RZ_KW06_2017

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10. FEBruar 2017

Riehener Zeitung DI E WOCHENZE I TUNG FÜR R I EHEN UND BETT INGEN

96. Jahrgang | Nr. 6

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Kunst: Fondation Beyeler rekonstruierte erste Ausstellung des Gründers sEITE 2

Ausstellungen: Neue Schauen bei Monfregola, Mollwo und Ochsner sEITEN 5, 7

Wetter: Der Januar war so kalt wie in den letzten dreissig Jahren nicht mehr sEITE 7

Volleyball: 1.-Liga-Frauen des KTV Riehen ziehen in die Playoff-Halbfinals ein sEITE 13

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KEsslErGruBE Gemeinde Grenzach-Wyhlen wehrt sich gegen die von der BASF vorgesehene Einkapselung auf dem Perimeter 2

Eine trügerische Idylle?

Trotz eingereichten Wider- sprüchen hat nach dem Landratsamt Lörrach nun auch das Regierungspräsidi- um Freiburg den Sanierungs- plan der BASF gutgeheissen. Grenzach-Wyhlen plant weitere rechtliche Schritte. Seit über vier Jahren ist bekannt, dass die Mülldeponie Kesslergrube in Grenzach-Wyhlen, die neben Bau- schutt, Haus- und Gewerbemüll auch hoch belastete Abfälle aus der chemi- schen und pharmazeutischen Indust- rie enthält, saniert werden muss. An- geordnet wurde die Sanierung vom Landratsamt Lörrach. Anfang 2013 zeichnete sich ab, dass sich die zwei Firmen, denen die 48’000 Quadrat- meter grosse Fläche gehört, für un- terschiedliche Sanierungsmethoden entschieden haben. Die Roche für ei- nen Totalaushub – Kostenpunkt zirka 290 Millionen Franken – die BASF für eine sogenannte Einkapselung, die rund 34 Millionen Franken kosten würde. Dagegen wehrten sich die Bür- gerinitiative Zukunftsforum Grenz- ach-Wyhlen, der Grenzacher Gemein- derat und der damalige Bürgermeister Jörg Lutz (siehe RZ31 vom 31.7.2014 und RZ37 vom 12.9.2014). Trotzdem genehmigte das Landratsamt Lörrach im Dezember 2014 nach zahlreichen Gutachten und Untersuchungen die Sanierungsvariante Einkapselung. Dagegen hat die Gemeinde Grenz- ach-Wyhlen gemeinsam mit den Nachbargemeinden Riehen und Mut- tenz sowie mit Beteiligung des Bunds fürUmwelt undNaturschutzDeutsch- land (BUND) und der Bürgerinitiative Zukunftsforum Widerspruch beim Regierungspräsidium Freiburg einge- reicht. Grenzach-Wyhlen will an Verwaltungsgericht gelangen Mittlerweile sind wieder zwei Jah- re vergangen und das Regierungsprä- sidiumFreiburg hat bekannt gegeben, dem Sanierungsplan der BASF zuzu- stimmen. «Sofern keine weiteren Rechtsmittel eingelegt werden, wol- len wir nun zeitnah mit der Sanierung beginnen», erklärt LivioUlmann, Pro- jektleiter der BASF, in einer Medien- mitteilung. Diese dürfte sich aber noch etwas verzögern, denn die Ge- meinde Grenzach-Wyhlen teilt in ei- Michèle Faller

Unter dieser grünen Wiese auf dem Gebiet der BASF schlummern Müll und chemische Abfälle.

Foto: Archiv RZ Loris Vernarelli

cherung würden Umwelt und Be- völkerung dauerhaft geschützt. Ausserdem entspreche sie den ge- setzlichen Anforderungen und dem weltweiten Stand der Technik.

nachhaltigen Sanierung, den die Roche betreibt, vor Ort beobachten.» Er erhofft sich dadurch auch ein Um- denken der BASF und appelliert an die Firma, sich freiwillig für den Totalaushub zu entscheiden. «Das Regierungspräsidium Freiburg hat mit seiner Einschätzung bestätigt, dass die Einkapselung die geeignete Sanierungsvariante darstellt», sagt dazu Franz Kuntz, Mediensprecher der BASF. Durch die geplante Ein- kapselung mit einer dreifachen Si-

ner tags darauf veröffentlichten Pres- seerklärung mit, dass sie den Widerspruch aufrechterhalten und den Verwaltungsgerichtsweg ein- schlagen will. «Wir haben auf über 60 Seiten sehr gute juristische und fachliche Argu- mente gegen die vom Landratsamt genehmigte Sanierungsvariante vor- gebracht», sagt Tobias Benz, Bürger- meister vonGrenzach-Wyhlen, der die Entscheidung des Regierungspräsidi- ums nicht nachvollziehen kann. Er ist zuversichtlich, dass auch der Gemein- derat dem Aufrechterhalten des Wi- derspruchs zustimmen wird: «Ich ha- be aus allen fünf Fraktionen positive Signale erhalten.» Die Rechtslage sei keineswegs so eindeutig. «Deshalb ist es wichtig, die Waffen nicht zu stre- cken und zu hoffen, dass sich auch die Politik auf Landes- und Bundesebene einschaltet.» Absprache mit Nachbargemeinden Ein Treffen mit den am Wider- spruch Beteiligten zwecks Abstim- mung stehe unmittelbar bevor, so Benz. HansjörgWilde, Gemeindeprä- sident von Riehen, ist nach wie vor der Meinung, dass der Widerspruch rs. Die Bettinger Dorfvereinigung hat für die Gemeinderats-Nachwahl vom 9. April Dieter Kunz gemeldet. Die No- mination durch den BDV-Vorstand wurde am4. Februar bekannt gegeben. Die Bettinger Nachwahl wird nötig, nachdem Gemeinderat Marco Fini per Juni 2017 seinen Rücktritt erklärt hat. Dieter Kunz, geboren am 6. Okto- ber 1955 in Schwenningen, ist seit 2016 Bettinger Bürger und wohnt seit 2003 zusammenmit seiner Frauund seinen beiden Kindern in Bettingen. Er ist Dozent für Physiologie an der Univer- sität Basel. Seit 2015 engagiert er sich als Mitglied der Arbeitsgruppe «Loka- le Flüchtlingspolitik» in der Bettinger

ein wichtiges Zeichen gegen die Ein- kapselung war, die letztlich ein Pro- visorium mit Restrisiko bleibe. Je nach Aussicht und Möglichkeiten werde die Gemeinde Riehen nach Ab- sprache mit der Gemeinde Grenzach- Wyhlen das weitere Vorgehen ent- scheiden. Als positiv betrachtet der Bürger- meister von Grenzach-Wyhlen, dass bereits eine landesweite Aufmerk- samkeit entstanden sei. «Jeder Spa- ziergänger kann den Aufwand der

Befremden bei EVP Riehen

Liebesbrief zum Valentinstag mit Dominiques raffinierter Hackfleischfüllung mf. Die EVP Riehen-Bettingen äus- sert in einer Medienmitteilung Befremden darüber, dass das Re- gierungspräsidium Freiburg den Sanierungsplan der BASF gut- heisst. Die blosse Einkapselung des Giftmülls sei nur eine Lösung für 50 Jahre, im Zuflussgebiet der Grundwasserversorgung des Kantons Basel-Stadt kritisch und gegenüber den nachfolgenden Generationen unverantwortlich. Ausserdem wäre die Behandlung einer solchen Altlast nach Schwei- zer Recht unzulässig. «Die EVP Riehen-Bettingen fordert den Ge- meinderat Riehen deshalb drin- gend auf, am Widerspruch fest- zuhalten – nicht zuletzt auch aus Solidarität mit seiner Nachbar- gemeinde», heisst es am Schluss.

Die Kesslergrube mit der Fläche der BASF (Perimeter 2) und jener der Roche (Perimeter 1). Pressefoto BASF

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BETTINGEN Ersatzwahl in den Gemeinderat vom 9. April 2017 Dieter Kunz kandidiert für die BDV

FONDATION BEYELER 22. 1.– 28. 5. 2017

Gemeindepolitik und möchte sich als Gemeinderat gerne mehr in die Dorf- politik einbringen, wie die BDV in ei- nem Communiqué schreibt. Er ist Mitglied der SVP Basel-Stadt. Dieter Kunz absolvierte in Freiburg im Breisgau ein Doppelstudium in Chemie und Pharmazie und promo- vierte 1989 zum Dr. rer. nat. mit einer Doktorarbeit zum Thema «Entzün- dung –Genregulation». Er war 1989 bis 1992 Wissenschaftlicher Angestellter an der Harvard University Medical School in Boston (USA) und habilitier- te 1998 am Institut für Physiologie der Universität Basel zum Thema «Rolle von NO in der Entzündung».

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