, damit das Wasser ohne Druck im freien Gefälle fliessen kann», er­ klärt Andy Gössi, Gesamtprojekt­ leiter der Gemeinde. Im Tagebau wäre das nur mit unverhältnis­ mässigem Aufwand zu bewerk­ stelligen. «Weil ein konventioneller Leitungsgraben grosse Teile des

Strassenquerschnitts einnehmen würde, hätten die Anwohnerinnen und Anwohner monatelang sehr starke Einschränkungen bezüglich der Zufahrt zu ihren Liegenschaf­ ten in Kauf nehmen müssen», so Gössi. Deshalb gräbt sich Mario Tufilli mit seinen Kollegen im so­ genannten Pressrohrvortriebs­ verfahren fernab von Tageslicht und neugierigen Blicken durch den lehmig-tonigen Untergrund. Vorwärts dank 500 Tonnen Druck Ausgangspunkt ist der grosse Schacht auf halber Strecke. Von seiner Basis her stossen die Arbeiter mit Hilfe eines Hydraulikaggregats nach und nach die tonnenschwe­ ren Rohrelemente durch das Erd­ reich. In einer ersten und bereits

abgeschlossenen Etappe talwärts Richtung Oberdorf, jetzt in entge­ gengesetzter Richtung zum Einlauf­ bauwerk. «Mein Arbeitsplatz ist an der Spitze des Pressrohrvortriebs. Dort baue ich, immer tiefer im Tun­ nel und im Schutz des Richtschilds, mit einem Baggerarm das Erdreich ab und bahne damit den weiteren Weg», beschreibt der Vorarbeiter. Dabei kann er durchaus auf un­ liebsame Überraschungen treffen. Wenn etwa Gestein imWeg ist. «Bei diesem Projekt bescherte uns ein­ dringendes Hangwasser Zusatz­ aufwand. Während mehrerer Tage mussten wir es abpumpen», ergänzt Tufilli. Hat er sich wieder vorgear­ beitet, stossendievierHauptpressen mit einer Druckleistung von 1200

Zentimeter um Zentimeter er- hält der Dorfbach eine neue Ableitung. Die eindrücklichen Arbeiten verlangen den Betei- ligten einiges ab. Ein Baustel- lenbesuch. Flink klettert Mario Tufilli aus dem sieben Meter tiefen Schacht die Leiter hoch. Fast hätte ein Einfami­ lienhäuschen dort unten Platz. Der Vorarbeiter macht Pause und nutzt sie, um etwas von der Junisonne zu Besserer Hochwasserschutz Wie das 2018 fertiggestellte Einlauf- und Rechenbauwerk ist auch die neue Bachableitung Hüslimatt Teil des generellen Entwässerungsplans (GEP). Sie sorgt künftig dafür, dass Bach­ wasser bei zu grosser Menge nicht mehr zusätzlich über die Kanalisation abgeleitet werden muss, denn das erschwert den effizienten Betrieb der Abwas­ serreinigungsanlage. Zudem wurde im Zuge der Analyse der Überschwemmungen von 2016 die geplante Abflusskapazität er­ höht und der Hochwasserschutz signifikant verbessert. Über zu­ sätzliche Schritte informiert die Arbeitsgruppe Hochwas­ ser im Muttenzer Anzeiger vom 28. Juni 2019 und auf der Webseite der Gemeinde: www. muttenz.ch → Aktuelle Politthe­ men → Hochwasser.



Fortsetzung auf Seite 31

Ein tiefer Schacht ist Ausgangspunkt für den Press- rohrvortrieb.

Sieben Meter unter der Erde wird lehmiger Unter- grund abgetragen.

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