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Für die Rettung der Hün- din Phia, die einem Feu- er entkam, erntete Malte auch viel Kritik im Internet

in Deutschland bei einer Straßenkatzenaktion – in Marokko, in der Ukraine ... es gab unfassbar viele Themen, die mich berührt haben.

Was läuft aus deiner Sicht schief im weltweiten Umgang mit Tieren?

Ich würde sagen, dass alles schiefläuft. Es fängt mit der Verdrängung der Menschen an, au- ßerdem haben Tiere überall auf der Welt keine Lobby, kein Budget, kein Mikrofon vor ihrer Schnauze. Sie haben Hunger, Angst, werden missverstanden oder misshandelt. Es gibt zum Glück Menschen, die sich für sie einsetzen, aber diese Leute, die das in erster Linie alles ehrenamtlich tun, tragen die ganze Last auf ihrem Rücken.

»Oßkar hat mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt.«

Gab es ein Thema, das dich besonders berührt hat?

Als Veganer ist es natürlich ein Thema, wie mit sogenannten Nutztieren umgegangen wird. Ich habe Investigativrecherchen in Schlacht- häusern mitgemacht, bei denen wir aufgedeckt haben, wie Tiere misshandelt werden. Ich war in Namibia, um Seehunde zu retten, die sich in Meeresmüll verfangen haben. Ich war

Mit feinen Körnchen und Geduld gelang es Malte

schließlich Oßkars Neugier zu wecken

Malte und Oßkar, die Stadttaube Die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft

Malte pflegte eine ganz besondere Beziehung zu einer Stadttaube, die er auf seiner Fenster- bank sah. Mit viel Geduld gewann er das Vertrauen des Vogels. Die Taube, der Malte den Namen Oßkar gab, wurde schließlich zu einem wichtigen Symbol im Einsatz gegen die Stigmatisierung von Stadttauben in Deutschland. Die Begegnung mit Oßkar begann Anfang 2022 scheinbar zufällig. Doch Malte erkannte schnell das Besondere an diesem Tier. Er schuf für Oßkar ein kleines Zuhau- se mit Teppich und Mini-Möbeln und legte damit die Grundlage für eine ungewöhnliche Freund- schaft, die viele Menschen bewegte. Am 13. Juni dieses Jahres verstarb Oßkar, er wurde aber etwa 14 Jahre alt, was ein großartiges Alter für Stadttauben ist. „Für viele warst du nur eine Stadttaube, für mich warst du mein bester Taubenfreund“ – mit diesen Worten verabschiedete sich Malte von seinem gefiederten Freund. In seinem Beitrag teilt er Fotos und Videos, die die enge Bindung zeigen: eine Taube, die vertraut aus der Hand frisst, auf der Fensterbank lebt und das Leben eines Menschen berührt hat. Oßkar wurde zur Symbolfigur für einen respektvollen Umgang mit Stadttauben – seine Wir- kung reichte weit über Hamburg hinaus. Er stand exemplarisch für Protestaktionen wie jene ge- gen geplante Tötungsmaßnahmen in Limburg. Über diese zauberhafte Begegnung hat Malte zwei Bücher geschrieben, das neueste stellen wir auf Seite 51 kurz vor.

Taube Oßkar bekam ein eigens eingerichtetes Wohnzimmer auf Maltes Fenstersims

Oktober 2025 / Ein Herz für Tiere 47

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