COLUMBUS Magazin 2022 Herbst

KREUZFAHRT AUF SCHIENE

weise darf man sich mit einem Milchkaffee hinsetzen und gemütlich in der Zeitung blättern. Denn sonst genießt man hier Es- presso. Schnell. Im Stehen an der Theke. Ita- lienisch eben. Denn in der Stadt an der Ad- riaküste weht nicht nur die berüchtigte Bora durch die Gassen, sondern auch das Aroma gerösteter Bohnen. Nicht umsonst befindet sich hier eine der offiziellen Kaffee-Univer- sitäten. Zwischen den Besichtigungen des berühmten Canal Grande, der Piazza Gran- de sowie des Hafens genehmige ich mir ein paar Espressi. Nun habe ich genug Energie für Ausflüge zum malerischen Schloss Mira- mar sowie einen Tag Badespaß in der azur- blauen Bucht von Sistiana. An Tag sechs sit- ze ich mit rasendem Herzen im Zug. Ist es pure Vorfreude oder doch das Koffein? Egal, denn in knapp zwei Stunden bin in einer der schönsten Städte der Welt: Venedig! Ankunft in Venedig, 10:21 Uhr: Knapp vier Tage Aufenthalt in der weltbekann- ten Lagunenstadt wollen genutzt wer- den! Also auf, um die Papierkunst von Carterìa ai Frari, Lederwaren von Il Grifo- ne und Keramiken von Alessandro Merlin zu suchen. Nach einem schnellen Espresso (wird wohl zum Reisebegleiter Nummer eins) mit Blick auf den Canal Grande geht es zur Be- sichtigung der Inseln Murano und Burano. Die bunten Häuschen und vielen Glaskunst- ateliers stimmen mich fröhlich. Zudem geht es hier weitaus ruhiger zu. Im Hotel Conterie in Murano schlage ich meine Zelte auf und genieße das authentische Flair. Bei einem Ausflug auf die kleine Insel Torcello genie- ße ich dann das echte Dolce Vita: mit Gela- to über die Uferpromenade spazieren, die Sonne im Gesicht und anschließend einen „Spritz“ am Hauptkanal trinken. Die Basilika der Heiligen Maria Assunta mit ihren schö- nen venezianisch-byzantinischen Mosaiken ist übrigens eine Augenweide. Vom Glocken- turm aus blicke ich aufs türkisblaue Meer. Um unzählige Eindrücke reicher verabschie- de ich mich auch schon wieder von diesem einzigartigen Ort und steige um 16:26 Uhr in den Zug.

■ Im Uhrzeigersinn: legendäre Mode im Armani-Museum, ein nächtlicher Spaziergang in Mar - seille, Natur pur im Nationalpark Des Calanques und Lustwandeln in Nizzas Hafen. Die Vielfalt Europas entdecke ich bereits in meiner ersten Woche auf Schienenkreuz - fahrt.

Bologna, mia bella! Nach nur eineinhalb Stunden bin ich gekommen, um knapp vier Tage zu bleiben. Bologna ist nicht nur Universitätsstadt mit beeindruckender Archi- tektur, sondern auch Schlaraffen-

eine echte Italienerin nur am Vormittag. In der Modemetropole gehört ein Besuch in Giorgio Armanis durchgestyltem Museum „Armani Silos“ dazu. Das muss reichen, denn um 15:10 Uhr bin ich wieder auf Schiene in die nächste Stadt – in einem anderen Land.

TAG 9–12: BOLOGNA / FLORENZ

TAG 6–9: VENEDIG

Morgens in Nizza. Der Um- stieg vom italienischen „dol- ce far niente“ auf das Flair der französischen Riviera? Nahtlos. Denn auch hier zelebriert man die schönen, einfachen Dinge des Lebens.

land. Nicht umsonst wird sie „la grassa“, also „die Fette“ genannt. Leichte Küche gibt’s in der Geburtsstadt der Bolognese-Sauce kei- ne. Ausgehend vom belebten Mercato delle Erbe, schlemme ich mich durch das „Best of“ der italienischen Küche: Tortellini, Par- maschinken, Parmesan, Olivenöl und, nicht zu vergessen, die köstlichen Weine der Re- gion. Denn: Auf Reisen muss man viel trin- ken, habe ich gehört. Da Florenz nur knapp eine halbe Stunde Zugfahrt entfernt ist, bietet sich ein Tagesausflug natürlich an. Ich lasse es langsam angehen und schlendere entspannt durch die wunderschöne Stadt. Am nächsten Tag geht es nämlich schon früh weiter nach Mailand!

TAG 12–15: NIZZA

Nachdem ich Nizza zu Fuß erforsche, steht am nächsten Tag ein Ausflug an. Das kleine Bergdorf Èze ist ein Geheimtipp! Nach 20 Minuten im Bus erreiche ich den 2.600-See- len-Ort und fühle mich wie im Mittelalter. Im besten Sinne, denn die schmalen Gassen und Bistros sind einfach entzückend. Gut, dass ich den Weg zur Aussichtsplattform im Jardin Exotique finde. Welch einmaliger Blick auf die ganze Côte d’Azur! Weiter nach Marseille, An- kunft 11:03 Uhr. Die Ha- fenstadt wird manchmal als „das kleine Paris“ bezeich- net, was das Lebensgefühl dort nicht ganz trifft. Denn Marseille versprüht viel mehr Leichtigkeit und mariti- TAG 15–18: MARSEILLE

Ciao, Milano! Nach so viel Kulinarik heißt es um 8:06 Uhr: Auf in die Stadt der Mode und des Möbel- designs! Nach Ankunft um 9:20 Uhr geht sich ein Cappucci-

TAG 12: MAILAND

no (Abwechslung muss sein) noch aus, ohne mich als Touristin zu outen. Denn den trinkt

COLUMBUS MAGAZIN 21

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