AWB-KW18-2019

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Allschwiler Wochenblatt

Freitag, 3. Mai 2019 – Nr. 18

Kühle Temperaturen, zu präzise

Brauchtum

Werfer und glückliche Sieger Rund 500 Menschen erfreuten sich am Eierläset und daran, dass die schlechte Wetterprognose nicht eingetroffen war. Schneesturm nicht gross davon ablenken würde, die Eier in einem Reifen die Oberwilerstrasse herun- terzurollenoder auf einemLöffel zu balancieren. Am besten taten dies heuerdieJuniorendesFCAllschwil, die in der jünsgten Kategorie ge- wannen. Fehlender Nervenkitzel timal funktioniert hatte, wie die ihrer Teamkameradinnen und -kameraden. «Darüber hüllen wir lieber denMantel des Schweigens», lachte sie. Von Alan Heckel

uns alles», gab der Sufgaf-Wannier zu Protokoll und erwähnte, dass sich sein Team akribisch aufs Eier- läset vorbereitet hatte. «Wir haben kiloweise Eier gegessen, umunsmit der Materie vertraut zu machen. DieVorbereitungwar extreminten- siv und dauerte mehrere Wochen, sogar ein Bootcamp haben wir ab- solviert!» Daneben sollen die Suf- gaf-Mitglieder auf dem täglichen Arbeitsweg Eier in Reifen gerollt und über Heuballen gesprungen sein. «Die Leute auf der Strasse haben komisch geguckt, aber der Sieg war die Mühe wert», so Schöpflin. Die Mühe wert war auch der Aufwand, den die 50 Helferinnen und Helfer erbrachten, um einen gelungenen Event auf die Beine zu stellen. Beim TV Allschwil, der das Eierläset gemeinsam mit dem FC Allschwil organsiert, war man zu- frieden. «Eswar einunterhaltsamer Anlass für das ganze Dorf. Schön, dass besonders die Kinder den Plauschhatten»,freutesichStephan Frei nach 250 geworfenen und 750 verteilten Eiern.

Das Publikum hätte sich wohl mehr Linda Harzenmosers ge- wünscht. Denn der Nervenkitzel, selbst von einem «verirrten» Ei ge- troffen zu werden, hielt sich stark in Grenzen. «Die werfen alle zu gut», meinte eine Zuschauerin mit gespielter Entrüstung. Die Mühe hat sich gelohnt Hoffnung auf «Besserung» bot der anschliessende Plauschwettkampf, wo das Team Sufgaf (Sozials Uf- fangbeggi für gstrandeti Allsch­ wiler Fasnächtler), die Pfadi unddie Mühlibach Stenzer um das Huhn kämpften. Weil letztere aus irgend- einemGrund lieber möglichst hoch anstatt möglichst genau warfen, war schnell klar, dass der Sieger eines der anderen Teams werden würde. Schliesslich holte Sufgaf seinen dritten Titel in Folge. Marco Schöpflin war entspre- chend happy. «Der Titel bedeutet

«Schön, dass Sie trotz der nicht so supertollenWetterbedingungenden Weg zu uns gefunden haben!» Mit diesen Worten begrüsste Speaker Vitus Jauslin am letzten Sonntag die Menschenmenge am Eierläset. Die dunklen Wolken verhiessen nichts Gutes, doch der am Nachmittag angekündigteRegenbliebaus–sehr zur Freude von Stephan Frei. «Aber etwas kühl war es trotzdem», sagte der Mann vom OK, der den Event vorOrt koordinierte und immerhin knapp 500 Besucherinnen und Be- sucher begrüssen konnte. Kein Thema waren die kühlen Temperaturen bei den Teilnehmen- den:BesondersdiekleinerenKinder schienen dermassen Freude am Ei- erläset zu haben, dass sie auch ein

Bei den Vereinen mussten die Fussballer anschliessend aber dem ABCSmash denVortritt lassen, der auch den Schwingclub Binningen hinter sich liess. «Dabei haben drei von uns erst am Vormittag erfah- ren, dass wir gebraucht werden», staunte Werferin Céline Lang. Die Badminton-Truppe überzeugte vor allem durch grosse Wurfpräzision, Wannier Fabio Eglin – im Vorjahr mit seinenwaghalsigen Stunts noch so etwas wie der heimliche Star des Eierläset – verbrachte einen relativ ruhigen Nachmittag. Und wo kommt der gewonnene Güggel hin? «Wir fragendenAbwart imGarten- hof, ob wir ihn in die Vitrine stellen dürfen», so Linda Harzenmoser, deren Wurfhand nicht ganz so op-

Kombination aus Konzentration und Spass: Den Kindern ist die Freude am Eierläset-Parcours jedes Jahr aufs Neue anzusehen. Wenn am Ende wie für die Ea-Junioren des FC Allschwil auch der Sieg rausspringt, ist es die Krönung eines tollen Tages. Fotos Bernadette Schoeffel

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