Risiken beobachten, dem am besten mit entsprechend verschärNen Schutzmaßnahmen beizukommen ist. Informierte Einwilligung und ihre Grenzen Eine Maßnahme, die mitunter als mögliche Antwort auf dieses Problem vorgeschlagen wird, besteht darin, zu Beginn der Behandlung die informierte Einwilligung („informed consent“) über die durch Technologie drohenden Risiken einzuholen. Die damit verbundenen Schwierigkeiten, die im Falle der Psychoanalyse grundsätzlich aufgrund der Übertragung exis1eren, wachsen allerdings noch im Falle von Telekommunika1onssegngs, weil im Allgemeinen keiner der Beteiligten hinreichend über die Technologie informiert ist. Ethische Implika<onen und mögliche par<elle Schutzmaßnahmen Analy1ker, die telema1sche Behandlungen prak1zieren, haben dafür Sorge zu tragen, dass sie die Vertraulichkeit der Behandlung hinreichend schützen können. Es ist realis1sch anzunehmen, dass sie durch angemessene Vorsichtsmaßnahmen gegen mögliche Übergriffe geschützt werden kann. Beispiele für solche Vorsichtsmaßnahmen wären: ● Benutzung spezieller Geräte für die klinische Arbeit (das heißt Geräte, die nicht mit Familienmitgliedern oder Kollegen, die versehentlich Schadprogramme herunterladen könnten, geteilt werden); ●Speicherung des klinischen Materials auf dem Computer des Benutzers und nicht in einer Cloud; ● Wann immer möglich, Benutzung starker Passwörter; ● Vermeidung öffentlicher WiFi-Hotspots; ● Vermeidung von Apps, die Gespräche aufzeichnen; ● Benutzung von Virtual Private Networks (VPN) für sämtliche Kommunika1onen, die nicht anderwei1g verschlüsselt werden; ● End-to-end-Verschlüsselung der Audio- und Videokommunika1on; ● Benutzung verschlüsselter E-Mails; ● regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen mit ak1ver Prüfung potenzieller Schwachstellen; ● Expertenberatung über die Einrichtung und Sicherung eines angemessenen Systems. Für eine umfassende Erörterung des Schutzes der Vertraulichkeit in der psychoanaly<schen Praxis insgesamt siehe den 2018 Report on Confiden<ality. Report of the IPA Confiden<ality Commikee (English).pdf
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