Hundebibel

Sheltie Ivy scheint zu pöbeln. Dabei schnappt sie nur nach einem Leckerli

Sehr ernst und ein bisschen entsetzt: Labrador Cooper wirkt allzu menschlich

beiner eine Kommunikation aus wenigstens 19 Gesten nutzen, um sich uns mitzuteilen. Diese sogenannten Re- ferenzgesten seien keinesfalls zufällig und immer zielge- richtet. Die Kombination aus Kopfbewegung, Gesichts- ausdruck und Körpersprache funktioniert besonders dann, wenn es darum geht, den Wunsch nach Futter, Streicheleinheiten oder einem Spiel auszudrücken. Mit Hundeblick zum Erfolg Ein Blick, den Elke Vogelsang erfolgreich auf vielen Por- träts eingefangen hat, und der jeder Hundehalterin und jedem Hundehalter sehr vertraut sein dürfte, ist zweifel- los der berühmt-berüchtigte Hundeblick: große Augen, leicht zusammengezogene Brauen und flehender Blick. In Kombination mit anderen Gesten setzen viele Hunde den Blick erfolgreich ein, um sich Aufmerksamkeit oder Leckerli zu erbetteln. Es fällt schwer, beim Hundeblick nicht weich zu werden. Wird er von einem Welpen ein-

gesetzt, ist das sogar fast unmöglich. Wissen das unsere Fellnasen? Zücken sie die Augenbraue bewusst, um unsere Sympathie zu erlangen? Oder ist der Blick eher Zufall als Manipulation? „Wir konnten in mehreren Stu- dien zeigen, dass Menschen diesen Hundeblick offen- sichtlich sehr attraktiv finden. So attraktiv, dass Hunde, die diese Gesichtsbewegung öfter produzieren, schneller aus dem Tierheim geholt werden als Hunde, die diesen Hundeblick nicht so oft produzieren“, berichtet Juliane Kaminski. „Wir haben festgestellt, dass kein anderes Verhalten, das die Hunde im Tierheim zeigen, einen ähnlichen Effekt hatte.“ Vom Wolf zum Haushund Tatsächlich hat sich dieser klassische Hundeblick erst im Laufe der Domestizierung entwickelt. Hundekogni- tions-Expertin Kaminski erklärt, dass der Muskel, der zum Lüpfen der Augenbraue führt und somit für den

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Kapitel 2 Neue Medien Botschaften

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