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gar aktiv auf das Geschehen am Bildschirm. Bellt er, wedelt mit dem Schwanz – oder ist es ihm egal? Die Forscher unterschieden zwischen pas- siver Aufmerksamkeit – also spitzt er die Ohren, hebt er den Kopf oder steht er gar auf und geht zum Bildschirm, bellt oder wedelt mit dem Schwanz? Am Ende flossen die Daten von 453 Hunden im Alter von zwei Monaten bis zu 16 Jahre in die Auswertung ein, 300 davon waren Rassehunde, der Rest Mischlinge. Erfasst wurde unter ande- rem, wie lange und wie häufig die Tiere fernse- hen, ob und wie sie zwischen lebendigen und nicht belebten Objekten unterscheiden bezie- hungsweise wie sie auf diese reagieren. Eine Frage der Persönlichkeit Entscheidend für das Verhalten der Hunde sei das individuelle Temperament, berichtet Lane Montgomery. Leicht erregbare Vierbei- ner folgten häufiger Bewegungen auf dem Bildschirm, ängstliche reagierten eher auf Ge- räusche. Alter, Rasse oder Geschlecht der Teil- nehmer spielten dagegen keine Rolle. Besonders starke Reaktionen riefen Tiere oder Artgenossen auf dem Bildschirm hervor. Auf Bellen oder Heulen reagierte fast die Hälfte aller Teilnehmer. Es zeigte sich auch, dass besonders empfindsame Hunde von bewegten Objekten angezogen werden. Ganz als ob sie real wären. Wenig überraschend: Geräuschemp- findliche Tiere reagierten auf laute Geräusche wie Schüsse oder Autohupen. Tierprogramme bevorzugt Fazit: Besonders deutlich und positiv reagier- ten Hunde auf Bilder von Tieren und typische Geräusche wie Bellen und Stimmen. Passende Videos oder TV-Programme kön- nen Hunde, die dafür empfänglich sind mög- licherweise ergänzend beschäftigen. Etwa in Tierheimen oder wenn krankheitsbedingt oder bei Läufigkeit die gewohnten Gassirunden kürzer ausfallen. Katzen lieben Illusionen Ein Federspiel, eine Wollmaus, ein Laserpunkt verführt Katzen zum Jagdspiel. Und wenn nichts da ist, reicht schon ihre blühende Fan- tasie, irgendeinem imaginären Objekt aufzu- lauern und nachzustellen. Die Kombination von Bewegung, Licht und Geräuschen auf einem Screen fasziniert besonders Wohnungskatzen. Für Tabletts und Handys gibt es Apps mit Kleintieren, wie Mäusen, Vögeln oder Fischen, die den Jagdinstinkt der Katze wecken

Hellwach auf der Jagd Für Tabletts und Handys gibt es Apps mit Kleintieren wie Mäuse und Vögel

REINSCHNUPPERN

DOGTV https://www.youtube.com/watch?v=y8CzZ42vCH8 Virtuelle Jagd bei Catflix https://www.youtube.com/watch?v=2xgFqv-B_Z0

Spätere Heirat nicht ausgeschlossen In Erhaltungszuchtbüchern werden Ehen für seltene Zootiere empfohlen. Doch be- vor ein Orang Utan Mann zur Hochzeit in einen anderen Zoo umzieht, können die künftigen Bräute online checken, ob er aus ihrer Sicht ein möglicher Kandidat ist. Die Empfehlung der Zuchtbuchführer reicht nicht immer für den Erfolg der arrangierten Ehe.

Papageien im Video Call Besonders seit der Corona Pandemie haben sich Video- calls etabliert. Können kluge Tiere vielleicht mit dieser Kommunikationsform auch etwas anfangen? US-Forscher haben es mit Papageien ausprobiert. Wenn

einer mit seinem Schnabel auf den Screen tippte, wurde er mit dem darauf gezeigten Partner zusammengeschlos- sen. Es entstand eine leb-

hafte Plauderei mit Krächzen, und Gesang. „Die Methode könnte das Leben von Papa- geien in Zoos und privater Haltung bereichern“, ist ein Fazit der Studie.

Oktober 2025 / Ein Herz für Tiere 65

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