Ein ganzes Jahr waren COLUMBUS Reisen-Chef Alexander Richard sozusagen die Hände gebunden. Jetzt aber sieht er eine regelrechte Reisewelle auf sich und seine 200 Mitarbeiter zukommen. Ein nicht ganz einfaches Kalt-Heiß-Spiel. Interview: Johannes Stühlinger U ngefähr 80 Prozent weniger Umsatz. Viele Reisebüros stehen mit dem Rü- cken zu Wand. Statt mit neuen Rei- setrends oder spannenden Destinati- onen macht die Reisebranche in den chen, treffen Entscheidungen sehr schnell und gemeinsam. Dieser Zusammenhalt zwi- schen allen 200 Mitarbeitern im Unterneh- men hat dazu geführt, dass alle die notwen- digen Entscheidungen, die etwa durch die Kurzarbeit für alle auch finanzielle Einbußen bedeuten, mitgetragen haben. Aber es soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass es ohne die Unterstützung durch die Regierung sehr schwierig geworden wäre. „ICH RECHNE MIT EINEM WAHREN REISEANSTURM!“
vergangenen Monaten fast ausschließlich mit solchen Meldungen Schlagzeilen. Keine Fra- ge: Kaum eine andere Branche wurde von der Pandemie und den damit einhergehenden Lockdowns so hart getroffen wie die Urlaubs- welt. Doch das österreichische Familienun- ternehmen COLUMBUS Reisen wird dieses geschäftliche Tief überfliegen. Und seit der Zulassung der ersten Impfstoffe spricht Ge- schäftsführer Alexander Wenzel Richard gar von einem nahenden Hoch der Reisebranche. SEIT ÜBER EINEM JAHR SIND SIE ALS REISEUNTER- NEHMER SOZUSAGEN ZWANGSBEURLAUBT. WIE IST ES IHNEN GELUNGEN, COLUMBUS REISEN TROTZ STÜRMISCHER SEE AUF KURS ZU HALTEN? Alexander Richard: Auf den Punkt gebracht: der Zusammenhalt im Unternehmen. Wir sind ein Familienunternehmen, das seit 1932 als Reisebüro besteht. Ich denke, dass dieser Spirit eines Familienunternehmens bei den Mitarbeitern ankommt und auch sehr ge- schätzt wird. Unsere Hierarchien sind sehr flach, wir können immer miteinander spre-
INZWISCHEN BESTEHT DIE BERECHTIGTE HOFF- NUNG, DASS WIR DANK DER NUN ZUGELAS- SENEN IMPFSTOFFE IM LAUFE DIESES JAHRES WIEDER ENTSPANNT REISEN KÖNNEN. ERWAR- TEN SIE EINEN REISEANSTURM? Ja, damit rechne ich fest. Ich hoffe es auch, muss ich ehrlich sagen. Es stehen alle in den Startlöchern. Was jetzt noch dagegen spricht, ist, dass die Geschwindigkeit beim Impfen doch schneller sein könnte. Aus mei- ner Sicht sollte ein Zusammenspiel zwischen der Gesundheits- und Reisebranche möglich sein: Während Herr und Frau Österreicher geimpft werden, können parallel für die be- reits Geimpften die ersten Flugzeuge aus dem Hangar gerollt werden. Es können schritt- weise die Kapazitäten der Hoteliers vor Ort hochgefahren werden. Und dann könnten
COLUMBUS MAGAZIN 27
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