W issen Sie, was hinter Red Cherry, Bloody Mary, Black Bee und White Pearl steckt? Dabei handelt es sich nicht etwa um leckere Cocktails, sondern um wun- derschöne Zwerggarnelen. Während es vor 20 Jahren noch eine relativ be- scheidene Auswahl gab – allen voran die farblose Amano-Garnele – existieren heute Garnelen in beinahe jeder vor- stellbaren Farbe. Die Zucht war äußerst erfolgreich und hat von weiß, über gelb, orange, rot, grün, blau bis zu schwarz das komplette Farbsortiment hervor- gebracht. Auch gestreifte, zweifarbige, samtige oder knallig bunte Garnelen warten im Zoofachgeschäft und Inter- net darauf, ihren Weg in die heimischen Aquarien anzutreten. Haltung von Garnelen Garnelen sind nicht nur schön, sondern eine echte Hilfe: Ähnlich wie Ameisen sind sie Tag und Nacht damit beschäf- tigt, die Umgebung sauber zu halten. Im Aquarium betrifft dies hauptsäch- lich Algen und überschüssiges Futter. Beinahe ununterbrochen raspeln sie Algenbeläge von Scheiben, Steinen und Blättern. Angst um seine Pflanzen muss man hierbei nicht haben. Diese sind für Zwerggarnelen uninteressant, auch wenn sie sich vornehmlich vege- tarisch ernähren. Aufgrund ihrer Tätigkeit helfen sie nicht nur mit, das Aquarium sauber zu halten, sondern stabilisieren auch das Gleichgewicht: Sie verhindern, dass sich abgestorbene Krebse fürs Aquarium Krebse stellt man sich im Allge- meinen relativ groß vor, doch es gibt auch kleine Arten wie den beliebten Orangenen Zwergfluss- krebs. Mit seinen gerade einmal 4 bis 5 cm Länge sieht er fast wie eine Garnele aus. Bei näherem Hinsehen lassen sich jedoch die Scheren an den Vorderbeinen er- kennen. Eine Vergesellschaftung mit Schnecken, Garnelen und kleinen Fischen ist kein Problem.
Praktischer Putztrupp Schnecken halten ihre Umgebung stets sauber und reinigen so das Aquarium
Pflanzenteile zersetzen, senken die Belastung durch schädliche Stoffe und wirbeln beim Gründeln Nährstoffe auf, wodurch diese für nützliche Mikro- organismen besser verfügbar sind. Da Garnelen soziale Gruppentiere sind, wäre eine Haltung von nur zwei oder drei Tieren nicht artgerecht. Es sollten mindestens sechs, besser zehn bis zwanzig Tiere sein, die gemeinsam durch ein Aquarium streifen. Auch wenn man es ihnen nicht zutraut, kom- munizieren Garnelen miteinander und warnen sich vor Gefahren. Dabei kann
es sich zum Beispiel um gefräßige Fi- sche handeln. Von diesen sollte man im Aquarium Abstand nehmen. Größere Fische könnten sie als willkommenen Snack ansehen. Vor dem Einsetzen von Garnelen sollte daher abgeklärt sein, ob eventuell bereits vorhandene Fische eine Gefahr darstellen könnten. Davon abgesehen benötigen die quirligen Algenvernichter in jedem Fall viele Rückzugsgebiete in Form von reichlich Pflanzen, Wurzeln und kleinen Höhlen. Zudem freuen sie sich über eine ge- wisse Strömung im Aquarium und gele-
Kleiner Krebs Der Zwergflusskrebs kann mit Garnelen und Schnecken gehalten werden
Oktober 2025 / Ein Herz für Tiere 37
Made with FlippingBook flipbook maker