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E igentlich wollte er nur lustige Videos drehen. Doch dann flatterte eine Taube in Maltes Leben – und der Rest ist Tierschutzgeschichte. Aus einem Internetstar wurde ein Retter auf vier Pfoten und zwei Flügeln, der zeigt: Mit Herz, Mut und einer Pri- se Selbstironie kann man die Welt verändern. Malte Zierden, einst als Social-Media-Star be- kannt, ist heute der bekannteste Tierschützer Deutschlands. Alles begann mit einer Taube, die er Oßkar nannte und die sich an seinem Bade- zimmerfenster niederließ. Aus dieser kleinen Begegnung wuchs eine große Leidenschaft: Tiere in Not zu retten – egal, ob in Ostfriesland, der Ukraine oder Südafrika. Seitdem kennt Maltes Engagement kaum Grenzen. Mit unerschütterlicher Energie sammelte er Spenden für den Bau eines moder- nen Tierheims in der Ukraine, das Hunderte Katzen und Hunde vor dem Elend bewahrt. Er fand für die vom Feuer schwer gezeichnete Hündin Phia ein liebevolles Zuhause und be- gleitete Rettungsaktionen, die ihn immer wieder an seine seelischen Grenzen brachten. Bilder von verstörten Straßentieren, zerstörten Heimen oder Hunden, die er aus Trümmern zog – all das lässt Malte nicht los. Doch er macht weiter, weil er weiß: Für die Tiere bedeutet sein Einsatz den Unterschied zwischen Hoffnung und Vergessen. Alles für die Tiere Dass er dabei selbst mit Ängsten und einer post- traumatischen Belastungsstörung kämpft, ver- schweigt er nicht. Im Gegenteil: Er spricht offen über seine ADHS-Diagnose, seine körperlichen Leiden, schlaflosen Nächte und die psychische Last, die die Einsätze hinterlassen. Gerade diese Ehrlichkeit macht ihn nahbar. Sie zeigt, dass Mut nicht bedeutet, keine Angst zu haben – son- dern trotz der Angst weiterzumachen.

Malte und Freundin Phia bei der Übergabe des „Deutschen Tierschutz- preises 2024“

Malte Zierden ist kein Held mit makelloser Rüstung, sondern ein Mensch, der seine Reich- weite nutzt, um Hoffnung zu schenken. Er vereint Humor und Ernsthaftigkeit, Selbstironie und tiefes Mitgefühl. Vielleicht ist es genau das, was ihn so inspirierend macht: das und die Überzeugung, dass selbst eine kleine Taube die Kraft haben kann, ein Leben – und am Ende vielleicht sogar die Welt – zu verändern. „Ein Herz für Tiere“ traf den gebürtigen Ost- friesen für ein exklusives Interview, in dem er verrät, wie alles begann und was er tut, wenn ihm einfach mal alles zu viel wird. Malte im exklusiven Interview Ein Herz für Tiere: Manche kennen dich als Tierschutzaktivist, andere von den Sozialen Medien, wo du witzige Beiträge gemacht hast, aber auch ernsthaft über mentale Ge- sundheit redest. Wie würdest du dich selbst beschreiben? Malte Zierden: Ich bin Content Creator und engagierter Tierschützer und versuche mich auf Tierschutz zu fokussieren. Ich liebe Tiere und hasse, dass sie ungerecht behandelt werden. Und ich versuche, ihre Welt ein bisschen besser zu machen. Ich bin der Überzeugung, wenn man es mit einem Augenzwinkern macht, erreicht man noch ein paar mehr Menschen in diesen schweren Zeiten. Deswegen mache ich alles meistens mit einem Lächeln im Gesicht und manchmal mit einer kleinen Taube auf der Schulter. Gab es einen Moment in deinem Leben, in dem du gemerkt hast: Jetzt will ich etwas ver- ändern – für Tiere, für andere, für mich?

STECKBRIEF

Geb. 1992 in Leer, Ostfriesland 2018: Start eigener Instagram-Kanal Seit 2022 aktiver Tierschützer 2024: „Deutscher Tierschutzpreis“ Lebt mit Freundin Phia und zwei ehe- maligen Straßen- hunden in Hamburg

Als überzeugter Veganer will Malte sich für alle Tiere stark machen

Oktober 2025 / Ein Herz für Tiere 45

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