BiBo_KW23_2021

LE IMENTAL

16

10. JUNI 2021 | NR. 23

LESERBRIEFE

Natur und Fauna schützen Liebe Leserschaft

Was werden wir unseren Grosskindern erzählen? Voller Stolz oder beschämt Berichten wir mit geschwellter Brust, wie es uns Schweizern gelungen ist, den bei- spiellosen Angriff der schwerreichen Öl- Lobby auf unsere Umwelt zu parieren und dass auch die Lügengebäude der Wasser- träger des Hauseigentümervereins nicht gefruchtet haben? Dass wir am 13. Juni 2021 beschlossen haben, nicht mehr jedes Jahr 4 Milliarden den Despotenregimes in Saudi-Arabien nachzuwerfen und den Irr- weg des Ölverbrennens zu verlassen. Oder müssen wir schuldbewusst ein- gestehen: Es war unserer Generation wichtiger, billig Auto zu fahren und übers Wochenende halb gratis nach London zu fliegen? Müssen wir zugeben, dass die Gletscher jetzt eben verschwunden und 35° im Sommer während 3 Monaten nor- mal sind. Und klar, Skilager gibt es leider auch nicht mehr…dafür haben wir im- mer wieder spektakuläre Murgänge… Bitte lassen Sie es nicht so weit kom- men, wir brauchen jetzt diesen echt schweizerischen Kompromiss, wir brau- chen ein CO2-Gesetz, das die Verursa- cher belastet und die Weitsichtigen ent- lastet. Thomas Heinis, Therwil

turland leben, haben massiv abgenom- men. Es besteht also Handlungsbedarf. Ob jetzt unsere beiden Agrarintiati- ven genau die richtige Antwort auf die Probleme sind, die wir haben, sei dahin- gestellt.Wichtig ist sicher, dass man spä- testens jetzt weiss, welches Problem be- steht und dass wir alle – Stadt und Land vereint und nicht gespalten – handeln; ob mit oder ohne Initiative, aber sicher mit Eigenverantwortung. Oved Tavel, Therwil Ja zum CO2-Gesetz! Unbe- dingt abstimmen gehen! Uns droht der Klimakollaps, doch Erdöl- lobby und SVP argumentieren noch im- mer dumm, egoistisch und völlig verant- wortungslos gegen das neue CO2-Ge- setz. Fakt ist, wir müssen so rasch als mög- lich denAusstoss von Treibhausgasen auf Null reduzieren, sonst drohen unumkehr- bare Rückkopplungseffekte, die die At- mosphäre massiv aufheizen werden. Die Schweiz spürt den Klimawandel heute schon überdurchschnittlich, gleichzeitig haben wir mit unserem enormen Res- sourcenverbrauch eine besondere grosse Verantwortung. Das moderate CO2-Gesetz ist ein längst überfälliger erster Schritt auf dem steilen Weg zur Stabilisierung des Kli- mas. Es stärkt die Schweizer Wirtschaft durch Innovationsbeiträge, schafft neue Arbeitsplätze und führt zu einer geringe- ren Abhängigkeit von Erdöl- und Erdgas- lieferungen aus autoritär regierten Staa- ten. Und wer sich privat auch nur ein bisschen umweltbewusst verhält, be- kommt netto sogar noch Geld zurück. Jetzt Ja stimmen und Freunde zum Ab- stimmen bewegen!  Roland Chrétien, Ettingen Unglaubwürdige Argumente und Behauptungen Stefan Hänggi (BiBo vom 3. Juni 2021) meint, der seit Jahrtausenden herr- schende Klimawandel sei ein Mass für die heutige Situation. Heute wissen wohl alle, dass in der alten Zeit der Vorrat an Ressourcen als unbegrenzt galt. Aber heute kennen wir deren Grenzen. Und wir wissen auch, dass der Energiever- brauch pro Person und damit auch die Treibhausgas-Emissionen ständig zuneh- men. Weltweit 51 Milliarden Tonnen pro Jahr an Treibhausgasen müssen auf Null gesenkt werden, um die Klimakrise zu verhindern. Ruth Jeker (BiBo vom 3. Juni 2021) hat viel Fantasie für unbewiesene Behaup- tungen. Rot-grüne Kinderlose, ewig Stu- dierende, Studienabbrecher und praxis-

ferne Jungspunde brüten abwegige Initi- ativen aus und bevormunden unsere Ge- sellschaft. Hat sie vielleicht schon mal daran gedacht, dass statt «einen Finger in der Marktwirtschaft krumm zu machen», es sinnvoller wäre, vom BIP (Brutto-In- land-Produkt) zum BGP (Bruttoglücks- produkt) als Zukunft der Wirtschaft zu wechseln? Roland Achini, Therwil

nächsten Spritzfahrt. Die nächste Gene- ration wird es uns danken. Apropos nächste Generation: Unsere Grossnichte ist 7 und streift mit dem Fin- ger über das Smartphone. Ihr Blick ist auf das Übersichtsbild der PV-Anlage gerich- tet. Begeistert sieht sie, woher die Ener- gie kommt. Sie ruft freudig: «Von der Sonne! Wir kochen heute unsere Spa- ghetti mit Sonnenstrom!» Sie wüsste genau, was abzustimmen wäre, nämlich Ja! Ich bitte Sie, unserer zukünftigen Ge- neration mit einem Ja ein Werkzeug für die Zukunft zu geben. Markus Kopp, Therwil

Seit Jahrzehnten beobachte ich die hie- sige Vogelwelt. Bei Beobachtungen in unserem Kulturland ist mir dabei aufge- fallen, wie stark die Brutvogelarten im Landwirtschaftsland über die letzten Jahre abgenommen haben. Auch die er- hobenen Daten im neuen Schweizeri- schen Brutvogelatlas der Vogelwarte Sempach bestätigen das Verschwinden verschiedener Vogelarten aus unserem Kulturland. So haben im Mittelland um 1990 rund zehnmal mehr Feldlerchen ge- brütet als es heute der Fall ist. Aber auch weitereArten drohen aus dem Kulturland zu verschwinden. Die Gründe für das Aussterben ver- schiedener Brutvogelarten liegen vor al- lem in der intensivierten Landwirtschaft. Dünger und Pestizide werden ausge- bracht, um Unkraut und Insekten radikal zu eliminieren oder Futtergras noch dich- ter und schneller wachsen zu lassen. Unsere Tier- und Vogelwelt im Kultur- land spürt die Folgen dieser intensiven Landwirtschaft extrem. Durch diese mas- sive Insektenvernichtung finden unsere Vogelarten kein Futter mehr, durch inten- sives Düngen finden sie in den eng be- pflanzten Wiesen keinen Platz für den Nestbau mehr und durch das düngerbe- dingte vorschnelleWachstum derWiesen werden ihre Nester und Jungen beimMä- hen vernichtet. Aus Sicht unserer Tier- und Vogelwelt ist deshalb ein 2x Ja für die Trinkwasser- und Pestizid-Initiative am 13. Juni 2021 ein Muss. Simon Stricker, Ettingen

Wollen wir oder wollen wir nicht?

Es gibt wohl kaum viele Menschen, die nicht eingesehen haben, dass etwas mit der Umwelt nicht mehr so ist, wie es sein sollte. Gletscher schmelzen, Trockenperi- oden länger, Dürre, Meeresspiegel steigt, später Sommer, usw. usw. Nach viel Ar- beit und gegenseitigem Entgegenkom- men ist das CO2-Gesetz endlich von Na- tional- und Ständerat grossmehrheitlich (nur SVP praktisch geschlossen dagegen) angenommen worden. Am 13. Juni 2021 müssen wir Farbe bekennen – zustimmen und weiter an Massnahmen arbeiten, damit unsere Welt auch in 50 Jahren noch bewohnbar sein wird. Wir können sicher viel an je- dem Gesetz kritisieren. Niemals werden alle Paragrafen allen gefallen. Aber da- rum geht es nicht. Es geht jetzt darum, einen ersten Schritt zu tun – Farbe be- kennen und ja stimmen zum CO2-Gesetz. Paul Hofer, Oberwil e. Landrat FDP

REKLAME

«Regionale

Lebensmittelvielfalt und

Arbeitsplätze erhalten.»

Überlegungen zu den Agrarinitiativen

Ernst Lüthi

Präsident Obstverband BL

Es wurde ja wirklich bald alles gesagt zu Trinkwasser – und Pestizidinitiative. Fast…Viele sagen, dass wir uns bei An- nahme der Trinkwasserinitiative weniger von einheimischem Essen ernähren kön- nen, weil wir weniger produzieren wür- den. Aber gleichzeitig werfen wir immer noch Tag für Tag 30% allen Essens in den Abfall und lesen in den News: «17% der Jugendlichen übergewichtig». Den Zu- sammenhang darf man selber knüpfen… Auch das Argument, dass man bei einem Importverbot von Futtermitteln das meiste Fleisch in Zukunft importieren müsste, überzeugt wenig. Was ist der Unterschied dazwischen, ein Kilo Fleisch zu importieren oder mehrere Kilo Futter, die es zur Herstellung von einem Kilo Fleisch braucht? Und warum essen wir nicht einfach weniger, aber besseres Fleisch? Übrigens führt die Überdüngung durch die Futtermittelimporte sogar zu einem Artenrückgang in Naturschutzge- bieten wie Mooren oder Trockenwiesen. Damit gefährdet sie genau genommen sogar den Moorschutz, der bei der be- kannten Rothenturm-Initiative 1987 ver- bindlich vom Volk bestimmt wurde. 2020 gab die Schweizer Vogelwarte den neuen Brutvogelatlas heraus – ein riesiges wissenschaftliches Projekt! Das Fazit: Besonders Vogelarten, die im Kul-

2X NEIN zu den extremen Agrar-Initiativen

Die Sonne stellt keine Rechnung!

Mogelpackungen

«Trinkwasser» & «Pestizidfrei»

Unsere Kinder und Enkel werden uns danken für das Ja zum CO2-Gesetz. Ja dafür, dass wir die Weichen nun umstel- len in eine Energiezukunft mit erneuer- baren Energien. Wir, die Generation zwischen 1950 und 1980, ist in der Pflicht, Verantwor- tung zu übernehmen. Verantwortung da- für, was wir mit unserem Energiehunger angerichtet haben. Ja, diese Umstellung hat Kosten zur Folge. Für jeden Einzelnen. Diese werden mit dem Geld aus dem CO2-Topf stark abgefedert. Jede einzelne Investition ist eine Investition in die Zukunft. In die Zu- kunft für unsere Kinder und Enkel. Ihnen müssen wir jetzt ein Instrument in die Hand geben mit welchem sie die fossilen Energieträger ersetzen, den Schäden an Umwelt und Infrastruktur begegnen und gute Ideen fördern können. Ich bin jetzt 68 Jahre alt und gehöre nur noch am Rand zur aktiven Genera- tion. Aber ich kann die Weichen stellen helfen, indem ich Ja für das CO2-Gesetz stimme. Es geht jetzt darum, weiter zu blicken als nur von der Tanksäule zur

REKLAME

«Mehr Importe und Ein- kaufstourismus schaden auch dem lokalen Gewerbe.»

«Die Trinkwasserini- tiative ist eine einmalige Gelegenheit um unsere wichtigste Trinkwasser- ressource – das Grund- wasser – nachhaltig zu schützen.» Daniel Hartmann, ehem. Leiter der Sektion Grundwas- serschutz, Bundesamt für Umwelt Verein Sauberes Wasser für alle Oeleweg 8 | 4537 Wiedlisbach initiative-sauberes-trinkwasser.ch Initiative für sauberes Trinkwasser JA

2xNEIN zu den extremen Agrar-Initiativen Mogelpackungen «Trinkwasser» & «Pestizidfrei»

STELLEN, KURSE UND WE I TERB I LDUNG

REKLAME

! Grosses beginnt oft mit einem Inserat im BiBo

Wir suchen auf August 2021 oder nach Vereinbarung Bäcker – Konditor – Confiseur/in EFZ Sie verfügen über Erfahrung in der Konditorei. Es bereitet Ihnen Freude, qualitative und feine Produkte herzustellen. Es erwartet Sie eine interessante, abwechslungsreiche Arbeit in unserem kleinen Backstubenteam. In der Regel haben Sie Samstag/ Sonntag, oder Sonntag/Montag frei. Auf Ihre Kontaktaufnahme freuen wir uns unter

Die Mitglieder des Care Teams Solothurn stellen nach Alarmierung (7/24) die psychische bzw. emotionale und seelsorgerische Nothilfe für Personen sicher, die durch ein ausser- gewöhnlich belastendes Ereignis betroffen sind. Das Care Team steht in der Akutphase des Ereignisses zur Verfügung und leitet nach Bedarf weitere Massnahmen ein, um möglichen posttraumatischen Belastungsstörungen vorzubeugen. Zur Unterstützung des Care Teams Solothurn suchen wir in den Solothurner Gemein- den der Bezirke Laufental, Thierstein und Dorneck Care Team Mitglieder Ihr Aufgabenbereich Nach Alarmierung leisten Sie psychologische Nothilfe bei Betroffenen, Involvierten, Angehörigen oder Einsatzkräften. Voraussetzungen – Berufsausbildung im sozialen, psychologischen, medizinischen oder pflegerischen Bereich – Andere Personen welche eine ausreichende psychologische Ausbildung nachweisen können – Fahrausweis Kat. B. vorhanden und Mobilität gewährleistet – Bereitschaft Pikettdienst zu leisten und innert 1 Stunde am Einsatzort (7/24) sein – Über 35 Jahre alt, körperlich, seelisch und geistig fit und belastbar – Hohe Sozialkompetenz, Flexibilität, Teamfähigkeit und Verschwiegenheit Wir bieten: Ein mehrheitlich gemeinnütziges Engagement im Care Team Solothurn. Span- nende Aus- und Weiterbildungen und ein motiviertes, engagiertes Team von Freiwilligen. Informationen: Auskünfte erteilt Ihnen gerne Katastrophenvorsorge des Kantons Solothurn, Thomas Mikolasek, Stv. Leiter Katastrophenvorsorge, Telefon 062 311 94 68.

Wir sind ein Sozialunternehmen mit 26 Plätzen in der stationären Sozialtherapie mit Tagesstätten. Wir suchen per sofort oder nach Vereinbarung: 50% MitarbeiterIn Kochen/Verpflegung Arbeitszeit: Montag bis Freitag jeweils vormittags sowie 60–80% Fachperson Garten- und Betriebsunterhalt Die Inserate sind auf der Homepage ersichtlich www.apolloniastiftung.ch, Tel. 061 701 39 90.

Konditorei Helfenstein Hauptstraße 85, 4147 Aesch Telefon 061 751 30 20 oder konditoreihelfenstein@hotmail.com

Inserieren: Tel. 061 706 20 20, inserate@bibo.ch

Made with FlippingBook Ebook Creator