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Spezial

Wie bist du zum Tierschutz gekommen – war es Zufall oder schon immer dein Ding? Ich war schon immer tierlieb und interessiert. Ich bin mit Hunden groß geworden. Das waren aber immer Zuchthunde, nie Tier- schutzhunde, damals habe ich das auch nie hinterfragt. Zudem hatten wir zuhause Pferde bei uns auf dem Hof. Ich bin in Ostfriesland auf dem Dorf groß geworden, dort gab es vor allem unfassbar viele Schafe. Hast du selbst Haustiere? Mein erstes eigenes Haustier war die Stadt- taube Oßkar. Und nun habe ich meine zwei Hündinnen Ma und 13, beide sind ehemalige Straßenhunde aus der Ukraine. Du reist in Länder, wo Tiere sehr leiden. Nach welchen Kriterien entscheidest du: Da muss ich unbedingt hin? Am liebsten würde ich mich klonen, um gleich- zeitig in alle Gebiete reisen zu können. Ich würde sagen, es gibt auf dieser Welt kein Land, wo Tiere nicht leiden. Persönlich weiß ich eigentlich nie so richtig, wo ich anfangen und wo ich aufhören soll, es gibt so unfassbar viele Themen. Natürlich bekomme ich auch fast täglich An- fragen von Organisationen, und es ist schwer, zu entscheiden. Deshalb versuche ich auf meinen Bauch zu hö- ren und den Fokus auf jene zu lenken, die die geringste Lobby haben, zum Beispiel Tauben.

Auch über seine mentale Gesundheit spricht Malte in der Öffentlichkeit

Der größte Schlüsselmoment war meine Taube Oßkar, die an mein Fenster kam und für mich am Anfang eher eine unterhaltende Herausfor- derung war. Und wie das halt so ist, wenn man ganz nah mit Tieren zusammenarbeitet, reflek- tiert man viel über sich und über die Tiere. Und dann habe ich herausgefunden, wie schlecht es Tauben geht. Und da war der erste Gedanke: Warum weiß das keiner? Oßkar kam und hat mir gezeigt, dass Tier- schutz auch ein tolles Thema ist. So kam der Stein ins Rollen. Du teilst viel Persönliches auf deinen Kanälen. Wie schaffst du es, offen zu sein, ohne dich dabei selbst zu verlieren? Ich verliere mich regelmäßig selbst. Ich kämpfe aktuell mit einer posttraumatischen Be- lastungsstörung und das habe ich inzwischen auch in den sozialen Medien preisgegeben. Aber mir macht es Spaß, Menschen dabei hel- fen zu können, dass sie nicht allein sind mit solchen Problemen, deshalb spreche ich ehrlich drüber. Auf der anderen Seite fällt es mir na- türlich schwer, weil es Kritik mit sich bringt. Ich könnte jetzt sagen, dass mir das alles egal ist, aber die Wahrheit ist, dass es immer wieder sehr belastet.

Malte besuchte das Nashornwaisenhaus in Mbombela, Südafrika und half kräftig mit

46 Ein Herz für Tiere / Oktober 2025

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