AMERIKA JAMAICA
Was der weltbekannte Spion James Bond mit der Antilleninsel zu tun hat? Auf Jamaika jagte er nicht nur Dr. No – er wurde hier sogar geboren. In seinem Domizil „Goldeneye“ schrieb Ian Fleming seine berühmten Romane und legte den Grundstein für das heutige Luxusresort. LIEBESGRÜSSE AUS JAMAIKA
James-Bond-Autor Ian Flemming am Schreibtisch seiner Villa Goldeneye, dem tropischen Rückzugsort des Briten.
„Sage niemals NEIN zu Abenteuern. Sag immer JA, sonst wird dein Leben sehr langweilig.“
gen und schwimmen und Bücher schreiben“, soll er einst gesagt haben. Drei Jahre später, nach seiner Karriere beim Geheimdienst, verwirklichte er seinen Plan. Bis zu seinem Tod 1964 entkam er hier jedes Jahr für min- destens zwei Monate dem kalten, dunklen Londoner Winter. Frau und Sohn ließ er aber stets daheim – der Autor wollte beim Schrei- ben nicht abgelenkt werden. Der Name, den er seinem Urlaubsdomizil gab? Goldeneye. So lautete der Deckname einer Mission, an der Fleming teilgenommen hatte. Im Au#rag des britischen Marinegeheimdienstes sollte Commander Fleming einst Gerüchten über feindliche U-Boote in der Karibik nachgehen. Die berühmten Spionageromane des Autors
wurzeln also tatsächlich in dessen Leben. Den Namen des Helden verdanken wir aber einem gänzlich anderen Genre: Das Buch „$e Birds of the West Indies“, noch heute ein Standard- werk für Vogelkundler, diente als Inspiration. Der Autor des Werkes: Ornithologe James Bond. Im Laufe der Jahre entstanden alle zwölf Bond-Romane und neun Kurzgeschich- ten am Schreibtisch in Goldeneye. Dabei hätte der literarische Werdegang Flemings ganz an- ders aussehen können. Im Erstlingswerk „Oc- topussy“ spielt, anders als im gleichnamigen Bond-Film aus dem Jahr 1983, ein Mann na- mens Dexter Smythe die Hauptrolle. Ehemals Major der Königlichen Marine, verlebt dieser
Die besondere Atmosphäre Jamaikas inspirierte bereits unzählige Autoren.
D ass die berühmteste Bikiniszene der Welt auf Jamaika gedreht wurde, ist kein Zufall. Als Bond-Girl Ursula Andress 1962 im Film „007 jagt Dr. No“ aus dem Wasser stieg, tat sie das in der Oracabessa Bay, nicht weit entfernt von jenem Ort, an dem Autor Ian Fleming am Schreibtisch die Buchvorlage dazu geschrie- ben hatte. Der Erscha!er des Kult-Spions James Bond erwarb nämlich im Jahr 1946 ein Grundstück an der Nordküste Jamaikas in einer ruhigen Bucht, östlich des heutigen Touristenhotspots Ocho Rios. Ursprünglich eine verlassene Eselrennbahn, sah der Brite das Potenzial dieses 15 Hektar großen Grund- stücks und baute hier sein Traumhaus. Spar- tanisch eingerichtet, lichtdurch"utet und fast
vollständig von tropischem Grün umgeben. Mit Aussicht auf Sand und Meer saß Fleming an seinem Schreibtisch und erdachte jene Spi- onagegeschichten, die ihn bis heute unsterb- lich gemacht haben. Dass hier die Sonne so perfekt auf die sandige Bucht fällt, ist übrigens auch Fleming zu verdanken: In echter Agen- tenmanier sprengte er mit ein paar Stangen Dynamit einen störenden Felsen einfach weg. LIEBE AUF DEN ERSTEN BLICK Wegen einer geheimdienstlichen Mission war Fleming im Jahr 1943 erstmals auf Jamaika. Ein Besuch, der o!ensichtlich sofort Eindruck hinterließ: „Wenn wir diesen verdammten Krieg gewonnen haben, werde ich auf Jamai- ka leben. Ich werde einfach leben, es aufsau-
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Einst Rückzugsort des Bond-Autors, ist Goldeneye heute eines der berühmtesten Luxusresorts der Insel.
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