Die ultimativen Klettersteige online Blick ins Buch

Die ultimativen Klettersteige in den Alpen

N un also ein weiterer Klettersteigführer? Eine weitere Samm - lung von Drahtseilwegen im Alpenbogen? Nein! Bei diesem Werk handelt es sich um ein Lese- und Bilderbuch, das Lust machen will auf erste oder weitere und neue Abenteuer in einer faszinie- renden Bergsportart: dem Klettersteiggehen. Es will animieren und Anregungen geben für Ferrata-Fans oder solche, die es werden wollen. So sind die Routenbeschreibungen ergänzt um Anekdoten, Hintergründiges oder Randnotizen zu den Berg-Regionen, den Berg- Menschen, den Berg-Touren – wo immer es sich anbot. Hier liegt also kein klassisches Führerwerk vor. Mit diesem schwer - gewichtigen, großformatigen und bildlastigen Band wird ohnehin niemand ins Gelände ziehen wollen, oder? Ich würde es mir jedenfalls nicht in den Rucksack stecken. Wer Details zu den einzelnen Routen benötigt wie minutiöse Gehzeiten, metergenaue Aufstiegshöhen oder GPS-Tracks für die Wegfindung, der sei auf die traditionelle Führer - literatur verwiesen. Auch gut: das Ganze mit Online-Informationen er- gänzen. Auf den einschlägigen Internetportalen gibt es den aktuellsten Stand, was den Zustand der Steiganlagen angeht. Das dient auch der Sicherheit. Doch wann ist ein Klettersteig eigentlich »ultimativ«? Ist es die steilste, abenteuerlichste und abgefahrenste Ferrata mit allerlei technischen Sperenzchen? Oder ist es ein alpiner Steig mit einem Drahtseil nur als Handlauf? Mit einer Wegführung, die sich als Ideallinie ins Felsgelän - de schmeichelt und in einsamer Gipfelwelt tiefgreifende Naturerfah - rungen ermöglicht? Zusammen mit meiner Co-Autorin Janna Kamphof sowie den Co-Autoren Eugen Hüsler und Michael Pröttel habe ich versucht, eine gute Mischung aus all dem zusammenzustellen. Die Auswahl ist ganz subjektiv. Dabei bleiben auch Hotspots nicht außen vor, die von Social-Media-Jüngern gern gepusht werden. Dem Herden - trieb kann man in der Ferrata-Welt nicht entgehen, und so werden hier keine »Geheimtipps« offenbart, denn die gibt es bei Klettersteigen nicht. Es liegt in der Natur der Sache, dass jede einzelne Anlage nach ihrer Eröffnung publiziert wird.

Die Anreisebeschreibungen zu den Routen sind übrigens ganz be - wusst nur auf »Öffis« ausgelegt. Wer will, kann die meisten Touren mit Bahnen, Bussen, Sammeltaxis ansteuern. Klingt nerviger, als es ist, und es dient der Nachhaltigkeit und dem Klimaschutz. Zudem schützt es die BewohnerInnen der Talschaften und Bergdörfer vor ausuferndem Autoverkehr und anderen Auswirkungen des Über-Tourismus. So hoffe ich, reichlich Stimulation zu geben für Erlebnisse in den Bergen oder vielleicht auch beim Lesen Erinnerungen zu wecken. Ein Buch eben für die Tage, wo draußen nix geht. Lass dich inspirieren!

Folkert Lenz

Schwierigkeitsskala

• A (einfach): Einfache, gesicherte Wege mit teilweise kurzen, selten exponierten, aber gut versicherten Passagen. Vereinzelt kurze Leitern • B (mäßig schwierig): Abschnittsweise steileres und ausgesetztes Felsgelände. Senkrechte, manchmal längere Leitern • C (schwierig): Steiles bis sehr steiles Felsgelände. Ausgesetzte Passagen mit z. T. kleinen Tritten • D (sehr schwierig): Senkrechtes, häufig überhängendes und sehr ausgesetztes Gelände mit oft weit auseinanderliegenden Klammern oder Tritthilfen. Gelegentlich nur Drahtseile ohne weitere Kletter - hilfen. Große Armkraft und gute Steigtechnik nötig • E (extrem schwierig): Meist überhängendes Felsgelände mit extre - mer Anforderung an Kraft und Moral. Viel Dauer-Power in Händen, Armen und Beinen nötig. Nur für sehr Erfahrene. Für Schwächere ist die Zusatzsicherung mit Kletterseil überlegenswert (oder Verzicht!). • F (außergewöhnlich extrem schwierig): Sehr selten. Andauernd kraftraubend. Gefährlich und verletzungsträchtig bei Sturz. Zusätz- liche Sicherung mit Kletterseil wird dringend empfohlen!

Die ultimativen Klettersteige in den Alpen

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