SÜDAMERIKA PERU
LUST AUF DIE ANDEN BEKOMMEN? 21 MAGISCHE TAGE WARTEN Ihre Reise beginnt in Santiago de Chile und führt Sie weiter ins malerische Valparaíso und das Casablanca-Tal. Sie überqueren die Anden auf dem Weg nach Bolivien und erkunden den Nationalpark Eduardo Avaroa, den Charles Darwin einst als „ Geister- land “ beschrieb. Ihr Aben- teuer führt Sie weiter zu den pittoresken Landscha ! en des Salar de Uyuni. HIGHLIGHTS: ALTES VOLK UND GROSSE RUINEN Der Titicacasee und das Tre " en des Volks der Uru sind ebenso spektakulär wie die Erkundung von Cusco, dem einstigen Herz des Inka- reiches, und der legendären Ruinenstadt Machu Picchu.
Einige Uru leben tatsächlich noch auf den selbstgebauten schwimmenden Inseln.
Obwohl ihr Volk durch Armut und Rassismus in Bedrängnis geraten ist, sind die Uru offen geblieben – für Lebensfreude und Gäste aus fremden Ländern. Die Einkünfte aus dem Tourismus werden für gemeinsame Projekte eingesetzt.
Mutter Erde wird vom Volk der Uru unter dem Begriff „Pacha Mama“ als heilig erachtet.
D as gesellscha%liche Konzept, das auf der Isla del Sol gelebt wird, ist aus unserer Sicht wahrlich ungewöhn- lich. So geht hier, inmitten des Titi- cacasees, den sich Peru und Bolivien teilen, nicht jeder Einwohner einem anderen Beruf nach, sondern alle dem gleichen: Selbst- erhalter. Weil aber jeder Flecken Land unter- schiedlich viel Ertrag liefert, wird eben alle paar Jahre getauscht. Damit am Ende jeder Bewohner im Laufe seines Lebens alles ge- habt hat. Übermaß. Mittelmaß. Und Kargheit. Das geht sogar so weit, dass die kleine Knei- pe am Hafen, in dem die Touristen anlegen, um Forelle mit Quinoa-Eintopf zu essen, stets den Betreiber wechselt. Wegen der Gleichbe- rechtigung untereinander. Das ist freilich nur ein plakatives Beispiel, das aber sehr deutlich
macht, wie unterschiedlich die Uru, wie das äl- teste auf Erden wandelnde Volk heißt, ticken. Dass man hier eben ganz besonders achtsam miteinander, mit der Erde und dem, was sie an Ernte liefert, umgeht. „Pacha Mama“, sagen die Uru deshalb auch ehrfürchtig. „Mutter Erde“ quasi – aber mit wirklich tiefer Wortbedeu- tung. INKA UND MAYA ÜBERDAUERT Die Isla del Sol gilt seit jeher als eine der „Wie- gen der Menschheit“. Hier sah das Volk der Maya sein spirituelles Zentrum, genauso wie jenes der Inka. Doch die Uru haben beide großen Hochkulturen überlebt. Wohl, weil sie selbst stets in besonderem Einklang mit „Pacha Mama“ leben und sich diese niemals untertan machen wollen. „Das liegt nicht in unserem
Interesse“, sagt Cosmi Choque, einer der we- nigen verblieben Uru. Gut 1.200 Menschen seines Volkes leben noch. Auf der Isla des Sol eben oder an den Ufern des Titicacasees. Ei- nige wenige sogar noch auf den traditionellen selbstgebauten schwimmenden Inseln, Gebil- de aus ge!ochtenem Totoragras, die auf dem Titicacasee schwimmen, bewohnbar sind und dem Volk eine gewisse Bekanntheit verscha" haben. Tatsächlich lassen die Uru auch Gäste auf ihre schwimmenden Inseln, sofern man freundlich und o#en ist. Misstrauen kennt das Volk kaum, O#enheit hingegen sehr wohl. DIE BEDROHUNG AUS DEM WESTEN Heute gehört der Titicacasee zu den wichtigs- ten touristischen Highlights der Region und ist P!ichtprogramm bei jeder Rundreise. Mit einer Lage auf über 3.800 Metern über dem Meeresspiegel ist der Titicacasee der höchste schi$are See der Welt und in vielerlei Hin- sicht atemberaubend. Fauna und Flora sind, ebenso wie die Bräuche und Traditionen der hier lebenden Völker, durch ein Naturreservat geschützt. Dennoch: Das Volk der Uru und die Natur, von der das Volk lebt, stehen kurz vor dem Kollaps. Das wiederum liegt vor al- lem an den Begehrlichkeiten des Westens: Der
radikale Abbau der sowohl in Peru als auch Bolivien reichlich vorhandenen Bodenschätze führt zu einer massiven Kontaminierung der Böden und des Grundwassers. An den Ufern des Sees gibt es Landstriche, an denen Rinder nicht mehr weiden können, ohne sich zu ver- gi%en. Außerdem sind die Uru nur eines von vielen indigenen Völkern in den Anden. Und diese Völker sind untereinander nicht sonder- lich zimperlich, wie Cosmi Choque erzählt: „Der Rassismus unter den Völkern ist genauso schlimm wie die Armut.“ Tatsache ist, dass das Volk der Uru jenes ist, das dank besonderer Geschichte, eigener und bis heute erhaltener Traditionen sowie dem besonderen Umgang mit Erde und Mitmenschen trotz aller Not gute Karten für die Zukun% hat: Es lockt Touristen an und heißt diese auch auf der Isla del Sol sowie den schwimmenden Schil&nseln willkommen. Und das Geld, das die Gäste aus der Ferne hierlassen, wird bewusst dafür verwendet, das Volk zu stärken. „Derzeit bauen wir mit den Einkün%en eine Schule“, sagt Cosmi Choque. Eine, in der alle Uru-Kinder das lernen, was ihr Volk so stark macht. Und uns Europäern gewiss guttun würde: Gleichklang mit Mutter Erde, mit „Pacha Mama“.
Links: In ganz Peru und Bolivien prägt die traditionelle Kleidung bis heute das Erscheinungsbild der Menschen. Rechts: Die Isla del Sol gilt als Wiege der Menschheit. Zumindest für das Volk der Uru.
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