2025 Confidentiality Guide (German)

(d) Förderung der Diskussion über lokale juris&sche und professionelle Regularien mit Beispielen für das Vorgehen in Situa&onen, in denen ein Konflikt mit der psychoanaly&schen Schweigepflicht besteht oder bestehen könnte. 5 2. BeispielhaUe Ar&kel aus Ins&tutslehrplänen: Furlong, A. (1998). Should we or shouldn’t we? Some aspects of confiden&ality of clinical repor&ng and dossier access. Interna'onal Journal of Psychoanalysis, (79): 727-739. Lear, J. (2003). Confiden&ality as a virtue. In C. Levin, A. Furlong & M. K. O’Neil (Eds.), Confiden&ality: Ethical perspec&ves and clinical dilemmas (pp. 4-17). The Analy&c Press. S&mmel, B. (2013) The Conundrum of Confiden&ality, Canadian Journal of Psychoanalysis , 21(1):84-106 Ackerman, S. (2018). (How) can we write about our pa&ents? Journal of the American Psychoanaly'c Associa'on , 66(1): 59-81. Schechter, S. (2024) Ethics Educa&on in Psychoanaly&c Ins&tutes, Psychoanaly'c Inquiry , 44:(2): 178-193. 3. Dem regelbasierten Unterricht ist ein fallbasiertes Lernen vorzuziehen, das mit Schwierigkeiten und Zwickmühlen der Verschwiegenheitspflicht bekannt macht. Diskussionen über fiktionale Fallvignetten können sehr hilfreich sein, um Kandidaten das Nachdenken über die Dilemmata im Zusammenhang mit der Privatsphäre von Patienten auf eine erfahrungsnahe Art und Weise zu erleichtern. (Der Anhang enthält ein Beispiel für eine solche Vignette.) D: Insatutskultur : Machen Sie den Schutz der Vertraulichkeit zum Thema, wann immer Mitglieder oder Kandidaten klinisches Material bei Veranstaltungen der GesellschaU, in Seminaren, Arbeitsgruppen, Supervisionen usw. vorstellen. Das Risiko, die Pflicht zur Verschwiegenheit zu verletzen, ist in den spontanen Diskussionen im Anschluss an eine geplante Fallvorstellung am höchsten. Es wäre eine Tugend, wenn die Ins&tutskultur dazu ermu&gt, Mitglieder (freundlich) daran zu erinnern, Daten, anhand deren Pa&enten iden&fiziert werden könnten, auszusparen oder zu anonymisieren. Lehranaly&ker/persönliche Analy&ker müssen die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass Kandidaten einander im Wartezimmer ihre Praxen begegnen. Die Privatheit der Beziehung zwischen Kandidaten und persönlichem Analy&ker ist ins&tu&onell zu schützen, und die Kandidatenkohorten sollten ermu&gt werden, zu disku&eren, wie diskret sie mit der Iden&tät ihrer Analy&ker umgehen wollen. Manche Gruppen finden es unter Umständen hilfreich zu wissen, wo jeder in Behandlung ist, damit über diesen Analy&ker nicht gesprochen wird. Andere haben vielleicht den Eindruck, dass es sich um eine Privatangelegenheit handelt, die privat bleiben sollte. Den Kandidaten sollte es frei stehen, die Iden&tät ihres Analy&kers geheim zu halten, wenn sie es möchten.

5 2018 IPA Report on Confiden9ality, S. 13.

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