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DAS MAGAZIN COLUMBUS
REISE IN DIE ZUKUNFT So nachhaltig ist das Reisen von morgen schon heute.
OSTAFRIKA Wo Berggorillas zu Rettern von Mensch und Natur werden.
SANSIBAR Warum die Korallen
ZUG UM ZUG Kreuzfahrt auf Schiene: 14 Städte in 27 Tagen.
vor Sansibar so glücklich sind.
EDI TORIAL
DIE ZUKUNFT IST BEI COLUMBUS BEREITS GEGENWART!
Verehrte Leserinnen und Leser des COLUMBUS Magazins!
ambitioniert dieses Vorhaben ist, lässt sich anhand der Ver- breitung fossiler Heizformen erahnen: Rund 1,25 Millionen Gas- sowie 640.000 Ölheizungen werden im kommenden Winter hierzulande für Wärme sorgen. ABER NICHT SO BEI COLUMBUS! Schon vor rund zehn Jahren sind wir zu der Erkenntnis ge- langt, dass nachhaltiges Wirken unter anderem in unseren eigenen Büroräumen beginnen und Öl und Gas ausschließen muss. Mit gewissem Stolz kann ich heute sagen: Im gesamten Unternehmen, auch in unseren Filialen, beziehen wir aus- nahmslos „grünen“ Strom – unser Lieferant garantiert, dass unser Strom zu 100 % aus Wind- und Wasserkraft gedeckt wird. Unsere Kolleginnen und Kollegen sowie ich persönlich sind mit Elektroautos unterwegs. Unsere Geschäftsreisen in Österreich und dem angrenzenden Ausland werden allesamt mit der Bahn absolviert. UNSER LETZTER STREICH IST ABER UNSER GELUNGENSTER: Das gesamte Heizungssystem des rund 160 Jahre alten COLUMBUS-Hauses am Wiener Universitätsring 8 wurde im Jahr 2022 weg von Öl und Gas auf elektrische Luftwär- mepumpen umgestellt. Die komplette Fläche des Hauses wird ab dem frühen Jahr 2023 auf diese allgemein anerkannt umweltschonende Weise geheizt und gekühlt werden. Womit sich für mich der Kreis schließt: 1932 gegründet, ist COLUMBUS Reisen auch im Jahr 2022 nicht nur ein traditionell österreichischer Familienbetrieb. COLUMBUS war und ist Vorreiter. Um alles daran zu setzen, nachhaltig zu wirtschaften. Für unsere Mitarbeiter. Für unsere Kunden. Für unsere Umwelt. Ihr Mag. Alexander Richard, Geschäftsführer COLUMBUS Reisen
Diese Ausgabe schließt mit ihrem Thema „Nachhaltigkeit und Reisen“ nahtlos an die letze an, in welcher wir unser 90-jähriges Bestehen gefeiert und 90 Reisetipps „um die Welt“ verraten haben. Dieses Magazin erzählt, wie nachhaltig das Reisen von mor- gen schon heute ist. COLUMBUS ermöglicht es Ihnen, erste Schritte zu tun, um das Reisen für unseren schönen Planeten verträglicher und für die Generationen nach uns nachhaltiger zu gestal- ten. Diese Ausgabe steht ganz im Zeichen solcher „grüner Reisen“. Das heißt nicht, dass diese nicht auch einen sogenannten CO 2 -Fußabdruck hinterlassen, doch dieser ist relativ gering. Zu diesem äußerst komplexen Thema „CO 2 -Fußabdruck“ und wie dieser berechnet werden kann, haben wir mit Christian Krotscheck einen Experten an Bord geholt (Inter- view Seite 12), mit dessen Rechenmodell wir versucht haben, die tatsächliche Belastung von Reisen zu ermitteln. So ist jeder in der Lage und eingeladen, den CO 2 -Abdruck seines Urlaubs zu kompensieren. Und gemeinsam mit COLUM- BUS an einem Strang zu ziehen, um die Zukunft des Reisens so umweltschonend wie technisch möglich zu verwirklichen. NICHT NUR DAS CHRISTKIND – AUCH 2040 STEHT VOR DER TÜR. 2040? Ab diesem Zeitpunkt soll Österreich klimaneutral sein. Dieses Ziel soll unter anderem durch einen Ausstieg aus fossilen Energieträgern (Heizöl, Gas und Kohle), zum Bei- spiel bei Raumwärme- und kühlung, erreicht werden. Wie
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WOHIN DIE REISE GEHT.
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KURZ MAL WEG Berlin | Ljubljana | Prag 24
REISETHEK: ERLESENE REISEN MIT ANSPRUCH Neapel & Amalfiküste | Kanada | Porto & Duoro | Vietnam | Malta & Sizilien
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BILDWELTEN Segelzukunft | Umweltmeister | Flugvisionen 06
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BEGEGNUNG IN DEN BERGEN Wie Ostafrikas Gorillas Mensch und Natur retten.
KERALA: IM URLAUB GANZ ZU HAUSE
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Statt anonym in einem Hotelbett zu nächtigen, ist man hier ein echtes Familienmitglied auf Zeit.
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WIE WIR SELBST CO 2 KOMPENSIEREN KÖNNEN Wissenschafter Christian Krotschek über die Hintergründe des CO 2 -Fußabdrucks.
WUNDER UNTER WASSER Sansibars Gespür für prachtvolle Korallengärten.
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BOYAN SLAT: DER JUNGE MANN UND DAS MEER
Wie der junge Niederländer Boyan Slat unsere Weltmeere reinigt und den Müll in schicke Brillen verwandelt.
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DIE PIONIERE DER EISIGEN MEERE Die besonderen Reisen mit den Hurtigruten-Postschiffen. 30 „VIELE WICHTIGE DINGE VERSTEHT MAN ERST DURCHS REISEN“ Nachhaltigkeitspionier Christian Hlade im Interview. 32
KURZ & GUT Lokalaugenschein im klimabewussten Laax. 14
IN DEN BETTEN DER BERBER Abseits der ausgetretenen Pfade will die tunesische Region Dahar eine Alternative zum Massentourismus in den Küstenregionen bieten.
VORAUS(GE)LESEN Weil jede Reise auch das perfekte Buch braucht.
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DIE GESCHICHTE DES NACHHALTIGEN TOURISMUS Nachhaltiger Tourismus im Wandel der Zeit. 16
NATUR ERLEBEN Besonderes erleben und dabei Natur, Tieren und Menschen helfen: Die Reisekonzepte von andbeyond sind federfüh- rend in Sachen Öko- tourismus
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18 Kreuzfahrt auf Schiene Die erste Schienenkreuz- fahrt: 14 Städte in 27 entspannten Tagen.
IMPRESSUM: Medieninhaber & Herausgeber: COLUMBUS Reisen GmbH; Geschäftsführer: Mag. Alexander Wenzel Richard, Universitätsring 8/24, A-1010 Wien; Kontakt: Telefon +43 1 534 11-0, Fax +43 1 5330072, E-Mail: office@columbus-reisen.at; FN 285867v; ATU 62961502; Handelsgericht Wien | Projektleitung COLUMBUS Reisen: Michaela Haipl, Mario Steinwedel | Konzeption & Herstellung: UND Kommunikation GmbH, Pilgramgasse 22/7, A-1050 Wien | Creative Director: Pepo Possmann – BG Servus Werbe GmbH | Chefredaktion: Johannes Stühlinger | Autorinnen: Jenni Koutni, Sandra Rainer, Michi Reichelt | Lektorat: Carola Kilga | Fotografie: Philipp Horak, Shutterstock, iStock | Key Account & Consulting: Roland Gölles
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COLUMBUS MAGAZIN 05
BILDWELTEN MIT DEM WIND
MIT „MEERWERT“ In der Werft der niederländischen Reederei Sailing Classics schlummert gerade eine zukünftige Weltneuheit: Die in Summe vierte Segelyacht des Unternehmens soll nämlich die erste kommerzielle Zero-Emission-Yacht über- haupt werden. Im Sommer 2022 startete man mit dem Bau, im Jahr 2024 soll die sogenannte „Aeolus“ dann endlich ihren ersten Ausflug machen. Die Kreuzfahrtsegelyacht bekommt einen Hybrid-Antrieb: Reicht der Wind in den Segeln nicht aus, wird mit CO 2 -neutralem Treib- stoff, Akkus und Solarpanels unterstützt. Zur Ausstattung der umweltschonenden Segelyacht wird außerdem eine Kleinkläranlage gehören sowie eine Entsalzungsanlage, die Meerwasser in Trinkwasser umwandelt. Den insgesamt 36 Kreuzfahrtpassagieren der Aeolus wird es also sicher an nichts fehlen.
COLUMBUS MAGAZIN 07
BILDWELTEN COSTA RICA
EIN LESEN
PURA VIDA! Brüllaffen, Tukane, Faultiere und Kolibris muss - ten in Costa Rica lange um ihr Zuhause bangen. Die Ausbeutung der Wälder bedrohte die Arten- vielfalt. 1996 kam die Kehrtwende: Costa Rica stellt seitdem den Umweltschutz an erste Stelle. Etliche Schutzzonen für die Erhaltung der Fauna und Flora wurden eingerichtet und manche Nationalparks für Touristenmassen geschlossen. Auch in Sachen alternative Energie und Öko- steuer auf Benzin war Costa Rica Vorreiter. Und wer Müll achtlos wegwirft, muss satte 260 Euro Strafe zahlen. So viel Einsatz wurde kürzlich mit dem renommierten Earthshot-Award für nachhaltigen Klimaschutz belohnt. Das Preisgeld von 1,37 Millionen Dollar fließt wiederum in den Schutz der einzigartigen Natur.
COLUMBUS MAGAZIN 9 COLUMBUS MAGAZIN 09
BILDWELTEN ZUKUNFT
AUF DIE ZUKUNFT FLIEGEN Den Flugverkehr dem Klima zuliebe völlig zu streichen, ist leider keine realisti - sche Option. Aber kluge Köpfe auf der ganzen Welt sind schon dabei, umwelt- schonende Alternativen für den Antrieb zu finden. Der größte Hoffnungsträger bis jetzt: Wasserstoff. So will Flugzeughersteller Airbus beispielsweise bis zum Jahr 2035 sein erstes Modell mit Wasserstoffantrieb fliegen lassen. Die „HY4“ des deutschen Unternehmens H2Fly dient bereits seit einigen Jahren als Testplattform für den Wasserstoff-Elektroantrieb. Auch Forschungsergebnisse zum Thema sind vielversprechend, stoßen in der Umsetzung aber auf einige Hürden. Bis sich tatsächlich große Maschinen mit dem umweltschonenden Antrieb in die Lüfte erheben, bleibt es also noch spannend.
COLUMBUS MAGAZIN 11
INTERVIEW
AM BESTEN KOMPENSIERT MAN C0 2 , INDEM MAN IN DEN HOLZBAU INVESTIERT.
allein mit dem CO 2 -Fußabdruck bewertet, ist sie tatsächlich um den Faktor drei bes- ser als Photovoltaik. Wird die Atomstrom- diskussion auf diesen Faktor aufgebaut, wird häufig behauptet, dass Atomkraft tatsächlich grün sei. In Summe ist sie es natürlich nicht! Allein wie viel Radio- aktivität im Lebenszyklus frei wird … COLUMBUS: WIE WIRD DIESER FUSSABDRUCK IM ENDEFFEKT ANGEGEBEN? Beim SPI wird das Ergebnis in Quadrat- meter angegeben. Die exakte Defini- tion lautet daher: Durch meine Nutzung beanspruche ich exklusiv ein Jahr lang einen Quadratmeter auf dem Planeten Erde. Das kann man dann aber für die Ver- gleichbarkeit in Tonnen umrechnen. COLUMBUS: WAS HALTEN SIE VON KOMPEN- SATIONSANGEBOTEN, MIT DENEN MAN SICH VON DER BELASTUNG FREIKAUFEN KANN? Das ist ein zweischnei-
Immer mehr Reisende möchten der Umwelt, dem Land und seinen Bewohnern respektvoller gegenübertreten. Doch was kostet eigentlich eine Reise aus ökologischer Sicht? Wissenschafter Christian Krotschek ist genau für solche Fragen Spezialist – hat er doch selbst einen maximal objektiven Fußabdrucksrechner entwickelt und ins Netz gestellt. „URLAUBER KÖNNEN ENTSCHEIDEN, OB UND WIE SIE IHRE REISE KOMPENSIEREN.“
COLUMBUS: UND DIESE WÄREN? Das Humusaufbauprogramm der Öko- region Kaindorf zum Beispiel. Hier wird dokumentiert, wie viel CO 2 im Boden gespeichert und aus der Atmosphäre ge- bunden werden kann. Das ist wissen- schaftlich und analytisch nachgewiesen. Oder Pflanzenkohle, in der rund 90 % rei- ner Kohlenstoff steckt, den Bäume zuerst aus der Luft ziehen. Diese kann super als Bodenverbesserer eingesetzt werden, denn rund die Hälfte bleibt bis zu 700 Jahre lang garantiert im Boden! Die sinnvollste Mög- lichkeit aber ist, in Holzbau zu investieren. Alles, was dort an Kohlenstoff gespeichert wird, bleibt auch über Jahre gebunden. COLUMBUS: STICHWORT „REISEN“. WIE SIEHT NACHHALTIGES REISEN AUS IHRER SICHT AUS? Ein wichtiger Aspekt ist sicher die An- und Rückreise. Hier muss auf neue Wege gesetzt werden, die mit nachhaltigen Ener- giesystemen betrieben werden. Ein ande- rer Aspekt ist die Unterbringung. Es gibt bereits Hotels, die bewusst mit regenera- tiver Energieversorgung betrieben wer- den und nachhaltige Verbrauchsgüter wie Stoffservietten nutzen. Wichtig ist, dass Hotels regional Lebensmittel einkaufen
ZUR PERSON CHRISTIAN KROTSCHEK Dipl.-Ing. Dr. techn. Christian Krotscheck ist Vorstand und Gründungs- mitglied der Amrita Sai eG (Bereich: Technisches Büro für Verfahrenstechnik, Geschäftsleitung) mit Sitz im steirischen Kapfenstein. In seiner Forschungsarbeit befasst sich der Steirer vorwiegend mit der Prozess- bewertung in Hinsicht auf nachhaltige Entwicklung. Dabei hat er mit Kollegen unter anderem den Fußabdrucksrechner entwickelt und ins Netz gestellt. DER RICHTIGE RECHNER Mit dem Fußabdrucksrechner kann man jederzeit seine Reisen aus ökologischer Sicht betrachten. So weiß man, wie viel Tonnen CO₂ man kompensieren könnte. www.fussabdrucksrechner.at
W er klimafreundlich und nachhaltig urlauben will, darf auch Verantwor- tung übernehmen. Da- bei hilft es, wenn man über den ökologischen Fußabdruck seiner Reise Bescheid weiß. Dieser lässt sich dank Christian Krotscheck unter der Domain fussabdrucksrechner.at in Echtzeit selbst errech- nen. Was aber passiert hinter den Kulissen? Welche Faktoren sind relevant, und warum ist der CO 2 -Fußabdruck nur ein Teil dessen, worum es wirklich geht?
diges Schwert. Einerseits muss man sagen, dass vermutlich bis
zu 90 % der- artiger An- gebote reine Augenauswi- scherei sind. Andererseits einräumen, dass es viel- versprechen- de Lösungen gibt. muss man aber auch
und mit dem Umland in Kontakt sind. Und: Achtung bei Umwelt- zeichen für die Hotellerie! Die- se von Checklisten getriebenen Zertifikate geben meist keinen Gesamtüberblick. Fazit ist: Ur- lauber können nach ihrer Reise jederzeit selbst entscheiden, wie und ob sie ihre Reise kompensie- ren wollen, dazu braucht es keine Anleitung – und Möglichkeiten dafür gibt es schon ausreichend.
DER SPI GIBT AN, WIE VIEL FLÄCHE ICH AUF DEM PLANETEN FÜR EIN JAHR EXKLUSIV BEANSPRUCHE.
COLUMBUS: WAS UNTERSCHEIDET IHREN FUSSABDRUCK-RECHNER VON ANDEREN? Es gibt verschiedenste Arten von Rech- nern. Allgemein basieren diese auf der Lebenszyklusanalyse, die in der ISO 14044 normiert und definiert wurde. Unser Rech- ner berücksichtigt im Vergleich zu anderen alle Faktoren, von Kohlenstoffdioxid über Schwermetalle bis hin zu fossilen und ato-
maren Rohstoffen. Einfach alles. Er basiert somit auf dem sogenannten SPI, dem Sus- tainable Process Index. COLUMBUS: KLINGT NACH EINEM AUFWEN- DIGEN PROZESS. SIND DIE ERGEBNISSE SO TATSÄCHLICH MAXIMAL KORREKT? Genau. Ein gutes Beispiel ist etwa die Bewertung der Atomenergie. Wird diese
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KURZ & GUT
■ Ob energiesparende Gebäudesanierung, E-Pistenbully oder Zero-Waste-Maßnahmen in der Gastronomie: In Laax wird man an jeder Ecke zum Umweltschutz animiert.
Val d’Hérens © Switzerland Tourism / Dominik Baur
Eine neue Art des Reisens.
LAAX: KLIMANEUTRALES SKIVERGNÜGEN Laax im Schweizer Kanton Graubünden hat eine ehrgeizige Vision: Die Gemeinde will die erste selbstver- sorgende Alpendestination werden, die ihren Energiebedarf aus regionalen, klimafreundlichen Quellen abdeckt.
Nachhaltiges Reisen bedeutet nicht zwingend Verzicht. Eins ist aber klar: Je achtsamer und bewusster gereist wird, desto geringer wird der negative Fussabdruck. Nachhaltiges Reisen steht für mehr Bewusstsein, Genuss, Tiefe. Das Reiseland Schweiz verfolgt deshalb eine für die Schweiz typische Nachhaltigkeitsstrategie: Swisstainable.
LUST AUF LAAX BEKOMMEN? GANZHEITLICH NACHHALTIG Das Riders Hotel in Laax bietet alles, was das Herz be- gehrt und was man für einen sportlichen Aktiv-Urlaub das ganze Jahr über braucht! Gut zu wissen: Entspannte Anreise mit der Bahn über Zürich nach Chur und mit dem Postbus nach Laax möglich. ab € 108 pro Person und pro Nacht im Riders Studio inklusive Frühstück
Flims Laax Falera mit dem E-Bike erkunden. Dank des E-Bikes mit seinem sanften und lautlosen Elektromotor kannst du die Region Flims Laax Falera mit den umliegenden Naturschönheiten und Sehenswürdigkeiten noch einfacher und vor allem entspannter erleben. Jetzt buchen! E-Bike Kulinarik Trail ab CHF 75 pro Person flimslaax.com/kulinarische- wanderung/e-bike-kulinarik-trail E-Bike mieten und genießen Preise: 1 Tag CHF 46 oder 3 Tage CHF 105 Mehr Infos: flimslaax.com/biken/ bike-mieten
Swisstainable steht für den Zeitgeist – und maximale Erholung in der Natur: 1. Die Natur nah und ursprünglich geniessen 2. Die lokale Kultur authentisch erleben 3. Regional konsumieren 4. Länger bleiben und tiefer eintauchen 5. Umweltbewusst an/ab – und innerhalb der Schweiz reisen Natur berührt uns, wenn wir sie unberührt lassen. Das Reiseland Schweiz steht für spektakuläre Berge, wilde Schluchten, mystische Wälder; unsere Natur hat die Kraft Energie zu spenden. Das möchten wir bewahren – für viele Generationen nach uns.
U m dieses Ziel aus eige- ner Kraft und ohne CO- Kompensationszahlungen zu erreichen, setzt man seit 2010 auf einen Sieben-Punkte-Plan. Was recht streng klingt, wird von Ein- heimischen und auch Touristen sehr gut angenommen – man motiviert sich so- gar gegenseitig. So düst man lieber mit Elektroautos durch die wunderschöne Wintersportregion, montiert Photo- voltaikanlagen auf die Dächer und setzt vermehrt auf Reparaturservice, anstatt Skijacke und Co. einfach wegzuschmei- ßen. Skischulen arbeiten mit pflanzen- basierten Wachsen, damit keine schäd- lichen Stoffe in die Natur gelangen, und in Restaurants werten Müllkameras die
Abfallmengen aus, damit Betriebe ef- fizienter wirtschaften können. Abends sorgt dann auch noch ein Pistenbully mit E-Antrieb für beste Verhältnisse auf den insgesamt 224 Pistenkilometern. UNSER TIPP: Neue Hotels werden in Laax so konzipiert, dass sie mehr Energie gewinnen, als sie beziehen. Bereits bestehende Gebäude erhalten, sofern nötig, eine energetische Sanierung. Bestes Beispiel ist das Riders Hotel in Laax-Murschetg: Der gesamte Strom kommt aus erneuerbarer Energie, das Mobiliar besteht aus coolen Se- cond-Hand-Teilen, und im Hotelbetrieb achtet man streng darauf, so wenig Abfall wie möglich zu produzieren.
Entdecken Sie weitere nachaltige Biketouren in Flims Laax Falera unter www.flimslaax.com/biken/biketourenmaticket
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NACHHALTIGE HISTORIE
WIR FAIRREISEN: NACHHALTIGER TOURISMUS IM WANDEL DER ZEIT
GEBURT DES ÖKOTOURISMUS IN DEN 1990ERN: Mitten im Globalisierungsschub erkannte man, dass Umweltqualität auch Lebensquali- tät bedeutet und Urlauber saubere Strände, klare Gewässer und intakte Landschaften erwarten. Besonders in den Tropen bemerkte man einen Rückgang an Artenvielfalt und begann damit, erste Umweltverbände und international tätige Naturschutzorga- nisationen zu gründen – die Geburtsstunde des Ökotourismus. Durch die Suche nach nachhaltigen Nutzungsmöglichkeiten der Natur trägt er in vielen lateinamerikanischen sowie ost- und südafrikanischen Ländern bis heute erheblich zur Finanzierung von Schutzgebieten bei, ohne große Schäden zu verursachen.
ANFANG DES 20. JAHRHUNDERTS:
Das wohlhabende Bürgertum wollte weg aus der stickigen Stadt. Man ver- abschiedete sich einige Wochen in die Sommerfrische oder gönnte sich eine Kur. Die Demokratisierung des Reisens ab den 1950er-Jahren schritt rasant voran: Nun ging es mit dem PKW in Nachbarländer und schluss- endlich mit dem Flugzeug auf weit entfernte Kontinente, die erstmals als „Traumdestinationen“ bezeichnet wurden. Der Tourismus, der davor jahrzehntelang in den Kinderschuhen steckte, entwickelte sich zur neuen Industrie und zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig. DER SANFTE TOURISMUS DER 1980ER:
DIE UNBEQUEME WAHRHEIT DER 2000ER: Zur Jahrtausendwende machte der Film „Eine unbequeme Wahr- heit“ die breite Masse erstmals auf den Klimawandel aufmerksam. Dadurch aufgerüttelt, entwickel- te sich eine neue Bewegung von nachhaltigkeitsorientierten Tou- risten, die sogenannten LOHAS (Lifestyles of Health and Sustai- nability). Diese verzichten zwar nicht aufs Reisen, agieren dabei aber so achtsam wie möglich. Hotels werden nach Nachhaltig- keitskriterien ausgewählt, fremde Kulturen respektiert und ausge- stoßenes CO 2 online kompensiert. Wer kann, reist mit Zug oder Reisebus und bleibt länger. Der heutige Trend zum „Slow Travel- ling“ ist also der Grand Tour von damals nicht unähnlich, mit der die Geschichte des Tourismus vor über 300 Jahren begann.
ÖKOTOURISMUS IST VERANTWORTUNGSVOLLES REISEN IN NATURNAHE GEBIETE, WELCHES ZUM SCHUTZ DER UMWELT BEITRÄGT UND VON NUTZEN FÜR DIE BEVÖLKERUNG IST.
18. JAHRHUNDERT: Reisen ohne unmittelbare Notwendigkeit? Das war lange Zeit ein Privileg der gesellschaftlichen Oberschicht. Im 18. Jahrhundert kamen in Europa Bildungsreisen in Mode, auf denen junge Menschen Kunst und Kultur ande- rer Länder aufsogen und so ihren Horizont erweiterten. Einer der bekann- testen Teilnehmer dieser sogenannten „Grand Tours“ war Johann Wolfgang von Goethe, dessen Italienreise sich auf fast zwei Jahre ausdehnte. Mit der Industrialisierung suchten dann auch andere Bevölkerungsgruppen nach Erholung von den überfüllten Städten in der umliegenden Natur. 19. JAHRHUNDERT: Die österreichische Reiseschriftstellerin Ida Pfeiffer war in den 1840ern die erste Frau, die alleine die Welt bereiste. Ihre Erzählungen spiegeln den Zeit- geist wunderbar wider: Destinationen wurden immer exotischer, Reisen war abenteuerlich und beschwerlich, doch man nahm sich viel Zeit dafür. Wo- chenlang ging es per Orient-Express nach Istanbul oder mit dem Dampf- schiff nach Ägypten. Da die Natur dabei oft das Haupthindernis war, begann man bald mit Versuchen, sie zu zähmen. Organisationen wie Alpenverei- ne, die Naturfreunde oder der Sierra Club in den USA sahen als erste die Folgen dieser Luxusabenteuer und propagierten einen naturverbundenen Tourismus. Erstmals gründete man Nationalparks, die der breiten Masse die Schönheit der Natur näherbrachten, ohne diese zu gefährden.
„Reisen veredelt den Geist und räumt mit Vorurteilen auf“, stellte Oscar Wilde vor über 100 Jahren fest, als der Tou- rismus noch in den Kinder- schuhen steckte. Während der sogenannte Fremdenverkehr zum heutigen Massenphäno- men wurde, entwickelten sich auch passende Initiativen für Natur- und Umweltschutz. Eine kurze Rundreise durch die Geschichte des Tourismus.
„Touristen marschieren in bunten Hemden und Tennissocken, mit Sonnenbrille und Ka- mera vor dem Bauch durch die Gegend und fotografieren alles. Sie bewegen sich in Herden wie Schafe. Ohne Reiseleiter sind sie verloren.“ Kein charmantes Bild, das der Tourismus- forscher Jost Krippendorf da 1975 in seinem Text „Die Landschaftsfresser“ zeichnet. Er kritisierte darin erstmals die Auswirkung des Reisens auf die Umwelt. In den 80ern wurde das Urlauben zum trendigen Lifestyle; den angestaubten Begriff „Fremdenverkehr“ woll- te niemand mehr hören. Die vielen Menschen, die Bergregionen und Strände besuchten, machten sich durch Verschmutzung bemerkbar. Zukunftsforscher Robert Jungk schlug da- rum in seiner These einen „sanften Tourismus“ als Alternative zum „gewöhnlichen“ Reisen vor. Allerdings standen dabei Exklusivität und Authentizität im Vordergrund, nicht der Umweltschutz.
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KREUZFAHRT AUF SCHIENE
Das Großartige an Kreuzfahrten? Man sieht un- glaublich viel in kurzer Zeit. Aber geht das wirklich nur per Schiff? Redakteurin Jenni wollte es wissen und war 27 Tage auf Schiene unterwegs. Der Master- plan für die klimaschonendste Kreuzfahrt der Welt. KREUZFAHRT AUF SCHIENE: 14 STÄDTE IN 27 TAGEN
Servus, Wien – guten Tag, Ljubljana! Um 7:58 Uhr hüpfe ich am Wiener Hauptbahnhof in den Zug und mein Abenteuer auf Schienen be- ginnt. Es ist 14:00 Uhr, als ich in der grünen Haupt- stadt Sloweniens ankomme und beschließe, dass es erst mal Zeit für einen Snack ist. Ich schnappe mir ein Stück Potica (ein herrlicher, mit Nüssen oder Mohn
TAG 1–6: LJUBLJANA & TRIEST
gefüllter Hefekuchen) in der Bäckerei und genieße die Sonne im Tivoli-Park. Gestärkt geht’s weiter in die Altstadt. Die ist seit 2008 autofrei – man „fährt“ hier mit gutem Beispiel voran. Offen- sichtlich sind die Menschen in Ljubljana gerne auf dem Drahtesel unterwegs. Ich bleibe beim Gehen. Gemächlich entlang der Fluss- promenade schlendernd, genieße ich das Treiben dieser herzigen Stadt und habe sogar noch Zeit für ein Mittagessen im „Güjžina“, das traditionell slowenische Gerichte ganz ohne Fleisch zuberei- tet. Bis übermorgen bleibt mir noch genug Zeit, um Sehenswür- digkeiten wie die Drachenbrücke oder das Laibacher Schloss zu besichtigen. An Tag drei starte ich auch schon los in die schöne Hafenstadt Triest. Nach nur drei Stunden steige ich um 16:52 Uhr aus dem Zug. Ich schnuppere Meeresluft, Kaiserin Sisi blickt mir von ihrem Monument am Bahnhof entgegen. Die histo- rische Verbindung zur Habsburgerzeit macht sich vielerorts bemerkbar: Neben den vielen Cafés finden sich Orte wie das Caffè Tommaseo mit seinem Altwiener Charme. Ausnahms- COLUMBUS MAGAZIN 19
■ Ob Flanieren in der grünen Hauptstadt Sloweniens (oben) oder ein Espresso in der Kaffeemetro - pole Italiens (rechts): Ljubljana und Triest stehen für Entschleunigung und ganz viel Gemütlichkeit.
KREUZFAHRT AUF SCHIENE
weise darf man sich mit einem Milchkaffee hinsetzen und gemütlich in der Zeitung blättern. Denn sonst genießt man hier Es- presso. Schnell. Im Stehen an der Theke. Ita- lienisch eben. Denn in der Stadt an der Ad- riaküste weht nicht nur die berüchtigte Bora durch die Gassen, sondern auch das Aroma gerösteter Bohnen. Nicht umsonst befindet sich hier eine der offiziellen Kaffee-Univer- sitäten. Zwischen den Besichtigungen des berühmten Canal Grande, der Piazza Gran- de sowie des Hafens genehmige ich mir ein paar Espressi. Nun habe ich genug Energie für Ausflüge zum malerischen Schloss Mira- mar sowie einen Tag Badespaß in der azur- blauen Bucht von Sistiana. An Tag sechs sit- ze ich mit rasendem Herzen im Zug. Ist es pure Vorfreude oder doch das Koffein? Egal, denn in knapp zwei Stunden bin in einer der schönsten Städte der Welt: Venedig! Ankunft in Venedig, 10:21 Uhr: Knapp vier Tage Aufenthalt in der weltbekann- ten Lagunenstadt wollen genutzt wer- den! Also auf, um die Papierkunst von Carterìa ai Frari, Lederwaren von Il Grifo- ne und Keramiken von Alessandro Merlin zu suchen. Nach einem schnellen Espresso (wird wohl zum Reisebegleiter Nummer eins) mit Blick auf den Canal Grande geht es zur Be- sichtigung der Inseln Murano und Burano. Die bunten Häuschen und vielen Glaskunst- ateliers stimmen mich fröhlich. Zudem geht es hier weitaus ruhiger zu. Im Hotel Conterie in Murano schlage ich meine Zelte auf und genieße das authentische Flair. Bei einem Ausflug auf die kleine Insel Torcello genie- ße ich dann das echte Dolce Vita: mit Gela- to über die Uferpromenade spazieren, die Sonne im Gesicht und anschließend einen „Spritz“ am Hauptkanal trinken. Die Basilika der Heiligen Maria Assunta mit ihren schö- nen venezianisch-byzantinischen Mosaiken ist übrigens eine Augenweide. Vom Glocken- turm aus blicke ich aufs türkisblaue Meer. Um unzählige Eindrücke reicher verabschie- de ich mich auch schon wieder von diesem einzigartigen Ort und steige um 16:26 Uhr in den Zug.
■ Im Uhrzeigersinn: legendäre Mode im Armani-Museum, ein nächtlicher Spaziergang in Mar - seille, Natur pur im Nationalpark Des Calanques und Lustwandeln in Nizzas Hafen. Die Vielfalt Europas entdecke ich bereits in meiner ersten Woche auf Schienenkreuz - fahrt.
Bologna, mia bella! Nach nur eineinhalb Stunden bin ich gekommen, um knapp vier Tage zu bleiben. Bologna ist nicht nur Universitätsstadt mit beeindruckender Archi- tektur, sondern auch Schlaraffen-
eine echte Italienerin nur am Vormittag. In der Modemetropole gehört ein Besuch in Giorgio Armanis durchgestyltem Museum „Armani Silos“ dazu. Das muss reichen, denn um 15:10 Uhr bin ich wieder auf Schiene in die nächste Stadt – in einem anderen Land.
TAG 9–12: BOLOGNA / FLORENZ
TAG 6–9: VENEDIG
Morgens in Nizza. Der Um- stieg vom italienischen „dol- ce far niente“ auf das Flair der französischen Riviera? Nahtlos. Denn auch hier zelebriert man die schönen, einfachen Dinge des Lebens.
land. Nicht umsonst wird sie „la grassa“, also „die Fette“ genannt. Leichte Küche gibt’s in der Geburtsstadt der Bolognese-Sauce kei- ne. Ausgehend vom belebten Mercato delle Erbe, schlemme ich mich durch das „Best of“ der italienischen Küche: Tortellini, Par- maschinken, Parmesan, Olivenöl und, nicht zu vergessen, die köstlichen Weine der Re- gion. Denn: Auf Reisen muss man viel trin- ken, habe ich gehört. Da Florenz nur knapp eine halbe Stunde Zugfahrt entfernt ist, bietet sich ein Tagesausflug natürlich an. Ich lasse es langsam angehen und schlendere entspannt durch die wunderschöne Stadt. Am nächsten Tag geht es nämlich schon früh weiter nach Mailand!
TAG 12–15: NIZZA
Nachdem ich Nizza zu Fuß erforsche, steht am nächsten Tag ein Ausflug an. Das kleine Bergdorf Èze ist ein Geheimtipp! Nach 20 Minuten im Bus erreiche ich den 2.600-See- len-Ort und fühle mich wie im Mittelalter. Im besten Sinne, denn die schmalen Gassen und Bistros sind einfach entzückend. Gut, dass ich den Weg zur Aussichtsplattform im Jardin Exotique finde. Welch einmaliger Blick auf die ganze Côte d’Azur! Weiter nach Marseille, An- kunft 11:03 Uhr. Die Ha- fenstadt wird manchmal als „das kleine Paris“ bezeich- net, was das Lebensgefühl dort nicht ganz trifft. Denn Marseille versprüht viel mehr Leichtigkeit und mariti- TAG 15–18: MARSEILLE
Ciao, Milano! Nach so viel Kulinarik heißt es um 8:06 Uhr: Auf in die Stadt der Mode und des Möbel- designs! Nach Ankunft um 9:20 Uhr geht sich ein Cappucci-
TAG 12: MAILAND
no (Abwechslung muss sein) noch aus, ohne mich als Touristin zu outen. Denn den trinkt
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KREUZFAHRT AUF SCHIENE
LUST AUF DIE ERSTE SCHIENENKREUZFAHRT BEKOMMEN? 27 TAGE VOLL AUF SCHIENE! Wie lassen sich Nachhaltig- keit und die Lust auf Reisen am besten kombinieren? Bei einer Kreuzfahrt auf Schie- nen! Auf dieser Tour lernen Sie die Vielseitigkeit Europas kennen – und das ganz ohne Hektik und Stress. KULINARISCHES HIGHLIGHT: AUTHENTISCH TRIESTINISCH Im Da Siora Rosa in Triest kommen neben traditionel- len Gerichten, wie Gulasch, Brotknödel oder Kutteln, auch feinste mediterrane Speisen auf den Teller. Heißer Tipp: Unbedingt einen Tisch reservieren! 01. November 2022 bis 31. Oktober 2023 täglich antretbar ab € 4.790 p. P. CO 2 -FUSSABDRUCK: 1.119,4 kg
men Charme. Als ich mit einer Kugel La- vendeleis in der Hand an der malerischen Kirche Cathédrale de la Major vorbeispa- ziere, weht mir milde Meeresluft durchs Haar. Abends strahlt die imposante Kir- che Notre-Dame de la Garde im Nacht- himmel – sie thront auf einem 147 Meter hohen Kalkfelsen. Den Aufstieg zu dieser Hauptattraktion verschiebe ich auf einen der kommenden Tage. Szenenwechsel. In Marseille steht auch Badespaß auf dem Plan! Türkisfarbenes Wasser, einladende Buchten und steil ins Meer abfallende Kalksteinklippen, die kleine Fjorde bilden, ziehen mich magisch an. Das Massif des Calanques erstreckt sich auf 20 Kilometern Länge zwischen Marseille und Cassis. Als Nationalpark unterliegt das Gebiet besonderem Schutz. Mit Glück erblickt man vom Boot oder Kanu aus Delfine und Wasserschildkrö- ten. Anblicke wie diese machen den Ab- schied schwer. Zum Glück erwarten mich bereits die nächsten Highlights, denke ich mir im Zugabteil. Ein letztes Winken, und Paris’ süße Schwester entschwindet.
Am späten Nachmittag geht’s weiter nach Lyon.
dachten Holzbrücken Europas. Ein weiteres Wahrzeichen ist die Museggmauer, die bis auf einen Turm in ihrer ursprünglichen Ge- stalt erhalten blieb. Mit Fresken geschmückte Häuschen umsäumen in der autofreien Alt- stadt malerische Plätze wie den Weinmarkt. Am nächsten Tag ist mir nach etwas mehr Action. Wie gut, dass gleich neben der Stadt der 2.132 Meter hohe Pilatus emporragt. Hier befinden sich zwei Seilbahnen, zwei Hotels, fünf Restaurants sowie die steilste Zahnrad- bahn der Welt und der größte Seilpark der Zentralschweiz. Zu erleben gibt es also genug, und die Aussicht hier oben sucht – schon wie- der – ihresgleichen. Ein Tagesausflug nach Bern muss auch drinnen sein, denn hier will ich unbedingt ins Paul-Klee-Museum. Fast 10.000 Werke umfasst das vielseitige Werk des deutschen Künstlers. 40 % davon befin- den sich hier in Bern, das heißt rund 4.000 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen. Wow!
Vier Tage zum Durch- schnaufen. Den bes- ten Überblick ver- schafft man sich vom höchsten Punkt. Logisch. Also führt mich mein erster Ausflug
TAG 18–21: LYON
rauf zur Basilika Notre-Dame de Four- vière. Die Seilbahn bringt mich auf den Berg, auf dem sie thront. Mit der Lyon City Card ist die Fahrt übrigens kostenlos. Vom Vorplatz der Basilika erwartet mich ein atemberaubender Blick auf die Stadt. Was ich die nächsten beiden Tage mache? Essen. Denn die Geburtsstadt von Kochle- gende Paul Bocuse hat kulinarisch viel zu bieten, vom Gourmetrestaurant bis zum Hipster-Bistro. Mir sind die traditionellen Bouchons am liebsten: urige Kneipen, die vorzügliche Hausmannskost servieren.
■ Von der Kapellbrücke in Luzern (oben) bis zum Schweize - rischen Nationalmuseum in Zürich (unten) – in den Charme dieser altertümlichen Bauwerke verliebe ich mich auf den ersten Blick. Verständlich, oder?
mert sich dann um die Kulturen und „füt- tert“ sie regelmäßig. Dann ist er auch schon da, mein letzter Tag auf Zugkreuzfahrt. Da so wunderschöne Gebäude wie das Schwei- zerische Nationalmuseum direkt neben dem Bahnhof liegen, winke ich ihnen noch ein letztes Mal zu. Um 21:02 Uhr hüpfen meine müden Beine in den letzten Nightjet. Zu Hau- se, ich komme! Entspanntes Finale. Es ist 6:34 Uhr und ich steige am Wiener Hauptbahnhof aus dem Zug. Etwas erschöpft, aber voller neuer Ein- drücke und unvergesslicher Momente. Jetzt muss aber erst einmal ein Kaffee her. Herr Ober, eine Melange, bitte!
Auf nach Zürich! Pünktlich um 10:50 Uhr angekommen, habe ich noch genügend Zeit vor meinem fantasti- schen Abendessen im Res- taurant „Kle“. Küchenchefin Zizi Hattab kocht hier mit regionalen Produkten und hebt
Mit vollem Magen um 8:38 Uhr Richtung Luzern. Nachdem ich nach einem kurzen Umstieg in Genf um 14:00 Uhr in Luzern an- komme und mein Gepäck
TAG 24–26: ZÜRICH
TAG 22–24: LUZERN
Wo sind die Gladiatoren? Eine Stunde dauert die Weiterreise ins schöne Nîmes, wo einst Gladiato- ren kämpften. Das Amphi- theater, in dem diese ge- schichtsträchtigen Ereignis-
■ Vom Kurzbesuch im römischen Amphitheater in der französischen Stadt Nîmes (oben) geht’s zum Schlemmen in die „Bouchons“-Kneipen in Lyon (unten).
TAG 18: NÎMES
UNSERE EXPERTIN SABINE SPERKER
vegane Küche auf ein Sterneniveau. Mein ku- riosester Fund am zweiten Tag: das Sauerteig- hotel in der Bäckerei Vuaillat. Hier können passionierte Hobbybäcker, während sie selbst auf Reisen sind, ihren wertvollen Sauerteig „einchecken“: Das Team der Bäckerei küm-
im Hotel abgebe, geht’s los: Stadtbesichti- gung! Für die historische Altstadt fällt mir nur ein Begriff ein: bezaubernd. Das Stadt- bild wird von der mittelalterlichen Kapell- brücke geprägt, eine der ältesten über-
sabine.sperker@columbus-reisen.at 01 / 534 11 117
se stattfanden, ist heute noch eine der schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.
COLUMBUS MAGAZIN 23
KURZ MAL WEG
WASSER-RECYCLING UND FRITTIERFETT-BUSSE IN PRAG Spätestens wenn im Herbst das goldene Licht auf die Barockbauten der so- genannten „Stadt der hundert Türme“ fällt, wird klar: Prag ist jederzeit eine Reise wert. Und auch hier gibt’s moderne Vorreiter in Sachen Umweltschutz auf Reisen. Das Mosaic House Hotel stammt beispielsweise aus dem Jahre 1935, ist aber dennoch Tschechiens Vorzeige- beispiel in Sachen Nachhaltigkeit. Altes Frittieröl wird für umweltfreundliche Shuttlebusse wiederverwendet, und auch das Duschwasser wird dank modernster Anlage recycelt. Günstige Zimmerpreise ab 35 Euro und Ausblick auf die Altstadt sind das i-Tüpfelchen. Wie beim Pick- nick unterm Sternenhimmel fühlt man sich im Restaurant Clear Head. Das von Freunden geführte Restaurant liegt nur einen Katzensprung von der altehrwür- digen Karlsbrücke entfernt und serviert vegetarische Köstlichkeiten, die nicht nur gut schmecken, sondern eine Menge CO 2 einsparen.
KOFFER GEPACKT, ZIEL UNBEKANNT ...
Der Trick für einen Städtetrip mit besonders grünem Fußabdruck? Treten Sie Rei- seziele unter 1.000 Kilometer Entfernung mit dem Zug statt mit dem Flugzeug an! Unsere Reisespezialisten und Urlaubsexpertinnen versorgen Sie mit maßgeschnei- derten Ideen für die grüne Traumreise. Inspiration gefällig?
ZERO WASTE UND BIO-POMMES IN BERLIN
Die erste Handlung in Berlin? Klar, Curry- wurst und Pommes essen. Beides gibt’s sogar erstmals in Bioqualität, bei Witty’s Organic Food Imbiss an bereits drei Locations in Berlin. Gestärkt geht’s ab ins Hotel. Wie schön öko sein kann, zeigt das Lulu Guldsmeden Hotel direkt am Potsdamer Platz. Zum Bo- ho-Stil gehören Himmelbetten, Schaukeln in den Zimmern und viel Naturmaterialien. Im Hinterhof lockt ein grüner Garten, Haustiere sind willkommen, und zur Leihfahrrad-Flotte gehören auch Lastenräder, in denen Kind und Hund sogar gemeinsam Platz finden würden. Abends lockt ein Besuch im weltweit ersten pflanzenbasierten Zero-Waste-Restaurant Frea, das mit dem grünen Michelin-Stern aus- gezeichnet wurde. Eine abschließende Auszeit vom Trubel der Großstadt bietet ein charmantes Landgut inmitten einer Parkanlage am Groß Beh- nitzer-See. Das klimapositive Landgut Stober wurde bereits zweimal zum grünsten Hotel Europas gekürt und ist das erste bio-zertifi- zierte Hotel Brandenburgs. Mit Bahn und Bus ist man innerhalb einer Stunde in der grünen Ruheoase vor den Toren Berlins. Bahnanreise: nonstop in 7 Std. 43 Min. ab Wien (tagsüber); Nachtzug nonstop Wien–Berlin: 19:15 Uhr bis 06:31 Uhr und retour
Bahnanreise: ab Wien nonstop 4 Std. 40 Min. oder 7 Std. 30 Min. ab Salzburg inkl. 1 x umsteigen in Wien. mosaichouse.com; lehkahlava.cz
AUTHENTISCHE ERLEBNISSE IN LJUBLJANA Ljubljana ist stolze Trägerin der Auszeichnung „Grüne Hauptstadt Europas 2016“ sowie anderer internationaler Awards für nachhaltigen Tourismus. Gleich sechs slo- wenische Restaurants wurden mit dem „Michelin Green Star“ ausgezeichnet, eines davon befindet sich gleich in der Nähe der Hauptstadt. Das Restaurant Danilo besitzt unter anderem auch drei Gault-Millau-Hauben und ist seit drei Generationen in Familienhand. Alte Familien- rezepte und neuinterpretierte slowenische Hausmanns- kost treffen hier auf regionale Produkte der Saison. Wer mehr von so viel Umweltbewusstsein möchte, kann auf das Slovenia Green Label achten, das Hotels, Restaurants, Ausflugsziele und Aktivitäten auszeichnet, die bestimmte Nachhaltigkeitskriterien befolgen. Auch für Wander- freunde hält Slowenien einige Schätze bereit. Nach einer Stunde Zugfahrt durch die Landschaft erreicht man beispielsweise den wunderschönen Naturpark Laibacher Moor. Mitten im Grünen lässt man im Hotel Pok bestens die Seele baumeln. Im zwei Jahrhunderte alten Landhaus trifft moderner Komfort auf historischen Charme. Bahnanreise: ab Wien nonstop in 6 Std. oder 4 Std. 20 Min. ab Salzburg. slovenia-green.si; hotelpok.com
von 22:29 Uhr bis10:45 Uhr. guldsmedenhotels.com; frea.de; landgut-stober.de
COLUMBUS MAGAZIN 25
DESTINATION KERALA
■ Die seltenen Berggorillas wohnen in den waldigen Regionen im Osten Afrikas. Die meisten leben im Tal der 4.500 m hohen Virunga-Vulkane. Eine Reise zu ihnen ist beschwerlich, aber ein unvergesslich kostbares Erlebnis.
LUST AUF RUANDA BEKOMMEN? 11 TAGE IM GRÜNEN HERZ AFRIKAS! Das Land im Osten Afrikas bezaubert mit nebelverhan- genen Vulkangipfeln, idylli- schen Seen, atemberauben- den Teeplantagen und nicht zu vergessen – seinen fast menschlichen Bewohnern. HIGHLIGHT: AUF DEN SPUREN DER PRIMATEN Bereit für ein „Once in a Lifetime“-Erlebnis? Beim Gorilla-Trekking im Volcanos Nationalpark kommen Sie den sanften Riesen ganz nah. Und kön- nen gleichzeitig die unbe- rührte Landschaft genießen. Herzklopfen garantiert! November 2022 bis Oktober 2023, täglich antretbar ab € 9.590 p. P. CO 2 -FUSSABDRUCK: 2.302,7 kg
SO VIELE GORILLAS WIE NOCH NIE Die strengen Schutzmaßnahmen sorgen für gute Nachrichten: In den touristisch genutzten Gebieten wuchs die Population in den letzten Jahrzehnten auf insgesamt 1.004 Tiere an. Damit sind Berggorillas die einzigen Menschenaffen, deren Zahl zu- nimmt. Was ein Einbruch des Tourismus für diese Symbiose bedeutet, zeigte sich in den letzten Jahren. Lediglich 10.000 Tou- risten zählte man 2021 im Virunga Natio- nalpark – 26.000 weniger als normalerwei- se. Während in Ruanda trotz Lockdowns Ranger ununterbrochen für den Schutz der Gorillas sorgten, brach die Überwa- chung in Uganda kurzfristig zusammen. Silberrücken „Rafiki“ fiel deshalb den Wil- derern zum Opfer – der erste Verlust seit zehn Jahren. SANFTER TOURISMUS NACH DER PANDEMIE Dass der Gorillatourismus etwas Gutes ist, darüber sind sich sogar Artenschützer einig. Nebeneffekte gibt es aber auch hier: Gorillas, die ihre Scheu vor Menschen ver- lieren, sind leichtere Beute für Wilderer. Manchmal erwischt man sie auch beim Plündern der Felder. Bauern werden dafür aber mit Geld aus den Fonds des Gorilla- tourismus entschädigt. Ab 1.500 US-Dol- lar zahlen ausländische Gäste nämlich für eine maximal einstündige Begegnung. Ein stolzer Preis, der gerechtfertigt ist. Damit der Bau von großen Luxuslodges für die wohlhabenden Touristen keine Vegetation zerstört, wird für Wiederaufforstung ge- sorgt. Seit sich Ruanda wieder schrittweise für Touristen geöffnet hat, müssen diese außerdem vor dem Besuch bei Gorillas oder Schimpansen ein strenges Protokoll befolgen. Fiebermessen, Hände und Schu- he desinfizieren sowie Gesichtsmasken tragen. Damit der Tourismus den faszinie- renden Berggorillas auch weiterhin nicht schadet und sie die wichtigsten Botschafter des Landes bleiben.
BEGEGNUNG IN DEN BERGEN
E in Rascheln geht durch das Dschun- geldickicht. Plötzlich steht er da: ein 160 Kilo schwerer Silberrücken. Nun heißt es: ruhig verhalten, ein wenig ducken und Augenkontakt vermei- den. Es herrscht strikte Maskenpflicht in der maximal achtköpfigen Gruppe, zehn Meter Abstand müssen eingehalten wer- den. Hier spielt man nach den Regeln der Gastgeber, also der Gorillas. Denn Men- schen sind im Parc Volcanoes in Ruanda nur Besucher. Dass Tourismus auch posi- tive, um nicht zu sagen essenzielle Auswir- kung auf Natur und Tierwelt haben kann, zeigt sich an keinem Beispiel so gut wie an den seltenen Menschenaffen. ARTENSCHUTZ DURCH TOURISMUS Den sogenannten Gorillatourismus gibt es seit Ende der 1970er-Jahre. Berggorillagrup- pen wurden dabei erstmals in Ruanda lang- sam an Besuche von Menschen gewöhnt. Später geschah dies auch in der Demokrati- schen Republik Kongo und in Uganda. Das
SANFTER GORILLA- TOURISMUS IN RUANDA
Die Berggorillas in den Gebirgen Ost- afrikas sind wahre Retter für Mensch und Natur – und das nur durch ihre Anwesenheit. Ein Besuch bei ihnen finanziert außer- dem ihren eigenen Schutz. Wenn Tourismus und Umweltschutz eine perfekte Symbiose bilden.
hätte natürlich schrecklich schiefgehen kön- nen. Dank der vernünftigen Zusammenar- beit von Regierung und Tierschutzorganisa- tionen wurde aber stets für das Wohlergehen der Tiere gesorgt – und das Konzept Goril- latourismus trug Früchte. So gehen heute beispielsweise 10% aller Einnahmen durch Touristen direkt an die umliegenden Dörfer, und Jobs rund um den Gorillatourismus er- nähren nicht selten ganze Großfamilien. Der Rückhalt für den Naturschutz ist deshalb umso größer und wurde sogar während di- verser Bürgerkriege eingehalten. Die Einnahmen rund um den Gorillabesuch sind außerdem ein gutes Bei- spiel dafür, dass umweltverträglicher Touris- mus Armut lindern und damit Wilderei und Waldrodungen eindämmen kann. Den Go- rillas bringt ihre große Beliebtheit vor allem Schutz. Durch regelmäßige Besuche können Geburten, Todesfälle und Gesundheitsprob- leme analysiert und geklärt werden. Illegale Aktivitäten in den Schutzgebieten kann man dadurch ebenfalls frühzeitig verhindern.
UNSER EXPERTE SASCHA HASINER
sascha.hasiner@columbus-reisen.at 02572 / 3301
COLUMBUS MAGAZIN 27
DESTINATION SANSIBAR
LUST AUF SANSIBAR BEKOMMEN? 8 TAGE IM TROPISCHEN PARADIES WARTEN Wir entführen Sie ins exklusive Inselparadies an der Nordostspitze Sansibars. Lassen Sie sich von sanften Wellen treiben oder erkunden Sie kunter- bunte Unterwasserwelten. HIGHLIGHT: BARFUSSLUXUS Eingecheckt im Luxushotel inmitten des tropischen Waldes, umgeben von glasklarem Wasser. Das Beste: Bei der Ankunft muss man erst einmal durch das herrlich warme Meerwasser waten – ein paradiesisches Barfußstranderlebnis eben. 01. November 2022 bis 31. Dezember 2023 täglich antretbar ab € 8.490 p. P. CO 2 -FUSSABDRUCK: 2.384,9 kg
rallenriffe mit eigenen Augen. Hier gedeiht eine Vielzahl an Korallen, die über 600 verschiedene Korallenfische, Delfine und Schildkröten anlockt und beheimatet. Die Insel selbst wird ebenfalls streng geschützt. Hier die Füße in den feinen Sandstrand zu stecken, ist den Gästen des luxuriösen Ho- tels von andBeyond vorbehalten. Denn der Reiseveranstalter setzt sich aktiv für den Schutz der fragilen Unterwasserwelt ein. AUFFORSTUNG UNTER WASSER Rund um Mnemba Island hat man dafür das Coral Nursery Projekt ins Leben ge- rufen, an dem auch Dr. Tessa Hempson arbeitet. Seit 2018 ersinnt man gemeinsam mit der Africa Foundation und andBeyond Safaris Schutzstrategien für die Ozeane und ihre Lebewesen. Im Sommer 2021 wurde das Unterwasseraufforstungsprojekt dann vor der kleinen ostafrikanischen Privat- insel realisiert. In regelmäßigen Abständen macht sich ein vierköpfiges Team von Mnemba Island aus auf den Weg hinunter in den Ozean. Ohne Strohhut und Gartenhand- schuhe, dafür mit Tauchanzug und Sauer- stoffflasche geht es dann ans Gärtnern. Abgebrochene Stammkorallen werden ein- gesammelt und in Gerüste eingepflanzt, die an Hochbeete erinnern. Sie bieten den Korallen den idealen Untergrund, um zu atmen und zu wachsen. Bis daraus eine ganze Kolonie entsteht, braucht es bis zu drei Monate. Sobald die Korallen groß und
■ In zwölf modernen Holzunterkünften bietet andBeyond bis zu 24 Gästen auf Mnemba Island ein einzigartiges Erlebnis im Einklang mit der Natur.
Wie Regenwälder zählen Korallenriffe zu den ökologisch vielfältigsten Lebensräumen der Erde. Wie man diese hegt und pflegt, zeigt man in ganz besonderen Gärten in Sansibar vor. WUNDER UNTER WASSER
stark genug sind, werden sie in eines der beschädigten Riffe bei Mnemba Island ein- gepflanzt. EINZIGARTIGE ERLEBNISSE So viel Fürsorge haben die Korallen defi- nitiv verdient, sind sie doch kleine Alles- könner: Korallenriffe verbessern die Was- serqualität als eine Art Filter, der Schmutz einfängt. Sie sind Schutz, Nahrungsquelle und Zuhause für 25 % aller Unterwasserle- bewesen. Korallenriffe schützen Küsten vor Erosion und sind wichtige Sauerstoffpro- duzenten – auch für uns Menschen. Ihre einzigartige Schönheit gilt es also wertzu- schätzen. Ob beim Scuba Diving oder beim Ausflug zu Sonnenuntergang mit einem traditionellen Dhow-Holzboot – auf und rund um Mnemba Island erlebt man die Unterwasserwelt aus unvergesslichen Per- spektiven.
T iefblaue Weiten, Rochen, die ele- gant vorbeigleiten, und farben- prächtige Korallen: Als Meeres- biologin hat Dr. Tessa Hempson wohl unumstritten einen der schönsten Arbeitsplätze der Welt. Für ihre Doktorarbeit forschte die gebürtige Südafrikanerin inmitten der mächtigen Korallenriffe vor Australien und den Seychellen. Doch innerhalb der vier Jah- re, die sie mit Tauchgängen verbrachte, musste Hempson mit Entsetzen fest- stellen, dass unzählige Riffe einfach ver- schwanden. Abgestorben durch zu hohe Temperaturen oder schlechte Wasser-
qualität, verloren die einst leuchtenden Korallen ihre Farbenpracht. Seit nun- mehr zehn Jahren setzt sich die Meeres- biologin dafür ein, diese Entwicklung zu stoppen und die Schätze der Ozeane zu beschützen. Sie ist unter anderem Ope- rations Manager eines ganz besonderen Projekts in diesem Bereich: den Unter- wasserschrebergärten in Sansibar. WUNDERWERK KORALLE Auf der Insel Mnemba, etwa 4,5 km nordöstlich von Sansibars größter Insel Unguja, erfassen Besucher die faszinie- rende Vielfalt der farbenprächtigen Ko-
UNSERE EXPERTIN MONIKA WEISSENRIEDER
■ Die Korallenriffe rund um Mnemba Island zeigen eine Farbenpracht und Artenvielfalt, die es mit allen Mitteln zu schützen gilt.
monika.weissenrieder@columbus-reisen.at 05574/90300
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