COLUMBUS Magazin 2023 Herbst

INTER VIEW

In Neuseeland liegt Farhad Vladis Privatinsel. Sie ist 750 Hektar groß und kann ab 1.000 Euro pro Tag exklusiv gemietet werden. Hier leben auch Schafe, Kaschmirziegen und Lamas.

Mit 2,4 Hektar ist St. Elmo Island, New York sehr überschaubar. Trotzdem stehen auf der Insel zwei Häuser, in denen insgesamt mehr als sechzehn Personen Platz haben. Außerdem gibt es Terrassen, ein Bootshaus und vieles mehr. Der Preis liegt bei 1.693.209 Euro.

wollte ich unbedingt dort eine kaufen und bin mit einem alten VW nach London gefahren. Genauer gesagt zum Botscha!er der Seychel- len. Aber er meinte, dass es nichts zu verkaufen gibt. Beim Hinausgehen habe ich einen Stapel von Seychellen-Zeitungen gesehen, eine mit- genommen und in einer ein Inserat geschaltet: „Vladi sucht Privatinsel“, stand da drauf. Mir wurden dann zwei oder drei angeboten. Eine von einem Juristen, der einen Italiener vertre- ten hat, der eine Insel zu verkaufen hatte. Die war allerdings für eine Million Deutsche Mark auf dem Markt, nicht für 5.000. Da habe ich gesagt: „Das geht nicht.“ Ich habe die Bilder und die Landkarte zusammengesteckt und sie innerhalb Hamburgs versandt, dorthin, wo die Leute Geld haben. Jemand hat sich gemeldet und gesagt: „Die Insel kaufen wir, kommen

Sie mal zu uns.“ Er hat mir dann drei Prozent Provision angeboten, und so habe ich 30.000 Mark verdient. Das war die erste Insel, die ich verkau! habe. WIE VIELE INSEL HABEN SIE SEITHER VERKAUFT? Über 3.000. Das hab’ ich sogar nachgerechnet! DAS IST EINE GANZE MENGE. KÖNNEN SIE UNS SAGEN, WAS EINE INSEL WERTVOLL MACHT? Sie sollte nicht gepachtet werden müssen, son- dern als Eigentum erworben werden können. Sie sollte in einem angenehmen Klima und po- litisch stabilen Umfeld liegen. Eine Baugeneh- migung ist wichtig, um bequem darauf zu le- ben. Die Erreichbarkeit, idealerweise per Boot, ist essenziell. Und auch die Größe beein%usst das Inselgefühl: Zu klein oder zu groß kann

„Auch Mel Gibson, Celine Dion, Ralph Lauren und Nicolas Cage habe ich Inseln verkauft.“

Farhad Vladis letzter VIP-Kunde: Schauspieler Jeremy Irons.

problematisch sein. Denn dann geht das Insel- gefühl verloren. UND WER SIND DIE MENSCHEN, DIE EINE INSEL KAUFEN? Man muss nicht unbedingt Millionär sein. Wer sich ein gutes Auto leisten kann, kann sich auch eine Insel leisten. Die Preise variieren je nach Angebot und Lage. Vor Stockholm liegen beispielsweise Hunderte von Inseln, die sind nicht so teuer. Ich habe gerade Jeremy Irons eine in Irland verkau!. Der ist glücklich damit und musste keine Millionen auf den Tisch le- gen. Auch Kanada hat viele Inseln, die verkaufe ich zwischen 50.000 und 200.000 Euro. Damit möchte ich sagen, dass man nicht reich sein muss, um eine Insel zu kaufen. Aber wenn Sie an die Côte d’Azur gehen oder in die Karibik, da sind die Preise natürlich höher. SIE HABEN GERADE DEN SCHAUSPIELER JEREMY IRONS ERWÄHNT. WELCHE PROMINENTEN HABEN BEI IHNEN SCHON INSELN GEKAUFT? Zum Beispiel Johnny Depp. Er hat auch ein gu- tes System eingeführt, denn er lässt die Insel so, wie sie ist, und kommt mit seiner Motorjacht, auf der er schlä!. Auch Mel Gibson, Celine

Dion, Ralph Lauren und Nicolas Cage habe ich Inseln verkau!. Ich muss aber dazu sagen, dass nur vielleicht ein Prozent der Menschen, die eine Insel kaufen, prominent ist. Denn Pro- minente mieten eigentlich lieber eine Insel, für ihr persönliches Sicherheitsgefühl. Die Ö$ent- lichkeit erfährt meistens erst danach, dass sie dort waren. UND HABEN SIE SELBST HOFFENTLICH AUCH EINE PRIVATE INSEL? Ja, meine ist in Neuseeland. Das ist eine schöne Insel, wunderbares Wetter, nette Leute und kei- ne stechenden Insekten. Da stehen drei Häuser darauf, eines zum Vermieten, eines für die Ver- walter und eines für meine Familie und mich. Das läu! ganz gut, und ich bin ein wenig stolz, denn die Insel hat ein gutes Image bekommen. Das kam so: Damals, als die Premierministe- rin von Neuseeland, Jacinda Ardern, zurück- getreten ist, hat sie das damit begründet, dass sie nicht mehr genug Kra! für das Amt hat. Da hat die neuseeländische Zeitung ihr drei Tipps zur Erholung mit auf den Weg gegeben. Und ein Tipp davon war meine kleine Insel. Leider hat sich Ardern bis heute nicht gemeldet. Aber wir sind jedenfalls jederzeit für sie bereit.

Auf diesem sattgrünen Bergplateau von Vladis Insel thront die exklusive Lodge „Te-Paruparu“. Der maorische Name bedeutet „Die Gute“. Die Lodge ist mit drei Schlafzimmern ausgestattet.

COLUMBUS MAGAZIN 29

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